Oensingen
Von und für die Jugendlichen – Der Jugendraum ist eröffnet

Am Samstag wurde der neugestaltete Jugendraum eingeweiht – mit alkoholfreien Cocktails und Musik. Die Jugendlichen waren während des gesamten Prozesses mit dabei und freuen sich nun riesig.

Rahel Bühler
Merken
Drucken
Teilen
Leiter Jonathan Murbach (auf dem Bild in der Mitte mir roter Jacke) «töggelet» mit Jugendlichen im neuen Jugendraum. Remo Fröhlicher

Leiter Jonathan Murbach (auf dem Bild in der Mitte mir roter Jacke) «töggelet» mit Jugendlichen im neuen Jugendraum. Remo Fröhlicher

Remo Fröhlicher

Im Treppenhaus riechts nach Popcorn, von irgendwo her ertönen Hits aus der aktuellen Hitparade. Eher ungewöhnlich für ein Gebäude, wo das Bauamt untergebracht ist. Aber eben nicht nur: Des Rätsels Lösung ist im ersten und an diesem Samstagnachmittag vor allem im zweiten Stock des Bauamts an der Oensinger Hauptstrasse zu finden: Ein neuer Jugendraum wird eröffnet.

Seit Oktober hat sich Jonathan Murbach, der Jugendarbeiter von Oensingen, an jedem Samstag mit dem Umbau der Räumlichkeiten beschäftigt. Und dies nicht alleine, die Hauptarbeit haben die Jugendlichen übernommen. «Ich war vor allem da, um ihnen Anleitungen zu geben und um sie bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen», sagt Jonathan Murbach.

Die Jugendlichen haben Wände gestrichen oder den Kiosk, wo es alkoholfreie Cocktails zu kaufen gibt, eingerichtet. Einzig bei schwierigen oder gefährlichen Arbeiten, wie zum Beispiel Elektroinstallationen, durften die Jugendlichen aufgrund der erhöhten Unfallgefahr nicht selber Hand anlegen.

«Wir wollten, dass die Jugendlichen während dem gesamten Prozess dabei sind, sich selber Gedanken machen und selber Entscheidungen treffen müssen», erklärt Murbach, der auch den Jugendraum in Balsthal seit 15 Jahren führt. Wo vorher der Proberaum einer Band und ein Gruppenraum einer hiesigen Unihockeymannschaft waren, sind durch die Umbauarbeiten insgesamt drei neue Räume entstanden: Ein Tanz- und Chillraum, wo die Musik herstammt und welcher auch für Breakdance-Lektionen genutzt wird, ein TV-Raum und ein Spielraum.

Der Spielraum ist allerdings noch nicht ganz fertig, die entscheidenden Spiele fehlen noch. Im ersten Obergeschoss ist zudem ein Bastelraum entstanden, der primär für Kinder aus der Unterstufe gedacht ist.

Selbstverwirklichung kommt an

«Ich fand es cool, dass wir selber entscheiden durften, wie die Räume später aussehen sollten» sagt etwa die 15-jährige Alma Gjokaj aus Oensingen. Von Grund auf mehrere Räume neu gestalten erfordert viel Geduld und Arbeit. Es sind schöne, wie auch weniger schöne Tätigkeiten auszuführen.

Dies bestätigen auch die Jugendlichen: «Die Pinsel und Rollen auszuwaschen war mühsam», sagt etwa Géraldine Dietschi aus Oensingen, die Jugendlichen nicken zustimmend. Laut Jugendarbeiter Murbach ist eine der grössten Herausforderungen für die Jugendlichen, dass sie im Jugendraum nicht nur während den Umbauarbeiten viele Entscheidungen selbst treffen sollen. «Dass sie nicht nur konsumieren, sondern auch etwas dafür tun müssen, soll der heutigen Konsumhaltung entgegenwirken», erklärt er.

Alle Willkommen

Jugendraum im Bauamt

Am Mittwochnachmittag ist der Bastelraum im 1. Stock geöffnet (besonders geeignet für Kinder aus der Unterstufe). Am Samstagabend von 20 bis 00.30 Uhr können Jugendliche ab der ersten Oberstufe den Jugendraum im 2. Stock benutzen. Auch «Nicht-Oensiger» Jugendliche sind zugelassen.

Auf die Frage, ob denn auch «Nicht-Oensinger» im Jugendraum willkommen seien, antwortet Jonathan Murbach «Ja, es heisst ja schliesslich offene Jugendarbeit» und lacht. Und solche «Nicht-Oensinger» sind dann auch an diesem Samstagnachmittag anzutreffen. Darunter Albin Demiraj aus Balsthal oder Chiara Perger aus Welschenrohr: «Mir gefällt vor allem, dass etwas organisiert wird und dass wir nicht einfach draussen herumlungern», sagt sie.

Jonathan Murbach verfolgt mit dem Jugendraum klare Ziele: Er möchte die Jugendlichen als Bevölkerungsgruppe in der Gemeinde stärken und ihnen zu mehr Anerkennung und Selbstvertrauen verhelfen. «Schliesslich sind sie unsere Zukunft.»