Ein eindrücklicher Rückblick war es, den Präsident Raphael Bader an der Generalversammlung des Samaritervereins Oberbuchsiten hielt. Mit dem Anlass, an dem Delegationen der örtlichen Behörden, Nachbarvereine sowie des Samariter Kantonalverbandes Solothurn vertreten waren, wurde das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag des Vereins eingeleitet.

Eine markante Änderung im Samariterwesen bildet der Wechsel zur zeitgemässen ersten Hilfe bzw. der Abschied vom während vieler Jahre berühmten Nothilfe-Schema «GABI»: Gibt er Antwort? Atmet er? Blutet er? Ist der Puls spürbar und normal?

Wirren des Ersten Weltkriegs

Der ausführliche Rückblick war möglich, weil dem Verein alle wichtigen Dokumente wie das Protokoll der Gründungsversammlung oder das Kassabuch aus dieser Zeit im Original zur Verfügung stehen. Dies ist für einen 100-jährigen Verein nicht selbstverständlich und die Dokumente werden mit Stolz sicher verwahrt. Die Anwesenden erfuhren, dass im Winter 1915/1916 der bis heute bekannte Samariterkurs durchgeführt wurde. Unter der Leitung von Hilfslehrer Albert Brütsch und Vereinsarzt Karl von Burg erhielten die 37 Teilnehmenden nicht nur fundierte Kenntnisse der ersten Hilfe, sondern legten gleichzeitig auch den Grundstein zur Schaffung des Samaritervereines Oberbuchsiten. Den Mitgliederbeitrag setzten die Gründungsmänner auf zwei Franken fest, heute beträgt er 12 Franken. 

Weil der Verein mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges entstanden ist, hat er schnell an Bedeutung gewonnen. Die Samariter waren bei Grosseinsätzen in Sanitäts- und Pflegediensten gefordert. Bis heute hat sich der Verein bei Erste-Hilfe-Postendiensten an öffentlichen Anlässen verdient gemacht. Dies gehört ebenso zum festen Aufgabenkatalog wie die monatlichen Übungen und die Kurse für die Bevölkerung.

Lausbubenstreiche und Finanznot

In den Anfängen des Vereinslebens gab es ab und zu Lausbubenstreiche nach den Übungen, so zu lesen in den alten Protokollen. Für alle begreiflich, dass dem Samariterverein dazumal nicht alle Räume der Gemeinde zur Verfügung standen. Anders heute! Dem Verein stehen Lokalitäten wie der Gemeindesaal als Theorie- und Kurslokal und Räumlichkeiten im Zivilschutzgebäude als Warenlager zur Benützung offen. Den Verein plagten zu Beginn finanzielle Nöte.

Dazukommend die schweren Erkrankungen als Folge der «Spanischen Grippe» 1918/19, schwach besuchte Übungen und nachlassendes Interesse in der Bevölkerung. Der Mitgliederschwund war dementsprechend gross. Es war wieder ein Weltkrieg, welcher den Verein abermals an Bedeutung gewinnen lässt. Im Jahre 1939 wächst die Mitgliederanzahl rasch auf über 60 aktive Samariterinnen und Samariter.

Fast eine Vereinsauflösung

Der Tod von Vereinsarzt Karl von Burg im Jahre 1947 hatte fast eine Vereinsauflösung zur Folge. In den Jahren 1947 bis 1951 fanden deshalb keine Vereinsübungen mehr statt. Nicht einmal mehr eine ordentliche Generalversammlung wurde einberufen. Dennoch wurde der Verein nie aufgelöst. Im März 1951 brachten ein neuer und frischer Vorstand und eine ordentliche Generalversammlung den dringend nötigen Schwung ins Vereinsleben zurück. Der Samaritergedanke war wieder aktiv geworden und er wird bis zum heutigen Tag gelebt.

Notfallwagen Gäu

Die folgenden Jahre waren eher ruhig, dennoch von aktiver Vereinstätigkeit geprägt. Sicher vielen Leuten weitherum bekannt war der beige-farbene Notfallwagen, welcher den Bewohnern im Gäu bei Unfall, Krankheit oder Spitalfahrten mit Chauffeur zur Verfügung stand.

Abschliessend an die spannenden Erzählungen über die letzten 100 Jahre Vereinsleben zeigte sich der jetzige Präsident Raphael Bader voller Zuversicht, dass die Anzahl Mitglieder im Verein wieder steigen werden – und das auch ohne Weltkrieg.