Heute schauen die Konsumentinnen und Konsumenten immer stärker darauf, was auf den Teller kommt: Biologisch, regional, nachhaltig? Woher kommt das Essen? Welchen Weg beispielsweise das Rindfleisch nimmt, kann man vom 24. bis 26. August in Mümliswil-Ramiswil am Anlass «beef.ch – Erlebnis Rind» erfahren.

Auf dem Gelände des Restaurants Guldental und dem Sennhof werden Interessierten, Konsumenten und Familien die Mutterkuhhaltung, verschiedene Rinderrassen, der Umgang mit dem Vieh und die Fleischproduktion näher gebracht.

Neugier und Herausforderung

Der Anlass wurde bis 2016 im Dreijahresrhythmus im zürcherischen Pfannenstiel durchgeführt. «Dann beschlossen wir, in die Regionen zu gehen», erzählt Felix Hauri von Mutterkuh Schweiz, Dachorganisation der Mutterkuhhalter. In diesem Jahr kann man die «beef» noch im Diemtigtal, in Vue-Des-Alpes und in Wil besuchen. «Unser Bestreben ist es, den Anlass direkt bei den Produzenten vor Ort durchzuführen», legt Hauri dar. So kann die Infrastruktur vollumfänglich genutzt werden, was ein realitätsnahes Erlebnis ermögliche.

«Die Anfrage gelangte via Tuxer-Club an mich», erklärt Roman Ackermann. Er führt zusammen mit seiner Partnerin Sandra Mächler das Restaurant Guldental sowie den dazugehörigen Sennhof und ist zudem OK-Präsident der Veranstaltung. Der Tuxer-Club ist der Verein für die Rinderrasse Tux-Zillertal. «Es war einerseits die Neugierde und andererseits die Herausforderung, die mich dazu bewogen hat, hier mitzumachen», erklärt Ackermann. «Die Aufgabe reizte uns», pflichtet Mächler bei, die im OK für die Gastronomie zuständig ist.

Weiter setzt sich das OK zusammen aus Kassier Beat Ackermann, Ueli Bader, der für das Vieh zuständig ist, Rolf Jeker für den Bau, René Werthmüller für den Verkehr sowie André Ackermann, der als Lehrer für den Programmpunkt «Schule einmal anders» verantwortlich ist.

Am Freitag werden nämlich rund 120 Schülerinnen und Schülerin vor- oder nachmittags lernen, was Mutterkuhhaltung ist. «Gleichzeitig erfahren sie, was mit dem Produkt Fleisch passiert», erläutert Ackermann. Vor Ort werden die Kinder auch die Möglichkeit haben, einen Hamburger selbst herzustellen. Während den ganzen drei Tagen wird auch der Umgang gegenüber einer Mutterkuhherde thematisiert, wozu ein Rundgang gemacht wird.

Verschiedene Rassen vorstellen

Kürzlich war in den Medien zu lesen, dass der landesweite Fleischkonsum rückläufig sei. «Das gilt jedoch nicht für das Qualitätsfleisch», entgegnet Hauri. Der Bedarf verlagere sich lediglich: Man esse zwar weniger Fleisch, doch wenn, dürfe es gerne bessere und somit teurere Qualität sein. «Das sehe ich auch bei uns, da wir unser Fleisch direkt ab Hof verkaufen», bestätigt Mächler. Solch hochwertiges Fleisch stamme zum Beispiel von einer der 34 im Herdebuch geführten Fleischrinderrassen, die mit Labels wie Natura-Veal, Natura-Beef und SwissPrimGourmet vermarket werden.

«Wir möchten auch Menschen aus den umliegenden Gemeinden nach Ramiswil zu bringen», erklärt Hauri, der als Vertreter der Dachorganisation im OK mithilft. Man möchte die Philosophie «Fleisch aus Gras» näherbringen und ausserdem die Vorteile der Mutterkuhhaltung aufzeigen. Bei dieser bleibt das Kalb bei der Mutter, ernährt sich von der Milch und geht mit der Herde auf die Wiese.

Samstag und Sonntag läuft der Hauptbetrieb mit Bauernmarkt, Rundgang und Streichelzoo. Dazu kann man diverse im Smoker zubereitete Fleischspezialitäten probieren. Neun verschiedene Rassen werden zu besichtigen sein. Mithilfe dieser werden Unterschiede zwischen Milchvieh und Fleischrinderrasse zu sehen sein, welche spezifisch gezüchtet wurden und einen anderen Körperbau aufweisen.