Das älteste schriftliche Zeugnis für das Bestehen der Dörfer, die auf ihr 1050-jähriges Bestehen im Jahr 2018 hinfiebern können, ist die im Jahre 968 von König Konrad von Burgund für die Abtei Moutier-Grandval ausgestellte Besitzurkunde. Die Dörfer Balsthal, Laupersdorf, Matzendorf, Bipp, Oensingen samt Kirchen wurden dort erstmals erwähnt. Funde belegen, dass die Orte sicher älter sind. Doch um einen Beweis für die Existenz eines Ortes zu haben, muss ein schriftliches Dokument vorhanden sein.

Das Originalpergament der Urkunde von 968 ist längst verloren. Wahrscheinlich wurde im 11. Jahrhundert ein Schreiber damit beauftragt, das Original mit möglichster Sorgfalt auf ein Pergamentblatt zu kopieren, wobei er sich grosse Mühe machte. Er verwendete die sogenannte verlängerte Schrift und gestaltete die Abschrift kalligrafisch mit geschwungenen Schlusszeilen, in denen er das Monogramm des Königs, den Namen des Kanzlers und des Vizekanzlers und das Ursprungsdatum verwendete.

So bekam diese Abschrift etwas vom Aussehen der Originalurkunde. Die Abschrift erlitt dann selber infolge unsorgfältiger Aufbewahrung massive Beschädigungen, die zum Verlust von wesentlichen Teilen des Textes führten. Das Pergament befindet sich heute nach etlichen Umwegen über Frankfurt a. M. wieder in der Schweiz, nämlich im Musée Jurassien in Delémont.

Erinnerungen bis heute

Matzendorf, Laupersdorf, Balsthal und Oensingen organisierten anno 1968 jeweils grosse Dorfjubiläumsfeiern, die sicher noch in mancher Erinnerung sind. In jeder Gemeinde wurde ein Buch zur Dorfgeschichte herausgebracht. Es gab Gedenkmünzen, Glasscheiben, Festspiele und vieles mehr. In Oensingen existiert beispielsweise der Zibelimäret seit 50 Jahren; er wurde nämlich damals ins Leben gerufen.

In den genannten Gemeinden wird teilweise bereits zum heutigen Zeitpunkt darüber nachgedacht, wie 2018, also das Jahr des 1050sten offiziellen Bestehens der Orte, wieder gefeiert werden kann.

In Oensingen setzt sich der Gemeinderat bereits mit diversen konkreten Vorschlägen auseinander. Viel will man allerdings noch nicht verraten, nur: Das Jubiläumsjahr 2018 soll mittels verschiedener Aktivitäten das ganze Jahr hindurch verteilt gefeiert werden. Höhepunkt könnte der Zibelimäret sein.

In Balsthal wurde den Vereinen das Jahr 2018 an der Präsidentenkonferenz vergangenen November in Erinnerung gerufen. Konkret sei noch nichts, doch Gemeindepräsident Roland Stampfli schwebt momentan ein eigentliches Dorffest vor, wie es in den Siebzigerjahren auch schon durchgeführt wurde.

Der historische Verein Matzendorf plant, einen schriftlichen Nachtrag zur «Matzendörfer Geschichte» herauszugeben. Die vergangenen 50 Jahre von 1968 bis 2018 sollen aufgearbeitet werden. Es soll auch eine Ausstellung dazu geben. Dieses Vorhaben ist sicher. Im Weiteren sei aber noch nichts beschlossen, jedoch ein Dorffest angedacht, sagt Markus Egli, Mitglied beim historischen Verein Matzendorf.

Laupersdorfs Gemeindeverwalter Stefan Schaad meint: «Das Datum ist uns bewusst. Doch der Gemeinderat hat noch keinen Millimeter über Jubiläumsaktivitäten nachgedacht.» Feierlichkeiten wären sicher möglich, sagt er noch.

Feiern in der ganzen Region

Ein solches Jubiläum könnte natürlich – im Gegensatz zu vor 50 Jahren – auch regional gefeiert werden. «Kultur im Thal», die Arbeitsgruppe des Regionalvereins Region Thal, deren Präsident Markus Egli ebenfalls ist, hat deshalb vor, in den kommenden Tagen Vertreter der besagten Gemeinden zu einem Gedankenaustausch bezüglich 1050-Feiern zu treffen. «Mein Ziel wäre, dass die verschiedenen Aktivitäten über das ganze Jubiläumsjahr hindurch koordiniert werden können. So könnten sich die Einwohner der vier Gemeinden an den jeweiligen Veranstaltungen auch teilnehmen», so Markus Egli.

Quelle Georg Boner, «Laupersdorf I» 1968, Walter-Verlag.