Balsthal

Viel Bauland für 27 Arbeitsplätze: Hier sollen schon 2022 gekühlte Fleischabfälle verarbeitet werden

Auf diesem Grundstück am Blochenmoosweg in Balsthal will die Centravo AG ein Produktions- und Lagergebäude erstellen.

Auf diesem Grundstück am Blochenmoosweg in Balsthal will die Centravo AG ein Produktions- und Lagergebäude erstellen.

Die Centravo AG will im Moos in Balsthal ein neues Produktions- und Lagergebäude erstellen.

Die Centravo AG plant im Industriegebiet von Balsthal, am Blochenmoosweg (vis-à-vis Garage Kamber), den Bau und Betrieb eines neuen Produktionsgebäudes. Hier sollen künftig gekühlte Fleischabfälle, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind – im Fachjargon Tiernebenprodukte genannt –, für die Tierfutterproduktion und Pharmazie verarbeitet und gelagert werden. Nebst Anlagen zur Trennung, Kühlung und Lagerung dieser Waren sind betriebsnotwendige Büro-, Sanitär- und Sozialräume geplant.

27 neue Arbeitsplätze sind vorgesehen

Die Centravo AG hat das Büro BSB + Partner im März 2020 damit beauftragt, für das Vorhaben einen Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften (SBV) und dazugehörigem Raumplanungsbericht sowie den vorliegenden Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) auszuarbeiten. Aus diesen beiden Plänen, die als Vorprüfungsexemplare derzeit dem Balsthaler Gemeinderat vorliegen, geht hervor, dass das Vorhaben gemäss aktuellen Architektenplänen der H Plan AG grob folgende Bauten und Anlagen vorsieht: ein zweigeschossiges Industriegebäude mit Flachdach, mit Verkehrsflächen, oberirdischen Parkplätzen für Personenwagen und Abstellplätzen für Zweiräder, eine aussenstehende Transformatoren-Station und Grünflächen.

Im Aussenareal sind insgesamt vier Andockstellen sowie zwei Einfahrtstore für Lastwagen vorgesehen. Mit dem neuen Verarbeitungszentrum werden für die Centravo-Gruppe in Balsthal voraussichtlich insgesamt 27 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Grundstück umfasst 5782 m2, dies bedeutet eine Fläche von 214 m2 pro Arbeitsplatz. Nach einer möglichen Aufstockung könnte davon ausgegangen werden, dass noch weitere Arbeitsplätze generiert werden könnten, wodurch sich der Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz reduziere, heisst es im Bericht weiter.

Heute wird diese Parzelle landwirtschaftlich genutzt. Gemäss dem Richtplan liegt der Projektperimeter in der Industrie- und reinen Gewerbezone/Arbeitszone und gilt als Entwicklungsgebiet Arbeiten. Die rechtsgültige Ortsplanung von Balsthal aus dem Jahr 2002 wird aktuell revidiert und befand sich bis vor kurzem noch in der öffentlichen Mitwirkung.

Schärfere Richtlinien werden eingehalten

Es sei davon auszugehen, schreiben die Planverfasser, dass die öffentliche Auflage der revidierten Ortsplanung (OP) bis zum Zeitpunkt der Genehmigung des Centravo-Gestaltungsplanes noch nicht rechtskräftig sei. «Daher gelten für den vorliegenden Gestaltungsplan aus heutiger Sicht sowohl die Bestimmungen der (noch) rechtsgültigen OP als auch jene der revidierten OP (das Strengere gilt).»

Im Widerspruch zum räumlichen Leitbild?

Das räumliche Leitbild Balsthal aus dem Jahr 2014, welches als Grundlage für die aktuelle OP-Revision dient, besagt, dass zur Überbauung der Industriezone Moos bestimmte Grundsätze gelten: «Zulässig sind Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriebetriebe. Nicht zulässig sind reine Logistikbetriebe, grössere Einkaufszentren, Fachmärkte, Übernachtungs- und Hotelnutzungen sowie die Wohnnutzung (Ausnahme betriebsnotwendige Wohnungen). Diese Industriezone dient ausschliesslich der Ansiedlung von gewerblichen und industriellen Produktions- oder Dienstleistungsbetrieben mit vorzugsweise publikums- und verkehrsarmen Nutzungen und einer hohen Arbeitsplatzdichte.»

Somit stellt sich die Frage, ob dieses Bauvorhaben den Auflagen des Leitbildes entspricht. Die Planer sind der Meinung, dass dies der Fall sei. Darüber wird der Balsthaler Gemeinderat an seiner morgigen Sitzung beraten. Gilt die Devise «Arbeitsplätze auf alle Fälle» oder wird der Aspekt «keine Logistikbetriebe», also keine Betriebe, die eine grosse Raummenge benötigen, dafür wenig Arbeitsplätze generieren, mehr gewichtet? Auch dass mit der Ansiedlung dieses Betriebes der Lastwagenverkehr zunehmen wird, könnte eine Rolle bei der Entscheidfindung spielen.

Läuft aus Sicht der Bauherrschaft alles gemäss Planung, rechnet sie mit einem Baubeginn im Mai 2021 und einer Inbetriebnahme der neuen Produktionsstätte im Juni 2022.

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