Fasnächtlich ging es am Samstag in Hägendorf, Fulenbach, Mümliswil und Lostorf zu und her: Der Hilari stand im Zentrum des Interesses. In Hägendorf wurde der neue Root bestimmt, und in Fulenbach sowie in Mümliswil der neue Obernarr vorgestellt.

Der neue Root in «Hägevillage»

Das Hägendörfer Geheimnis um den neuen Root XXXVII ist gelüftet. Cédric Möri von der Hägageri-Gugge durfte als neuer Obernarr und Träger der teuflischen Maske den Regierungsbesen vom Gemeindepräsidenten Albert Studer übernehmen. Die Geschichte der «rooten» Maske reicht bis gegen 1840 zurück. Ob das Original aus Lindenholz oder aus einem alten Weidenstock geschnitzt war, bleibt ungewiss.

Sicher aber ist, dass sich die an den «Tüfel» der berühmten Schlucht erinnernde Holzmaske zeitweilig im Exil befand. Mal wurde sie von Egerkinger Burschen geklaut, das andere Mal wurde sie behutsam im Historischen Museum von Olten gehütet. Die heutige Holzmaske von 1978 jedenfalls proklamierte bei zahlreichem Hilari-Publikum wieder eine feurige Fasnacht in Hägendorf, eine der traditionsreichsten der Region.

«Balefuch»: Housi I.

Wie jedes Jahr sorgte der Zagge-Zunft-Rat am Samstag höchstpersönlich dafür, dass beim Hilariball in «Balefuch» von 20 Uhr bis weit nach Mitternacht unterhaltungsmässig die Post abging. Die Mitglieder begeisterten die Gäste im vollen Gemeindesaal nicht nur in zwei Gesangsblöcken als Zunft-Ratschor, sondern machten auf der Bühne auch viel Spass als David Hasselhoff, Beatrice Egli, Queen, Vreni Schneider, Emil und Aretha Franklin.

Zum krönenden Abschluss des Unterhaltungsteils liessen sie vor allem die Ladys im Publikum jubeln, als sie gekonnt die Chippendales-Stripeinlage aus dem Film «Full Monty» parodierten. Während einer Modeshow präsentierte der Zunft-Rat seine neue «Uniform» mit roter Fliege und Weste in den Fulenbacher Farben grün, blau und gelb.

Kurz nach Mitternacht kam der eigentliche Höhepunkt des Hilariballs, als der Obernarr von 2013, Willi II. alias Willi Bhend, das Zepter an den Zunft-Rat zurückgab und sein Nachfolger in Schottenkluft inklusive Kilt mit stehenden Ovationen willkommen geheissen wurde. Der Obernarr 2014 heisst Housi I., im Alltag Hans Plüss, beantwortet die Fasnachtsmotto-gerechte Frage: «Vo wo chonsch?» mit «seit fast 25 Jahren vom Feldacker», hat vier erwachsene Kinder und ein Grosskind namens Oliver, das am Montag seinen ersten Geburtstag feiert. Seine Hobbys sind Familie, Feuerwehr und Fasnacht. «Das alles chonnt nach em schaffe und em z’Nacht», hielt er in seiner Proklamation fest.

«Tanze und Musigmache, das mach i ou gärn, wenn doch eifach e chli me Zyt zum Gniesse wär.» Zum Einstieg in sein neues Amt lud er die Besucherinnen und Besucher zu einer Polonäse durch den Gemeindesaal ein, was sich die «Balefucherinnen» und «Balefucher» auch prompt nicht zwei Mal sagen liessen.

Mümliswil: Josef V.

Getreu dem Fasnachtsmotto «Hol uf der Bank» übernahm in Mümlisiwil Obernarr Josef V. alias Josef Bader das Machtsymbol, den «Guldentaler Besen», von seinem Vorgänger Markus I. Dutzende Närrinnen und Narren hatten sich im Restaurant Kreuz zur Hilari-Party versammelt, um ersten Kostproben der Cliquen zu lauschen und die «Fünfte Jahreszeit» gebührend einzuläuten. Viele von ihnen fanden erst in den frühen Morgenstunden den Weg nach Hause.

Lostorf: «WM-Samba 2014»

Hilari zum Lostorfer Fasnachtsauftakt: Der Fasnachtsverein Lostorf und das Fasnachtskomitee führten zum zweiten Mal auf dem Gemeindeplatz in Lostorf den Hilari zur diesjährigen Fasnacht durch, die unter dem Motto «WM-Samba 2014» steht. Die Guggenmusik Schlosshüüler Lostorf spielte am Nachmittag mit fetzigen Fasnachtsrhythmen zum Hilari auf, der von sehr wenigen Besuchern frequentiert wurde.

Im kleinen Festzelt konnten sich die Fasnachtsanhänger bei einem Hot-Dog oder einer Bratwurst mit Pommes verköstigen. Wie es sich für einen Fasnachtsauftakt gehört, wurde die Geselligkeit mit einem gemütlichen Beisammensein und einem währschaften «Kaffi mit Schnaps» gepflegt.