St. Peter at Sunset

Von der Dringlichkeit der Bühnenpräsenz: Foreigner dröhnt bis Weihnachten nach

Die Band Foreigner lieferte zum Abschluss gemeinsam mit dem IP Orchestra einen viel umjubelten Auftritt.

Das war Rock ’n’ Roll! St. Peter at Sunset hat am Sonntag einen Abschluss erlebt, wie er kaum besser hätte sein können. Das Konzert von Foreigner & the IP Orchestra versprühte so viel Energie, dass das Publikum bis 2021 und zum nächsten Festival davon zehren wird. Das Riff von Bandgründer Mick Jones im Superhit «Urgent» klingt noch immer in den Ohren, mehr noch, beim Gedanken daran dröhnt und vibriert es unvermindert in der Bauchgegend. Vom Saxofonsolo – wir sind immer noch bei «Urgent» – des Multiinstrumentalisten Tom Gimbel ganz zu schweigen, das alleine trägt die euphorisierten Fans bis Weihnachten.

Die Band riss alle von den Stühlen

Die Band Foreigner zeigte eindrücklich, welche Auswirkungen eine wuchtige Bühnenpräsenz auf das Publikum haben kann. Der berühmte Funke sprang von Beginn weg, und das Feuer loderte bis zum letzten Ton der zweiten Zugabe, «Hot Blooded», mit der die Band ihren Arbeitstag beendete. Davor bildete das vielköpfige IP Orchestra zu jedem Lied einen wunderbaren Klangteppich, auf dem die Bandmitglieder ihre sichtlich grosse Spielfreude auslebten.

Das alles ergab einen ungemein voluminösen und klaren Sound, der seinerseits die Grundlage bildete für den Sänger Kelly Hansen, der auch mit 58 noch jeden Ton trifft und Höhen erreicht, die das Prädikat Sonderklasse verdienen. Selbst Fans von Lou Gramm (Foreigner-Originalstimme) machte Hansen restlos glücklich, denn der aktuelle Frontmann ist ein richtiger Rocker, der am Sonntag fast jeden dauerhaft von der lästigen Konzertbestuhlung riss. Unterstützt wurde Hansen vor allem von Bassist Jeff Pilson sowie von Gitarrist Bruce Watson und Drummer Chris Frazier, die ihrerseits eine Präsenz entwickelten, als gäbe es kein Morgen.

Wie es bei Bands wie Foreigner (Gründungsjahr 1976) so ist, lebte das Konzert weniger von der neuen Musik denn von den alten Hits. Allerdings braucht sich die Band dafür nicht zu schämen, schliesslich erfüllte sie mit der Songauswahl die Erwartungen des Publikums vollauf und kann ja durchaus stolz sein auf ihre «ewigen» Hits wie «Cold As Ice», «Juke Box Hero», «That Was Yesterday» und wie sie alle heissen. Foreigner liessen in Kestenholz kaum einen Hit aus und brachten natürlich auch «I Want To Know What Love Is». Die ultimative Superschnulze der Band oder, schöner ausgedrückt, eine der besten Rockballaden, die die Welt je gehört hat. Momente für die Ewigkeit at Sunset.

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