Bundesgericht

Vom Hühnerstall zum Chalet: Jetzt muss alles wieder abgerissen werden

Das chaletartige Haus an der Waldegg 2a muss weg.

Das chaletartige Haus an der Waldegg 2a muss weg.

Aus einem Schuppen in Wolfwil wurde ein bewohnbares Häuschen - ohne die nötige Bewilligung. Jetzt hat das Bundesgericht entschieden, dass der Besitzer die Änderungen an der Liegenschaft wieder rückgängig machen muss.

Der chaletartige Neubau an der Waldegg 2a erinnert so gar nicht daran, was es vor einigen Jahren war: ein Hühnerstall, danach ein Hundezwinger.

Das mit Holz verkleidete Haus mit Ziegeldach wird aber nicht mehr lange stehen. Das Bundesgericht hat den Entscheid des kantonalen Baudepartements gestützt, dass das Häuschen zurückgebaut werden muss. «Das Gebäude Waldegg 2a ist vollständig zu beseitigen», heisst es im publizierten Entscheid.

Komplett verändert

Der damalige Besitzer der Liegenschaft hatte 2009 ein Baugesuch gestellt, den Schopf sanft zu sanieren. Das Bau- und Justizdepartement (BJD) des Kantons Solothurn hatte dafür eine Ausnahmebewilligung gesprochen.

Bei einem Augenschein stellte die Wolfwiler Baukommission aber fest: Anstelle der bewilligten Sanierung wurde der alte Schopf abgerissen und durch einen Neubau mit einer Grundfläche von 6,5 auf 6,5 Metern ersetzt.

Vom einstigen Schuppen, der für die Einlagerung von Brennholz dienen sollte, war nichts mehr übrig geblieben. Das Wesen des Hühnerstalls bzw. Hundezwingers wurde dabei komplett verändert. Am selben Ort  wurde ein chaletartiger Neubau hingebaut, der einen wohnähnlichen Ausbaustandard aufweist. Auch das Volumen wurde um mehr als einen Drittel erhöht, was laut kantonaler Gesetzgebung nicht erlaubt ist.

«Unstreitig nicht zonenkonform»

Die Kommission verlangte ein neues Baugesuch, das BJD verfügte einen Rückbau des Gebäudes. Dagegen hat der Besitzer Mitte 2011 jedoch Einsprache erhoben.

Mit Erfolg: Im Januar 2012 begutachtete das Verwaltungsgericht die mittlerweile verkaufte Liegenschaft und hiess die Beschwerde teilweise gut. Es liess das Gebäude jedoch nur unter folgenden Bedingungen zu: Der Besitzer müsste die eingebauten Fenster sowie die Treppe im Innern entfernen, dürfe keinen Wasseranschluss erstellen und auch keinen weiteren Innenausbau mehr tätigen. Das Häuschen selbst dürfe aber stehen bleiben.

Gegen diesen Entscheid wehrte sich das Bundesamt für Raumentwicklung. Es zog das Urteil weiter vors Bundesgericht. Dieses hat nun gleich entschieden wie das kantonale Baudepartement: Das Gebäude muss komplett abgerissen werden. «Der Neubau ist unstreitig nicht zonenkonform», schreibt das Bundesgericht. «Der Ersatz des ehemaligen Hundezwingers durch ein Wohnhaus erfolgte ohne Bewilligung und kann auch nachträglich nicht bewilligt werden.»

Wer für den Rückbau verantwortlich ist, ist noch unklar. Dies muss nun das Solothurner Verwaltungsgericht entscheiden.

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