formeller Rückzug
Vorerst gibt es in Egerkingen doch keinen neuen Kreisel

Der Gemeinderat zieht die Einsprache gegen die Umgestaltung der Industriestrasse zurück. Er knüpfte den formellen Rückzug jedoch an einige Bedingungen.

Elvira Biedermann
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Beim Knoten Industriestrasse und der Unterführungsstrasse wollte der Gemeinderat einen Kreisel bauen.

Beim Knoten Industriestrasse und der Unterführungsstrasse wollte der Gemeinderat einen Kreisel bauen.

eva

Der Kanton will unter anderem die Industriestrasse vom Migros-Kreisel in Neuendorf in Richtung des Gäuparks sanieren und umgestalten. In einer ersten Stellungnahme hat der Egerkinger Gemeinderat am 17. März dagegen Einsprache erhoben. Nun kommt der Rat auf seinen Entschluss zurück und zieht seine Einsprache unter Auflagen zurück.

Einsprache gegen die geplante Umgestaltung der Industriestrasse und der Unterführungsstrasse hatte der Gemeinderat eingereicht, weil er die gemäss Erschliessungsplan auf Höhe Froschacker beidseitig als Fahrplanhaltestellen ausgestalteten Bushaltestellen und die damit gewünschte Verkehrsberuhigung als kontraproduktiv erachtet. Deshalb forderte er, die Haltestellen seien als Bushaltebuchten auszubauen.

Verkehrsaufkommen wächst weiter

Weiter beantragte der Gemeinderat, den planerisch sichergestellten Kreisel bei der Kreuzung Unterführungs-/Industrie-/Bifangstrasse bereits mit der geplanten Ausbauetappe zu erstellen. (Die erwähnte Bifangstrasse gibt es allerdings erst auf dem Plan (Anm. Redaktion). Begründet wurde diese Forderung mit dem neu erstellten Park- und Gewerbehaus Ganggeler mit 1'800 Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche sowie diversen weiteren Projekten.

Der Rat denkt dabei an Neuansiedlungen, Erweiterungen bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe an der Industriestrasse, die mittelfristig die Realisierung der öV-Drehscheibe beim Bahnhof Egerkingen sowie längerfristig an die Schaffung einer Regionalen Arbeitszone (RAZI) im Altgraben/Widenfeld), welche zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen werden.

Der Gemeinderat hielt fest, die Kapazität der Industriestrasse sei so auszulegen, dass nicht nur die heutige Situation merklich verbessert, sondern auch die zukünftigen Belastungen absorbiert werden könnten.

An seiner letzten Sitzung nahm der Gemeinderat Kenntnis vom Ergebnis der Einspracheverhandlung. Bezüglich des Antrags betreffend Bushaltestellen argumentierte der Kanton, nur jede zweite Haltestelle an der Industriestrasse sei eine Fahrbahnhaltestelle.

Zudem würde die Busfrequenz pro Stunde mit einem Wert von zwei (alle 30 Minuten), die Bushaltezeiten von 20 Sekunden sowie die Verkehrsdichte unter den Schwellenwerten liegen, welche eine Busbucht zwingend erforderten.

Weiter wurde vonseiten des Kantons vorgebracht, die möglichen kurzen Staus von 20 Sekunden würden die Einfahrten in die Industriestrasse aus den Querstrassen erleichtern.

Aktuelle Lösung reicht aus

Auf die Forderung des Gemeinderates, den Kreisel bei der Kreuzung Unterführungs-/Industrie-/Bifangstrasse im Zuge der geplanten Ausbauetappe zu realisieren, ging der Kanton nicht ein. Er wies darauf hin, dass die derzeitige Lösung mit rund 9'600 Fahrzeugen pro Tag den heutigen Anforderungen genüge.

Dies sei der Fall, bis zu einer Grössenordnung von etwa 12'000 Fahrzeugen pro Tag (Reserve von 20 Prozent). Die Realisierung eines Kreisels bereits mit der geplanten Ausbauetappe sei somit aus technischer Sicht nicht begründbar. Hingegen wird es vom Kanton als richtig erachtet, den Kreisel bereits planerisch sicherzustellen, diesen auf «Reserve» zu erstellen, komme aber nicht infrage.

Nach eingehender Diskussion stimmte der Gemeinderat einem formellen Rückzug der Einsprache zu, knüpfte diesen jedoch an folgende Bedingungen: Vor der Ausführung der geplanten Umgestaltung der Industriestrasse und der Unterführungsstrasse sei die Verkehrssituation neu zu beurteilen. Sollte diese Analyse ergeben, dass Verkehrsqualität und –sicherheit nicht mehr gewährleistet sind, respektive die Schwellenwerte überschritten werden und die Reserve von 20 Prozent ausgeschöpft ist, müsse der planerisch bereits sichergestellte Kreisel ausgeführt werden. (Mitarbeit: Eva)