Der Bürgerrat von Kestenholz hat die Einwohner zu einer Waldbegehung, zum sogenannten Banntag, eingeladen. Das Interesse war sehr gross, es fanden sich weit über 100 Wald- und Naturbegeisterte ein. Förster Reto Müller führte die Anwesenden durch die insgesamt fünf Stationen des Banntages.

Anhand von Luftaufnahmen, die via Laser-Messung per Satelliten gemacht wurden, erklärte Reto Müller bei der ersten Station, das Gassen-System, das von ihm angelegt wurde, um eine optimale Nutzung des Waldes zu gewährleisten. In Zukunft wird bei jedem Holzschlag auf diesen Gassen mit den Vollerntern gefahren, um möglichst wenig Schaden auf dem Waldboden zu verursachen. Auch eine Einteilung in Nutzungseinheiten gewährleistet eine innovative Durchforstung.

Trendsportart demonstriert

Bei der zweiten Station wurde den Besuchern ein Highlight präsentiert. Oliver Kaufmann, ein 21-jähriger Kestenholzer, der als Forstwart arbeitet, brachte den Banntag-Besuchern sein Hobby Timbersport näher. Dieser Sport entwickelte sich aus den Wettkämpfen der Forstarbeiter in den Wälder Tasmaniens. Es gibt sechs die Wettkampf-Disziplinen Springboard, Single Buck, Unterhand Chop, Stihl, Stock Saw, Standing Block Chop, und Hot Saw. Am 26. Juni 2016 findet bereits die 14. Schweizer Meisterschaft in Bern statt.

Ein Forwarder der Firma Ehrenbolger und Suter AG aus Fulenbach demonstrierte den Anwesenden bei Station drei das effiziente Abholzen von erkrankten Eschen. Das Eschensterben breitet sich wegen einer Pilzkrankheit in der Schweiz aus, so der Förster Reto Müller. Seit dem erstmaligen Auftreten der neuen Eschenkrankheit 2008 in der Nordwestschweiz hat sich das Eschensterben, auch als Eschenwelke bekannt, stetig ausgebreitet.

Leider gibt es zurzeit noch keine Patentlösung, um dem Problem beizukommen. Die Verbreitung der Pilzkrankheit lässt sich nicht verhindern, weil die in grossen Mengen gebildeten Pilzsporen mit dem Wind über weite Strecken getragen werden. Da die Eschen nach kurzer Zeit völlig dürr und ausgetrocknet sind, werden sie zu einer Gefahr für Mensch und Tier. Dies, weil jederzeit Äste abbrechen können. Daher werden die toten Bäume mit sogenannten Forwardern abgeholzt.

Natur erobert Waldstück zurück

Bei Station vier wurde den Besuchern ein Waldschlag von etwa 1300 Quadratmeter gezeigt, der vor eineinhalb Jahren durchgeführt wurde. Durch den Lichteinfall und Naturverjüngung ist dort eine grosse Vielfalt an Pflanzen entstanden. «Für die Natur ist es immer optimaler, wenn eine Aufforstung durch Naturverjüngung entsteht, die Pflanzen sind gesünder und robuster», so Reto Müller.

Simon Nünlist aus Wolfwil demonstrierte bei Station fünf auf eindrückliche Art den Anwesenden das Kettensägen-Schnitzen. Innerhalb kürzester Zeit hatte er aus einem Teil eines Baumstammes eine Eule ausgesägt. Diese Eule wurde beim gemütlichen Beisammensein in der Natur und Vogelschutz Hütte unter den Anwesenden verlost. André Baumgartner war der glückliche Gewinner.