Wangen

Vom «Ghüder» zu Granulat und Zement

Hat die Kunststoffabfallsammlung in Wangen initiiert: Vizepräsidentin Marlene Grieder mit ihren Kollegen der Umwelt- und Werkkommission, (vl.) Patrick Schmid, Dominic Roppel, Heinz Wüthrich, Thomas Bütikofer und Thomas Grob sowie Bauverwalter Mirco Pittroff (2.vr.) Foto: ZVG

Hat die Kunststoffabfallsammlung in Wangen initiiert: Vizepräsidentin Marlene Grieder mit ihren Kollegen der Umwelt- und Werkkommission, (vl.) Patrick Schmid, Dominic Roppel, Heinz Wüthrich, Thomas Bütikofer und Thomas Grob sowie Bauverwalter Mirco Pittroff (2.vr.) Foto: ZVG

Die Gemeinde Wangen bietet der Bevölkerung per 1. Januar 2015 eine separate Kunststoffabfallsammlung an.

Die Stadt Olten und die Gemeinde Däniken haben im unteren Kantonsteil den Anfang gemacht, nun kommt sie auch in Wangen und Rickenbach (siehe Kasten): die separate Kunststoffabfallsammlung. Ab sofort können die Wangnerinnen und Wangner auf der Poststelle und beim Werkhof spezielle Sammelsäcke kaufen und ihren Kunststoffabfall beim Werkhof abgeben.

Die Initiative in Wangen ergriffen hat Marlene Grieder. Nachdem die Vizepräsidentin der Umwelt- und Werkkommission von der Kunststoffsammlung in Olten per Anfang 2014 erfahren hatte, brachte sie das Thema in Wangen an einer UWK-Sitzung auf den Tisch. «Die Kommission hat die Idee erst kritisch entgegengenommen, war danach aber begeistert davon», erzählt sie. Die Abklärungen der Folgen für die Gemeinde ergaben nämlich, dass Aufwand und Kosten für diese gering sind. «Ich fand heraus, dass eine Kunststoffsammlung die Gemeinde ausser dem Platz und die Sammlung an sich nichts kostet.» Marlene Grieder selber sammelte zwei Monate lang den Kunststoff separat. «Ich konnte den Sack füllen und hatte ansonsten fast keinen anderen Müll mehr.»

Wiederverwendung zur Heizmittel- und Zementherstellung

Ab sofort können Wangner/-innen die speziellen 110-Liter-Kunststoffabfallsäcke für Fr. 3.50 bei der Post sowie beim Sammelstandort, dem Werkhof, beziehen. Damit ist Sparpotential vorhanden: Der «normale» Kehrichtsack in derselben Grösse kostet Fr. 4.90. Der Kunststoffabfall kann ab 1. Januar 2015 während der Muldenöffnungszeiten an den zwölf jährlichen Terminen laut Abfallkalender beim Werkhof abgegeben werden. Als zusätzlicher Sammelcontainer wurde das früher im Brunnenhof stehende Behältnis aufgestellt.

Erlaubt sind Rahm- und Milchflaschen, Plastikbecher, Kessel, Kanister, Plastiksäcke, Food-Verpackungen, Schrumpffolie, Stretchfolie, Verpackungsmaterial, Gartenmöbel, Blumentöpfe aus Plastik, Kunststoffkörbe, Waschzeinen, Büromaterial, Sicht- und Dokumentationsmappen, Spielzeug und Pet-Artikel. Nicht in die Sammlung gehören hingegen Pet-Flaschen, Styropor, Silofolie und PVC-Schläuche.

Nach Angaben von Bauverwalter Mirco Pittroff arbeitet die Gemeinde bei der Kunststoffabfallsammlung künftig mit der Transport AG (Aarau) zusammen. Diese hat bisher 110-Liter-Säcke im Sortiment, ist laut Pittroff aber an der Entwicklung von 35- und 60-Litersäcken, um diese 2016 anzubieten.

Die Altdorfer Firma Ruag übernimmt den Kunststoff danach – ohne Kostenfolge für die Gemeinde – und sortiert ihn von Hand. «Aus etwa 80 Prozent wird danach Heizmittel – Granulat – zur Wiederverwendung hergestellt, der Rest wird verbrannt für die Zementherstellung», so Pittroff.

Für diesen «Beitrag an den Umweltschutz» der Umwelt- und Werkkommission musste das Abfallreglement leicht angepasst werden. Der Gemeinderat hat die Änderungen einstimmig genehmigt. Die Gemeindeversammlung entscheidet darüber am 8. Dezember.

Auch in Rickenbach

«Kunststoff ist ein Werkstoff – er soll der Wiederverwertung zugeführt werden.» Unter diesem Motto informiert die örtliche Umweltschutzkommission die Rickenbacher Bevölkerung per Flyer im Briefkasten über die Einführung der Kunststoffabfallsammlung. Ab sofort können auf der Gemeindekanzlei Rickenbach 110-Liter-Sammelsäcke für Fr. 3.50 bezogen werden. Die vollen Rickenbacher Säcke (erlaubtes Füllmaterial wie in Wangen) können im Werkhof Olten an der Werkhofstrasse 9 abgegeben werden. Annahmezeiten: Dienstag bis Donnerstag, 8 bis 11 und 14 bis 15.30 Uhr; am Freitag nur nach telefonischer Vereinbarung. Informationen erteilt Pius Rhiner via E-Mailadresse pius.rhiner@ bluewin.ch oder Telefonnummer 062 216 42 31.

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