Triathlon
Via Rennen in Las Vegas will der Oensinger nach Australien an die WM

Manuel Hürzeler verpasste am letzten Wochenende in Bahrain die Qualifikation für die WM nur knapp. Die nächste Chance, sich einen Platz an der Weltmeisterschaft zu sichern, kommt im nächsten Mai beim Rennen in Las Vegas.

Raphael Wermelinger
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Manuel Hürzeler läuft strahlend im Ziel in Bahrain ein.

Manuel Hürzeler läuft strahlend im Ziel in Bahrain ein.

zvg

Daniela Ryf räumte am vergangenen Wochenende ganz gross ab. Dank ihres Triumphs am Halb-Ironman in Bahrain knackte sie den Jackpot und wurde zur Millionärin. Von solchen Prämien kann Manuel Hürzeler nur träumen.

Der Oensinger war vor sieben Tagen in Bahrain ebenfalls am Start. Im Gegensatz zu Ryf ging Hürzeler leer aus, er musste aufgrund der Reisekosten und des Startgeldes sogar noch draufzahlen.

Dies stört den 29-Jährigen aber überhaupt nicht: «Niemand setzt wegen des finanziellen Aspekts auf Triathlon, das würde sich nicht lohnen. Triathlon macht man auch nicht einfach nur so, man muss für diesen Sport leben. Dazu zählen die Ernährung, das richtige Material und auch ein gutes Umfeld.»

Damit das Umfeld für Manuel Hürzeler auch in Bahrain stimmte, wurde er auf dem fünftägigen Trip von seinem Vater und einem Kollegen begleitet. Das Dreiergrüppchen erreichte das Königreich Bahrain, das zwischen Saudi-Arabien und Katar liegt, am vergangenen Donnerstagabend.

So blieb am Freitag, dem Tag vor dem Rennen genug Zeit, um die Triathlon-Strecke zu erkunden. Für den Sonntag stand dann Sightseeing auf dem Programm. «Es ist wahnsinnig, wie international Bahrain und wie offen die Leute dort sind», schwärmt Hürzeler.

«Wir hatten ausreichend Zeit, uns diverse Sachen anzuschauen, zum Beispiel die grosse Moschee. Eindrücke wie diese zählen für mich viel mehr als jedes Preisgeld.»

(Zu) viel Rückenwind

Auch in sportlicher Hinsicht lohnte sich für Hürzeler die Reise nach Bahrain. Das Rennen konnte allerdings nicht wie geplant durchgeführt werden. Wegen zu starker Winde strichen die Verantwortlichen das Schwimmen im offenen Meer, und der Wettkampf wurde dadurch zum Duathlon.

Sein Abschneiden habe dies aber nicht beeinflusst, meint Hürzeler. «Beim Start gings deshalb direkt aufs Rad», schildert er den geänderten Ablauf. «Wir hatten während zirka 80 Prozent des Rennens Rückenwind.

Daher konnten wir mit einem horrenden Schnitt fahren – zwischen 40 und 50 Stundenkilometer.» Ein Highlight waren dann auch die letzten fünf Kilometer auf der Formel-1-Strecke: «Wann kann man mit dem Velo schon mal auf einer Formel-1-Strecke fahren?», lacht Hürzeler rückblickend, «das war schon sehr speziell.»

Weniger erfreulich war der platte Reifen, der ihn nach knapp 50 Kilometern kurz ausbremste. «Jetzt kommts nicht mehr drauf an», sei ihm zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf gegangen.

Mit elf Minuten Rückstand auf den Fünftplatzierten in seiner Kategorie machte sich Hürzeler auf die Laufstrecke. «Obwohl ich erst kürzlich das Lauftraining wieder aufgenommen habe, lief es mir sehr gut. Ich konnte sieben Minuten gutmachen.»

Schon sehr nahe dran

Trotzdem verpasste er den fünften Platz am Ende um vier Minuten. Dieser hätte die direkte Qualifikation für die Halb-Ironman-WM im nächsten Jahr in Australien bedeutet.

Dass es in Bahrain nicht geklappt hat, ist indes kein Beinbruch für Hürzeler: «Ich bin völlig überrascht, wie nahe dran ich schon war. Dass es nur wegen eines Rangs nicht gereicht hat, ist zwar schade, aber ich bin definitiv auf dem richtigen Weg.

Das motiviert mich noch mehr.» Die nächste Chance, sich einen Platz an der Weltmeisterschaft zu sichern, kommt im nächsten Mai beim Rennen in Las Vegas. «Dort will ich mir den Platz holen, den ich in Bahrain noch verpasst habe.»

Hürzeler weiss, dass er noch zulegen und seine Bestzeiten verbessern kann. Trotz seiner 29 Jahre. «Das beste Alter für Ausdauersportler ist zwischen 30 und 35», lacht er. Ein Jahr jünger als er ist übrigens Daniela Ryf.

Der Triathlon-Überfliegerin begegnete Hürzeler in Bahrain nur ganz kurz: «Ich sah sie vor dem Start rasch, und später ist sie mir auf der Laufstrecke entgegengekommen. Sie hat sehr fit ausgesehen.»

Und wie beurteilt der Oensinger die Leistungen, welche die Spitzenathletin aus Feldbrunnen in diesem Jahr abgeliefert hat? «Daniela Ryf lebt ganz klar für den Triathlon. Wer in diesem Sport am härtesten arbeitet, der erreicht auch am meisten.»