Hochwasserschutz
Vorgezogener Hochwasserschutz im Niederamt hat Priorität

2007 stiegen die Wasserstände im Niederamt aufgrund heftigen Regens stark an. In viele Liegenschaften war Wasser eingedrungen, die Feuerwehr stand im Einsatz. Um einem weiteren Hochwasser zuvorzukommen, wurden nun diverse Schutzmassnahmen vorgezogen.

Fabian Jäggi
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Massnahmen gegen Hochwasser im Niederamt
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Eine Öffnung in der Mauer bei der Badi in Schönenwerd, welche im Ernstfall mit Balken verschlossen wird
Das Pumpwerk neben dem Kosthaus in Schönenwerd.
Der Damm bei der Dänikerstrasse in Obergösgen.

Massnahmen gegen Hochwasser im Niederamt

Bruno Kissling

Im August 2007 stiegen die Wasserstände im Niederamt aufgrund heftigen Regens stark an. In viele Liegenschaften war Wasser eingedrungen, die Feuerwehr stand im Einsatz. Um einem weiteren Hochwasser zuvorzukommen, wurden diverse Schutzmassnahmen dem im Juni vom Volk bewilligten Hauptprojekt vorgezogen. Einige Arbeiten der vorgezogenen Schutzmassnahmen sind bereits fertig, andere noch im Bau.

Im Ballypark in Schönenwerd wurden laut Hanspeter Jeseneg, Präsident des Zweckverbands Abwasserregion Schönenwerd (ZAS), diverse Arbeiten verrichtet: «Der Weg im oberen Teil vom Ballypark wurde angehoben. Wir kamen ins Spiel, weil das Wasser wegen des angehobenen Wegs nicht mehr abfliessen könnte. Erst war nicht klar, wie genau dort gebaut werden darf: Das Kosthaus im Ballypark steht ja unter Denkmalschutz.» Als alles abgeklärt war, habe der Zweckverband neben dem Kosthaus ein Regen-Entlastungspumpwerk mit drei Pumpen in den Boden gebaut. «Die Arbeiten daran sind noch im Gange, etwa im Frühling 2014 werden wir damit fertig sein.»

Wasser kann abgepumpt werden

Auch in Obergösgen wird zurzeit gebaut: «An der Dänikerstrasse zwischen den Wohnhäusern und der Aare sind die Schlussarbeiten am Laufen», berichtet Jeseneg. Bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schönenwerd werde ebenfalls bald ein Pumpwerk entstehen: «Es wird im Frühling fertig sein. Dort werden bereits vorhandene Schneckenpumpen benutzt. Das spart Kosten und Zeit. Ein ganzes Pumpwerk kostet etwa eine Million Franken», so Jeseneg.

Zu einem weiteren Projekt in Schönenwerd gibt Gemeindepräsident Peter Hodel Auskunft: «Nach dem Hochwasser 2011 wurden die Schutzmassnahmen auch bei uns vorgezogen. In der Badi haben wir Objektschutz betrieben und den Hechtenweg angehoben, der jetzt in eine Betonmauer übergeht.» Dazwischen seien überall Lücken, die im Ernstfall mit sogenannten Dammbalken verschlossen werden können. «Bei der ersten technischen Abnahme stellten wir Mängel fest: Momentan sind noch nicht alle Balkenanlagen einsatzbereit.» Dafür sei der Kanton zuständig. «Sobald das erledigt ist, werden wir eine weitere technische Abnahme durchführen.»

Auch Thomas Christmann, Geschäftsführer des Zweckverbandes Abwasserregion Olten, kann von diversen Projekten berichten: «In der Ey in Dulliken haben wir ein Pumpwerk gebaut, das kürzlich fertig wurde.» Ein weiteres entstehe südlich des Stauwehrs im Bereich Giessen Winznau. «Dort steht momentan erst der Betonbau, der ganze Innenausbau wird noch gemacht. Mitte 2014 werden die Arbeiten dort abgeschlossen sein.» In Obergösgen steht an der Dullikerstrasse das bereits fertige Pumpwerk Wässerig. Die Pumpwerke vollbringen eine beachtliche Leistung: Ein Pumpwerk wie das in der Giessen kann bei starkem Regen und Hochwasser bis zu 1050 Liter Wasser pro Sekunde in die Aare pumpen.

Im Moment zu feucht

Für die Dammbauten ist Christoph Dietschi vom kantonalen Baudepartement zuständig: «Bei der Badi in Schönenwerd besteht einzig noch Nachrüstbedarf bei den Dammbalken-Halterungen. Dies wird vom Lieferanten in diesen Wochen in Ordnung gebracht, sodass in Kürze die definitive Abnahme erfolgen kann.»

Auch beim Schachen in Obergösgen ist der Kanton am Bauen: Auf der Westseite ist der Damm abschnittsweise bereits erstellt, etwa beim Restaurant Fähre. Andere Abschnitte sind im Bau. Dasselbe gilt für die Ostseite. Wie erwartet, musste der Dammbau inzwischen eingestellt werden, da es momentan zu feucht ist. Damit kann keine ausreichende Verdichtung und Stabilität des Damms erreicht werden. Notwendige Betonarbeiten werden in den Wintermonaten vorangetrieben.

Ab 2014 startet die Realisierung des Hauptprojekts «Hochwasserschutz und Revitalisierung Aare, Olten-Aarau» im obersten Aare-Abschnitt, also im Bereich Olten/Winznau. Die Massnahmen an Gerinne und Ufer über die gesamte Strecke bis hinunter an die Kantonsgrenze Solothurn-Aargau dauern insgesamt fünf Jahre.