Mit klarer Mehrheit hat der Gemeinderat von Laupersdorf in seiner Sitzung vom Montagabend entschieden, das Nutzungsplanverfahren für einen Windpark auf der Schwängimatt abzubrechen. Zu vieles sei unklar. Will heissen, alles geht zurück an den Absender, vorläufig wird auf der Schwängimatt keine Windenergie im grösseren Stil gewonnen.

«Vorläufig – das ist der richtige Ausdruck», sagt Jürg Lehmann, Initiator des Projekts, «denn aufgeben werde ich sicher nicht.» Es sei für ihn ein schwerer Schlag, «aber kein tödlicher.» Wie es weitergeht, könne er allerdings jetzt noch nicht sagen. Es gebe zuerst noch einiges zum Analysieren. «Und dann muss ich wieder Vertrauen aufbauen.»

«Zu undurchsichtig»

Just dieses Vertrauen ist offensichtlich beim grossen Teil des Gemeinderats nicht mehr vorhanden. Das bestätigt Gemeindepräsident Edgar Kupper gegenüber Radio 32. Er sei froh über den Entscheid, dass das Verfahren abgebrochen wurde. Zu undurchsichtig sei die Gruppe um den Investor beziehungsweise die mit dem Projekt beauftragte Firma Ennova. «Im März 2014 haben wir den Planern einen Katalog mit 30 Fragen übergeben, wir warten bis heute auf die Antworten.»

Dieser Fragenkatalog war denn auch das deutliche Zeichen dafür, dass im Laupersdorfer Gemeinderat der Wind gedreht hatte respektive, dass massiver Widerstand gegen den Windpark erwachsen war. Dies, nachdem der Gemeinderat in der Besetzung vor den Wahlen 2013 dem Vorhaben insofern wohlwollend gegenüberstand, als mit grossem Mehr beschlossen wurde, die Pläne zur Vorprüfung an den Kanton einzureichen.

Nicht generell dagegen

In seiner Besetzung nach den Wahlen 2013 herrschte eine merklich andere Stimmung im Gemeinderat. Befeuert wurde diese dann, als das Projekt von der Vorprüfung des Kantons zurückgekommen war mit dem Vermerk, die Planunterlagen würden «erhebliche Mängel» aufweisen. Es wurde bezweifelt, ob die Windverhältnisse dem von der Ennova berechneten Potenzial entspreche. Eine Zweitmeinung sei einzuholen. Ferner werde das Gemeindegebiet von Balsthal tangiert, diese sei aber nicht in die Planung miteinbezogen worden.

Gemeindepräsident Edgar Kupper will den Entscheid aber nicht so interpretiert haben, dass er grundsätzlich gegen die alternative Energiegewinnung sei. Aber wenn es um derart grosse Anlagen geht, so müsse man diese genauer unter die Lupe nehmen, sich genügend Zeit dafür nehmen.

Grosses Aufatmen

Was sagt der Verein Thaler Landschaft ohne Windräder zum Entscheid in Laupersdorf? «Wir nehmen dies mit grossem Aufatmen zur Kenntnis», sagt der Balsthaler Max Rütti, Mitinitiant des Vereins. Zehn Bundesordner voll Material habe sich inzwischen zum Thema Alternativenergie angesammelt. «Die Sache beschäftigt mich seit vielen Jahren sehr stark. Umso grösser ist jetzt für mich und meine Mitstreiter die Erleichterung.»

Windpark-Initiator Jürg Lehmann meint dazu: «Ich gönne ihnen die Erleichterung, richte ihnen aber gleichzeitig aus, dass weiterhin mit mir zu rechnen ist.»

Er sei sich bewusst, dass Fehler gemacht worden seien. Vor allem aufseiten der projektierenden Firma Ennova. Diese hätten offenbar keine Zeit gehabt, das Projekt zu bearbeiten, weil sie zu sehr mit sich selber respektive mit ihren Problemen beschäftigt waren. «So gehts natürlich schon nicht.» Will Lehmann nun mit einem neuen Partner einen neuen Versuch starten? «Das weiss ich noch nicht. Ich warte jetzt einmal auf ein Zeichen von Ennova. Weitermachen werde ich auf jeden Fall.»