Eine Gruppe Männer versammelt sich vor der ehemaligen Sagi in Balsthal, die Mützen tief über die Ohren gezogen. Sie warten auf den Einsatzbefehl von Max Rütti, Präsident des Balsthaler Holzfluh-Vereins, der unter anderem für den Unterhalt der beiden Schlösser in Balsthal sorgt oder das Höhenfeuer am 1. August auf der Holzfluh ob Balsthal organisiert. Der Verein ist seit über 70 Jahren zudem für das Einsammeln und Aufstellen der Balsthaler Weihnachtsbäume im Dorfkern zuständig.

Dieses Prozedere läuft immer gleich ab. Auch dieses Jahr: Josef Bader ist mit seinem riesigen Traktor mit Anhänger da, Fredy Oberli mit einem etwas kleineren Traktor, ebenfalls mit Anhänger. Holzfluh-Chef Karl Christen fährt mit dem Vereins-Lastwägelchen vor, beladen mit allerlei Gerätschaften. Mitglieder des Holzfluh-Vereins, die sogenannten «Oldies», werden wie immer ihre Handlangerdienste verrichten.

Ein wichtiger Mann fehlt noch, Roger Fluri von der Firma Ackermann Transporte AG mit seinem grossen Ladekran. Dieser steht bereits im Einschlagweg in der Nähe des Hauses von Hansruedi und Martha Bünder am Bachackerweg im Dorf. In ihrem Garten, nicht so leicht zugänglich, steht eine riesige Weisstanne von rund 17 Meter Höhe und einem Gewicht von über zwei Tonnen. Diese Tanne habe sie vor 48 Jahren als kleines Tännchen in den Garten gesetzt, weiss Martha Bünder zu berichten. Der obere Teil dieser Tanne soll nun auf dem Dorfplatz als Christbaum zu stehen kommen.

So geht der Holzfluh-Verein Balsthal für den diesjährigen Weihnachtsbaum ans Werk

So geht der Holzfluh-Verein Balsthal für den diesjährigen Weihnachtsbaum ans Werk

«Der Advent steht vor der Türe, die Bäume warten auf uns.» Unter diesem Motto stand der Christbaum-Arbeitstag des Balsthaler Holzfluh-Vereins, bei dem drei Bäume für die Holzfluh geschnitten und zudem der grösste vom Verein je gestellte Weihnachtsbaum für den Kornhausplatz gefällt und auf dem Dorfplatz aufgestellt wurde.

Bewohner spenden ihre Tannen

Fredy Oberli, der «Akrobat» des Christbaum-Teams, wird an Tragriemen vom Kran in die Höhe gehievt, damit er die Aufhängevorrichtung des Krans am Stamm befestigen kann. Danach sägt er die Tanne auf gewünschter Höhe ab. Jetzt ist der Kranführer gefordert. Ruhig und sicher hebt er mit dem langen Kranarm die Tannenspitze hoch und deponiert den zukünftigen Christbaum auf dem grossen Anhänger. Mit dem restlichen Teil des Baumes wird gleich verfahren, Äste und Stammteile wurden aber in einen Container geladen. Nun folgt der Transport auf den Dorfplatz, wo bereits zwei Mitarbeiter des Werkhofes auf ihren Einsatz warten. Sie verankern den Baum in einem Schacht, der im Platz eingelassen ist. Nun fehlen nur noch die Lämpchen, für welche wie jedes Jahr die Firma Jäggi Elektroinstallationen AG in Zusammenarbeit mit Elektro Heutschi-Moser sorgen.

Für den Weihnachtsbaum vor der Sagi kann eine schöne Nordmanntanne «geerntet» werden. Diese Tanne gehörte Kurt und Vreni Bieli. Beide Familien hatten vor rund 25 bis 30 Jahren ein Christbäumchen, welches eingetopft im Wohnzimmer stand, nach der Weihnacht in den Garten gesetzt. Ein lachendes und ein weinendes Auge habe man schon, geben die Spender zu. Aber nach einem Weihnachtsbaum-Aufruf von Max im Anzeiger habe man dem Holzfluh-Verein eine Freude machen wollen.

Mit Lift auf die Holzfluh

Jetzt ist noch der Weihnachtsbaum für die Holzfluh an der Reihe. Dieser steht im Garten von Albert und Hanni Bacher am Ulrichenweg in Balsthal. Diese Nordmanntanne entspricht genau den Erwartungen von Max Rütti: Sie soll gleichmässig, voluminös sein und Äste bis unten haben.

Besonders heikel ist der Tannentransport auf die Holzfluh ob Balsthal – dafür hat der Holzfluh-Verein eine spezielle Seilbahn eingerichtet.

Besonders heikel ist der Tannentransport auf die Holzfluh ob Balsthal – dafür hat der Holzfluh-Verein eine spezielle Seilbahn eingerichtet.

Diese dritte Tanne wird auf den Holzfluhsattel geführt. Diesen Samstagmorgen wurde sie mit einer speziell eingerichteten Seilbahn dann auf die Krete der Holzfluh transportiert. Auch hier ist jeweils eine gut eingespielte Mannschaft am Werk. Der Fuss der Tanne muss, oben angelangt, genau in einen umkippbaren Eisenständer passen, damit der Baum nachher mit einem Habegger-Seilzug hochgezogen und sturmsicher verankert werden kann. Natürlich darf das Wichtigste nicht fehlen: die Glühbirnen. Diese müssen noch in liegendem Zustand des Christbaumes montiert werden, damit sie schlussendlich in hoffentlich regelmässiger Anordnung ins Dorf hinunterleuchten können.