Brunnerberg

Wahrzeichen geschützt: Das Windrad dreht sich weiter

Das 1932 gebaute Windrad gehört heute zum landschaftlichen Erscheinungsbild des Brunnersberges.

Das 1932 gebaute Windrad gehört heute zum landschaftlichen Erscheinungsbild des Brunnersberges.

Auch wenn die Zukunft des Bergschulhauses auf dem Brunnersberg noch ungewiss ist, eines ist sicher: Das Windrad wird sich nach einer umfassenden Restauration auch weiterhin drehen.

Das Wahrzeichen des Brunnerberges, ein Windrad, steht etwa 250 Meter östlich des Hofes Kleinbrunnersberg. Gebaut wurde es 1932, weil hier eine Quelle aus dem Berg trat. Mithilfe der Windkraft pumpte die Familie Dummermuth das kostbare Nass auf den Kleinbrunnersberg. Bei Windstille war die Familie auf ein 15 Kubikmeter fassendes Reservoir angewiesen. Ursprünglich aber hatte das Windrad eine ganz andere Zweckbestimmung, es war nämlich als Antrieb für eine Gattersäge konstruiert worden. Herstellerin war die Zimmerei Hertig in Zollbrück BE.

Der raue Wind auf der zweiten Jurakette aber machte dem Windrad immer wieder zu schaffen. 1936 fegte ein solcher Sturm über die Jurahöhe, dass die ganze Anlage zerstört wurde. Man erstellte einen Betonsockel und verstärkte das Rad mit einer Eisenkonstruktion. Das Windrad erfüllte seine Funktion bis 1961. Es wurde aber nicht abgebrochen und es drehte sich munter weiter. Doch die grossen Witterungsschwankungen und die starken Windböen setzten dem Windrad immer wieder stark zu.

Erhalt dank privater Initiative

Im Jahre 1977 nahmen Mitglieder des Ski-Clubs Balsthal eine umfassende Restauration vor. Aus den vorhandenen Unterlagen geht nicht klar hervor, wann weitere Renovationsarbeiten durchgeführt wurden. Was vielen Berggängern und Naturfreunden noch in Erinnerung geblieben ist, sind die zwischen 1995 und 2000 beim Windrad abgehaltenen Berggottesdienste. Aber das Windrad fordert auch weiterhin einen strengen Unterhalt, weil Teile der Konstruktion immer wieder ersetzt werden müssen.

Der ehemalige Balsthaler Gemeindepräsident Willy Hafner konnte dem langsamen Zerfall nicht mehr zuschauen. Das weitere Bestehen des Windrades war ihm ein Anliegen. Das Windrad erinnere ihn sehr stark an seine Freundschaft und Verbundenheit mit seinem Freund und Balsthaler Sportförderer Xaver Heutschi. Dieser habe, zusammen mit Kollegen, sehr viel Zeit zur Erhaltung des Windrades aufgewendet.

Hafner konnte für sein Anliegen die Balsthaler Horst Gumlilar, Hans Lüthi, Urs Heutschi, Armin Bader und Urs Brosi motivieren, letzterer sorgte für das leibliche Wohl. Die zu ersetzenden Teile wurden im Tal unten gut vorbereitet, somit konnte das Windrad anfangs Juli dieses Jahres in nur einem Tag restauriert werden. Es mussten vor allem Flügel und deren Halterungen ersetzt und das Dach instand gestellt werden. Willy Hafner war begeistert vom professionellen Einsatz seiner Arbeitsgruppe.

Nur noch ein Zeitzeuge

Das Windrad dient heute lediglich noch als Zeitzeuge einer Epoche, als die Wasserknappheit auf den Jurahöhen ein existenzielles Problem darstellte. Das Wasserproblem konnte erst wirksam gelöst werden, als die Wasserversorgungsgenossenschaft Brunnersberg in den Jahren 1998 bis 2006 in mehreren Etappen ein weitläufiges Netz aufgebaut hatte und damit die Wasserversorgung von zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben im Berggebiet sicherstellen konnte.

Quellen: Juraweg-Tafel, Unterlagen Ski-Club Balsthal, Regierungsratsbeschlüsse.

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