Im Aufgebot zur Bekämpfung des Drüsigen Springkrautes an die Lehrkräfte und Schüler von sechs Klassen der Kreisschule Thal mit den Schulstandorten Balsthal und Matzendorf hiess es zur Ausrüstung: Arbeitshandschuhe, gutes Schuhwerk und wasserdichte Gummistiefel, keine kurze Hose, keine Kurzarm-T-Shirts, Arme und Beine müssen vor Brennnesseln geschützt sein.

Wer diesen Anordnungen nicht Folge leistete, musste die Folgen tatsächlich am eigenen Leib erfahren.

Eine Knochenarbeit

Der Kampf gegen das Drüsige Springkraut entlang der Bäche, in ehemaligen Schuttdeponien, an Waldwegen oder in lichten Waldflächen kann in jeder Beziehung als Kampf bezeichnet werden. Das Auffinden und Ausreissen dieser invasiven (eingedrungenen) Pflanzen ist nämlich eine Knochenarbeit.

Nach der Besammlung der Schüler und Gruppenführer bei den Werkhöfen der Einwohnergemeinden Balsthal und Matzendorf fassten die Schüler ein Znüni, dann ging es per Bus an die Arbeitsplätze, welche sich vor allem an der Dünnern bis Herbetswil und am Augstbach bis an die Grenze von Langenbruck befanden.

Miteinbezogen wurden teilweise auch die einmündenden Seitenbäche. Am Besammlungsort in Balsthal informierte Hugo Roth, Koordinator der Arbeitsgruppe «Neophyten» der Thaler Gemeinden, kurz über den Sinn der jährlichen Aktion und stellte das Drüsige Springkraut vor.

Bekämpfung hat sich gelohnt

Hugo Roth erfüllt seine Aufgabe im Auftrag des Naturparks Thal seit 2012. Am Anfang wurde die Bekämpfung mit Werkhofangestellten, freiwilligen Helfern aus den Thaler Gemeinden sowie Asylbewerbern ausgeführt. Seit 2014 beteiligen sich auch Klassen der Kreisschule Thal. «Unsere Anstrengungen zur Neophytenbekämpfung haben sich gelohnt. In Balsthal können wir einen Rückgang von rund 95 Prozent feststellen», sagte Roth mit Genugtuung.

Die jährliche Aktion zur jetzigen Zeit mache Sinn, denn die Pflanzen blühen noch nicht und können somit keine Samen bilden. Eine Nachkontrolle sei aber sehr wichtig, um die nicht ausgerotteten, blühenden Pflanzen auch noch zu eliminieren. Diese müssten aber fachgerecht entsorgt werden, damit sie sich nicht weiter vermehren können. Seiner Arbeitsgruppe gehören an: Martin Bader (Holderbank), Roland Haefeli (Matzendorf), Theodor Fluri (Balsthal), Herbert Brunner (Ramiswil), Gerhard Ackermann (Laupersdorf), Anton Voegeli (Aedermannsdorf), Heinz Gautschi (Herbetswil). Insgesamt machten an der diesjährigen Aktion rund 140 Schüler und 50 erwachsene Helfer mit.

Ein Schuh voll Wasser

Vier Klassen waren je einen halben Tag, zwei Klassen gleich an zwei Halbtagen im Einsatz. Die aufkommenden Sprösslinge des Drüsigen Springkrautes waren nicht immer einfach von den andern Pflanzen zu entscheiden und die zahlreichen Brennnesseln machten die Arbeit auch nicht leichter. Zudem wurde manch ein Schuh voll Wasser aus dem Bach gezogen.

Jeder Gruppe war ein erwachsener Gruppenführer zugeteilt, der den Schülern mit Rat, und vor allem auch mit Tat beistand. Ein Schüler meinte: «Ich wusste gar nicht, dass der Augstbach so wild daherkommen kann.» Er meinte damit den wildromantischen Bachlauf zwischen Holderbank und St. Wolfgang, wo der Bach nicht wie sonst gewohnt kanalisiert daherkommt.

Eine Schülerin konnte sofort Bescheid geben, weshalb sie das Drüsige Springkraut ausreissen müsse: «Sie verdrängen einheimische Pflanzen, und wenn man nichts macht, gibt es immer mehr davon.» Bei andern Befragten war festzustellen, dass ein zusätzlicher Informationsbedarf zu diesem Einsatz für die Natur besteht.