Fasnacht

«Vou verschlofe» – kurz aber heftig war der Umzug in Welschenrohr

Der Fasnachtssamstag ist seit eh und je der Höhepunkt der Welschenrohrer Fasnacht mit Umzug, Guggenmusiken, Schnitzelbänken und Maskentreiben. Zwar eröffneten die Kleinen mit der Chinderchesslete am Mittwochabend die närrischen Tage und am Schmutzigen Donnerstag trafen sie sich zum Kindermaskenball im Gasthof Kreuz. Tote Hose war dann am Donnerstagabend im Dorf, männiglich schien sich auf den Samstag vorzubereiten.

Auf dem Wagen des Männerchors versammelten sich die Verwaltungsräte zur letzten Sitzung im Hintern Thal. Aufgeräumte Stimmung herrschte trotz des Abschiedes und dem Trauerflor. Immerhin bleibt ein Bankomat zurück. Dass auch das Schweizerkreuz auf dem Hausdach ein Sujet lieferte, war zum Vornherein klar. Mit ihrem Wagen schaffte der Fussballklub Luft für den Ärger der Nachbarn. Der Turnverein nahm den Skilift aufs Korn, fehlte doch nebst dem Schnee auch noch das Brot am Fondue-Abend.

Immer wieder gelingt es dem Narrenkomitee «Schnapsloch» einen vielfältigen Umzug zu präsentieren. «Gewaltig, mega geil, Petrus ist unser Fan», schwärmte Umzugschef Fränki Bielmeier. Tatsächlich säumten Hunderte von Zuschauern bei angenehmem Winterwetter die Umzugsroute und spendeten herzlichen Applaus. Mit dabei wie jedes Jahr waren Gruppen aus dem Thal, aus Matzendorf, Aedermannsdorf, Herbetswil und Balsthal. Der Umzug entwickelt sich mehr und mehr zu einem regionalen Anlass.  

Von weit her reisten Guggenmusiken an, so die «Vinophoniker» aus Biel, die «Event Guggis 81» aus Rheinfelden (Deutschland),  die «Stücklifäzer» aus Bonaduz und die «Rhyalge» aus Diessenhofen. Aus der Region trafen die «Rohrspatzen Thal» ein und nicht fehlen durften natürlich die einheimischen Böögge Brätscher. Sie alle unterhielten die Fasnächtler in den verschiedenen Lokalitäten.

Worauf die Fasnächtler immer warten sind die Schnitzelbänke, diesmal vorgetragen durch eine Gruppe aus Olten, ein Duo aus Matzendorf und die einheimischen FC-Singers. Sie riefen lokale Ereignisse in Erinnerung wie die Wahl der Gemeindepräsidentin, die Erika im Gasthof Kreuz und natürlich auch das viel diskutierte Schweizerkreuz auf dem Flachdach auf dem Haus am Bach.

Anschliessend herrschte fasnächtliche Stimmung in all den Lokalen, in den Beizen, im Tearoom, in den Zelten und in des Bars in einigen Fasnachtswagen. Im Kreuz gaben die Steelband Kanofetti aus Mümliswil ein Konzert.

Ein fasnächtlicher Anlass in der entsprechend geschmückten katholischen Kirche schloss bereits am Sonntag die närrischen Tage ab. Pastoralraumleiterin Andrea Allemann und der reformierte Pfarrer Burkhard Müller luden zum ökumenischen Jugend- und Familiengottesdienst ein. Und sie kamen alle: Kinder in Kostümen, zahlreiche Erwachsene in bunten Hüten aus beiden Kirchen und die vollzähligen Böögge Brätscher. Sie alle trugen zu einem würdigen, gehaltvollen Gottesdienst bei, der aber auch Anlass zum Schmunzeln gab.

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