«Ich bin der einzige meines Dorfes, der aus der Armut ausbrechen konnte», sagt Chork Chhit. Er ist aus Kambodscha geflüchtet und lebt nun seit 24 Jahren in der Schweiz. Mit dem Restaurant Zur Lotus in Oensingen, das er zusammen mit seiner Frau Phuong führt, konnte er sich einen Traum erfüllen.

Chork Chhit bezeichnet sich als Glückspilz und will nun sein einstiges Heimatdorf Koy Maeng vom Glück teilhaben lassen: Mit seiner Unterstützung soll dort ein neuer Kindergarten aufgebaut werden. Wobei Kindergarten aus hiesiger Sicht nicht zutrifft. In Kambodscha steht dieser Begriff für eine Gesamtschule, die von drei-, aber auch von zehnjährigen Kindern besucht wird.

Rund 54 000 Franken sind für den Aufbau eines neuen Kindergartengebäudes nötig und daher laden Phuong und Chork Chhit zu einem Charity-Anlass ein: Sonntag, 10. November, im Bienken-Saal Oensingen. Dort gibts ein asiatisches Buffet, eine Auktion sowie ein Benefizkonzert mit mehreren Acts.

Flucht als Zehnjähriger

Das Leben von Chork Chhit ist von Höhen und Tiefen geprägt, wie er berichtet. Als er noch klein war, sei sein Vater von Guerillas, den roten Khmer, umgebracht worden, seine Mutter musste drei Jahre Zwangsarbeit leisten. Als Chork zehn Jahre alt war, flüchtete die Familie nach Thailand, wo sie zehn Jahre in einem Flüchtlingslager lebten. 1989 kam Chork als Asylsuchender in die Schweiz.

«Sozialstaat, Demokratie, Schulbildung – was die Schweiz ihren Bürgern bietet, ist keine Selbstverständlichkeit. Dessen bin ich mir immer wieder bewusst», betont Chork Chhit. In jüngerer Vergangenheit reiste er mehrmals in seine Heimat und stellte fest, dass Hilfe bitter nötig ist. Es fehle an alltäglichen Dingen, die in der Schweiz selbstverständlich sind, so wie ein Kindergarten bzw. die Schule. In Koy Maeng gibt es zwar ein Schulgebäude, doch das sei ein baufälliger, einsturzgefährdeter Schuppen. «In der Regenzeit ist der Boden überschwemmt, die Kinder müssen zu Hause bleiben.» Etwa 750 Familien seien auf den Kindergarten angewiesen. Damit Kambodscha sich weiter entwickeln kann, sei Bildung dringend nötig.

Gibts eine Kontrolle?

«Aber alleine kann ich nichts ausrichten», sagt Chork Chhit. Darum ist er sehr froh, in Doris Born aus Kappel eine Person gefunden zu haben, die sich mit Hilfsaktionen auskennt und für die asiatische Länder kein unbekanntes Terrain sind. Born unterrichtete zum Beispiel als Lehrerin in einem kleinen Dorf in Vietnam. Aktuell arbeitet sie als Schulsozialarbeiterin in Neuendorf.

Wie aber kann man von der Schweiz aus sicher sein, dass im fernen Kambodscha alles so laufen wird, wie man es sich hier vorstellt? Chork Chhit sagt, dass sein Onkel dafür die Verantwortung übernehmen werde. Dieser sei Bauführer, wohne in der Nähe des Kindergartens von Koy Maeng und habe sich verpflichtet, die Arbeiten mit Fotos und Belegen zu dokumentieren.

Dorfbevölkerung soll helfen

Das Geld aus dem Charity-Anlass wird in der Schweiz durch Doris Born, Kappel, und Christian Zbinden, Wolfwil, treuhänderisch verwaltet und soll dann in Tranchen nach Kambodscha überwiesen werden. Wobei das Geld für Baumaterial, Möblierung, Transport, Architekt und Bauführung gedacht ist. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen nämlich die Leute aus dem Dorf ausführen – und zwar ohne Lohn. «Die Menschen dort sollen merken, dass das Ganze nicht gratis ist», begründet Doris Born. (mgt/al/wak)

Charity-Anlass Sonntag, 10. November, Bienken-Saal Oensingen, Türöffnung 16 Uhr, Programm ab 17 Uhr Infos www.kindergarten-koymaeng.ch