«Heute sehen Sie nicht die Landfrauenküche und nicht die Hüttengeschichten, sondern die MGK, und zwar geht es über Stock und über Stein». Ausgerüstet mit Rucksack und gutem Schuhwerk begrüsste Präsident Hanspeter Camenzind das sehr zahlreich erschienene Publikum zu «MGK bi de Lüt», in Anlehnung an die Fernsehreihe auf SRF. Die Young Concert Band Oensingen/Kestenholz hatte das Konzert in freudiger Erwartung bereits festlich eröffnet mit «Olympic Spirit».

Mit «Born to be wild» gelang ein Stilwechsel, der sogar den Dirigenten Roger Meier zu Tanzeinlagen verleitete. Die Nachwuchstruppe, die er gemeinsam mit Marco Zehnder leitet, hatte sichtlichen Spass. Die jungen Musikantinnen und Musikanten vermochten zu begeistern und ernteten lang anhaltenden Applaus.

Mit «Phonie» auf Reisen

Gespannt wartete das Publikum auf den Beginn der «Sendung» und wurde bald schon durch wunderbare Aufnahmen von Kestenholz und der Schweiz überrascht (Kamera und Schnitt: Paul Bühler) – patriotisch auf eine gute Art. Die MGK legte los mit «In the Stone» der Band Earth Wind and Fire und legten grosses Engagement an den Tag. Derweil begann nicht Nik Hartmann mit Hund, sondern Felix Hofer mit seinem Euphonium (liebevoll «Phonie» genannt) seine Reise zu Fuss in Dübendorf. Der traditionelle «Swiss Ländler» wurde vom Publikum mit Juchzern begleitet.

Nach einem Besuch und einem Interview im Tonstudio bei Guido und Alex Eugster, vom gleichnamigen Trio, gab die Musikgesellschaft die «Trio Eugster Hits» zum Besten. Die anschliessende «Fiesta for Flutes» von Wim Laseroms stellte die Querflöten in den Vordergrund. Wunderbar leichtfüssig wurde das Stück vorgetragen, es lud dazu ein, das Leben einfach zu geniessen. Felix und Phonie schlenderten gemütlich den Fischweg am Bielersee entlang und stiessen an einer Station auf eine Hörprobe von Christian Schenkers «Fisch ufem Tisch» – was ihn dazu bewegte, dem Solothurner Kinderliedermacher in seinem Zuhause einen Besuch abzustatten. «S’Zündhölzli» von Mani Matter (arr. Mario Bürki) hielt Soli für mehrere Instrumentalisten bereit und zauberte vielen in der Halle ein Lächeln aufs Gesicht.

Musik, die Spass machte

Mit der träumerischen Melodie «From a Distance» (Julie Gold) meldete sich die MGK aus der Pause zurück und Felix Hofer traf sich zum Smalltalk mit Komiker Peach Weber in Lenzburg. Auf «Can you feel it» von The Jackson 5 folgte «Drums a Plenty». Der Mix aus Funk-, Samba- und Rockrhythmen in «Storbystev» machte einfach nur Spass, besonders die Solisten an den Perkussionsinstrumenten überzeugten.

Für das diesjährige Jahreskonzert arrangierte Dirigent Thomas Maritz gleich zwei Stücke selbst. Bei «On Fire» (Stefanie Heinzmann) stellte Solosängerin Jeannine Wiemann ein weiteres Mal ihre Stimmstärke eindrücklich unter Beweis. Auch die Version von «Scharlachrot» des Swiss Jazz Orchestra (1991/2007) performte sie voller Inbrunst, dass es einem kalt den Rücken herunterlief.