Die Ortsplanung der Gemeinde Aedermannsdorf wird zurzeit überarbeitet. Dazu gehört auch das räumliche Leitbild «Aedermannsdorf 2040». Zur besseren Abstützung dieses Dokumentes hat sich der Rat für das umfangreiche Mitwirkungsverfahren entschlossen. Am letzten Wochenende folgten im Rahmen dieser Mitwirkung über 40 interessierte Personen der Einladung der Gemeinde ins Schulhaus, um dort an der zweitägigen Zukunftskonferenz aktiv einzubringen.

Nach der Begrüssung durch Gemeindepräsident Bruno Born führten Isabelle Röösli und Selina Bleuel vom Ingenieurbüro BSB am Freitagabend durch die Veranstaltung. Wer sich vorgestellt hatte, nun stundenlang einem Vortrag zuzuhören zu müssen, sah sich getäuscht: Bereits zu Beginn konnte man die Stühle zur Seite stellen und sich im Raum aktiv bewegen, respektive sich zu derjenigen Interessengruppe stellen, derer man sich am ehesten angehört fühlt. Vertreten waren Vereinsmitglieder, Eltern, politisch Engagierte, Naturschützer sowie andere mehr.

In zusammengestellten Gruppen wurde zuerst über die Stärken und Schwächen der Gemeinde diskutiert. Das Ergebnis wurde anschliessend im Plenum vorgestellt. Als klarer Pluspunkt wurden die Ruhe und damit der Erholungseffekt, die schöne Wohnlage und das aktive Vereinsleben hervorgehoben. Dem gegenüber waren die Anwesenden nicht so glücklich über fehlende Wohnungen im Dorf für Jung und Alt sowie mangelnde Infrastruktur und vorhandenes Bauland, das nicht veräussert wird.

Hohe Wohnqualität als Plus

Nach einer kurzen Verpflegung konnten in neu gemischten Gruppen Hoffnungen für die Zukunft geäussert werden. Es lag auf der Hand, dass sich die Hoffnungen aus den Resultaten der vorhergehenden Diskussion ableiteten. So gaben viele zum Ausdruck, dass die hohe Wohnqualität erhalten bleibt, die Gemeinde moderat wächst und aktiv bleibt und auch, dass sich die finanzielle Situation verbessert. Mit der Hoffnungsrunde fand der erste Teil der Veranstaltung sein Ende.

Der zweite Teil am Samstagmorgen wurde mit einem kurzen Rückblick eröffnet. Dieser Teil stand unter dem Motto: Wo stehen wir 2040? Bei einer Gruppenarbeit stellten sich die Teilnehmer vor, wo die Gemeinde 2040 stehen soll. In Vorträgen oder auch kleinen Rollenspielen wurden diese Vorstellungen den anderen Einwohnern vorgestellt. Viele sehen die Gemeinde in rund 20 Jahren auf finanziell gesunden Beinen, politisch eigenständig, offen für bestehende wie auch weitere regionale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, nach wie vor sehr attraktiv für Neuzuzüger sowie mit genügend vorhandenem Bauland. Gleich mehrere Gruppen sehen auf der Schaubmatte oberhalb der Gemeindeverwaltung ein Begegnungszentrum, in dem Jung und Alt Wohnraum finden, wo man sich zum Austausch bei Kaffee trifft und die Schulkinder an einem Mittagstisch betreut werden.

Grundlagen für Leitbild definiert

In den letzten beiden Gruppendiskussionen wurden die wichtigsten Handlungsfelder definiert und in einem zweiten Schritt auch konkrete Ziele und Massnahmen verfasst. Mit diesen Grundlagen wird das Ingenieurbüro nun das räumliche Leitbild 2040 für die Gemeinde zusammenstellen und der Planungskommission vorlegen.

Die Gemeindeversammlung kann voraussichtlich im Juni 2019 über das Leitbild abstimmen. In seinem Schlusswort erwähnte Gemeindepräsident Born, dass seine Erwartungen bezüglich der Zukunftskonferenz übertroffen und die Zeit qualitativ und quantitativ optimal von allen Beteiligten genutzt worden sei.