Herbetswil
Vom Thal in die Galaxis hinaus schauen

Die Astronomische Gesellschaft Solothurn lädt im August nach Herbetswil zum Beobachten des Sternenhimmels ein. Das Thal eignet sich laut Präsident Mirco Saner hervorragend dafür.

Alois Winiger
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22. Juli 2012, Mitternacht: Blick von Herbetswil Richtung Osten. Der helle Kegel hinten stammt vom gebündelten Licht von Balsthal. 30 Sekunden Belichtungszeit, ISO 1600.

22. Juli 2012, Mitternacht: Blick von Herbetswil Richtung Osten. Der helle Kegel hinten stammt vom gebündelten Licht von Balsthal. 30 Sekunden Belichtungszeit, ISO 1600.

Mirco Saner

«Sternbilder erkennen, mit den Augen auf den Saturnringen umherspazieren und Mondkrater beobachten. Wer schon immer mal den Sternenhimmel genauer erkunden wollte, erhält diesen August Gelegenheit dazu.» Damit wirbt die Astronomische Gesellschaft Solothurn (AGS) und lädt zum ersten astronomischen Beobachtungsabend auf die Herbetswiler Allmend ein.

Warum ausgerechnet in Herbetswil? «Das hat mehrere Gründe», antwortet Mirco Saner, seit knapp zwei Jahren Präsident der AGS. «Zum einen möchte die Astronomische Gesellschaft das faszinierende Thema und auch die Gesellschaft selber bekannter machen. Zum Zweiten gab es, so viel ich weiss, noch nie einen solchen Anlass im Thal.» Saner brachte die Idee bei der Gemeinde Herbetswil und beim Naturpark Thal vor und bekam sofort volle Unterstützung.

Die Sterne und ihre Geheimnisse

Seit mehr als 50 Jahren steht für die Astronomische Gesellschaft Solothurn (AGS) «die Passion für die Schönheit und die Geheimnisse des gestirnten Himmels» im Mittelpunkt. Es ist eine kantonale Vereinigung von Amateurastronomen, die beobachten, fotografieren, zählen und Vorgänge am Sternenhimmel vermessen. «Wir bieten unseren Mitgliedern einen breiten praktischen und theoretischen Wissenspool im Bereich Astronomie und sind vernetzte mit Fachleuten und Fachmedien», sagt AGS-Präsident Mirco Saner. Die Gesellschaft habe sich neu zum Ziel gesetzt, die Astronomie breiter bekannt zu machen. Das Vereinslokal ist in Luterbach. Viele Infos und Links gibts unter www.agsol.ch. (wak)

Nicht hinter dem Berg

Der wichtigste Grund aber ist, dass sich das Thal aufgrund der Topografie hervorragend eignet für Betrachtungen des Sternenhimmels. Mirco Saner hat darin reichlich Erfahrung, schliesslich wohnt er in Herbetswil. «Wir sind in dieser Hinsicht nicht hinter, sondern vor dem Berg. Denn die erste Jurakette schirmt das Thal von der Lichtverschmutzung des Mittellands ab.» Da sei der kleine Nachteil verkraftbar, dass die Jurahöhen den Blickwinkel etwas einschränken. Zu sehen gebe es noch immer mehr als genug.

Hoffen auf Sternschnuppen

Etwas Glück ist allerdings nötig für das Gelingen des Beobachtungsabends: Er kann nur bei Schönwetter stattfinden. Daher sind fünf Daten im August vorgesehen (siehe Schluss des Artikels). Im August unter anderem deshalb, weil es der sternschnuppenreichste Monat ist, wie Saner erklärt. «Wenn wir Glück haben, können wir einige Meteore über das Firmament huschen sehen.»

Die Leute der Astronomischen Gesellschaft Solothurn erklären den Besuchern, wie man sich am Nachthimmel orientieren kann. Es werden Fernrohre zur Verfügung gestellt, mit denen man den Mond und Planeten «unter die Lupe» nehmen kann sowie weit entfernte Sternhaufen innerhalb der Galaxis, deren Licht Tausende von Jahren brauchte bis hinunter zur Erde.

Am Anfang war ein Bilderbuch «Als Fünfjähriger bekam ich ein Buch geschenkt mit fluoreszierenden Sternenbildern», erzählt Mirco Saner. Von da an liess ihn das Thema nicht mehr los. 2008 absolvierte er ein Praktikum bei einer Fachzeitschrift für Astronomie und Raumfahrt am Max-Planck-Institut und arbeitete als freier Wissenschaftsjournalist. Aktuell ist der 32-Jährige wissenschaftlicher Mitarbeiter (Professorenstelle Journalistik) der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft in Winterthur und doktoriert zum Thema Medienjournalismus/Medienkritik. (wak)

Am Anfang war ein Bilderbuch «Als Fünfjähriger bekam ich ein Buch geschenkt mit fluoreszierenden Sternenbildern», erzählt Mirco Saner. Von da an liess ihn das Thema nicht mehr los. 2008 absolvierte er ein Praktikum bei einer Fachzeitschrift für Astronomie und Raumfahrt am Max-Planck-Institut und arbeitete als freier Wissenschaftsjournalist. Aktuell ist der 32-Jährige wissenschaftlicher Mitarbeiter (Professorenstelle Journalistik) der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft in Winterthur und doktoriert zum Thema Medienjournalismus/Medienkritik. (wak)

zvg

Soll nicht der Einzige bleiben

Der Weg zur Allmend Herbetswil wird ab Dorfeingang signalisiert. Damit der Beobachtungsabend auch eine gesellschaftliche Note bekommt, stehen auf dem Platz Sitzgelegenheiten und auch ein Grillfeuer zur Verfügung, Verpflegung und Zubehör sind jedoch selber mitzubringen. «Es ist sehr schwer abzuschätzen, wie viele Leute kommen werden», sagt Saner. Er und die AGS-Leute sind jedoch optimistisch, das zeigt die Ankündigung, dass es der «erste astronomische Beobachtungsabend» ist. Der Anlass müsse nicht in Herbetswil bleiben, der ganze Naturpark Thal sei dafür geeignet.

Termine Sa, 2., Fr, 15., Sa, 16., Fr, 22., und Sa, 23. August, je ab 20 Uhr. Am ersten dieser Termine mit passendem Wetter wird der Anlass durchgeführt, Infos zwei Tage zuvor unter www.agsol.ch