Familie Hug aus Oensingen steht bald ein schwerer Abschied bevor: Sohn Felipe (14) muss am 10. Januar 2014 die Schweiz verlassen. Er wird in sein Geburtsland Brasilien ausgewiesen, wie «Blick» berichtete.

Bis zu seinem zwölften Lebenjsahr lebte Felipe dort bei seinem Vater, nachdem sich seine Eltern getrennt und Mutter Simone in der Schweiz erneut geheiratet hatte. Doch 2012 drohte der Vater plötzlich damit, den Jungen auf die Strasse zu setzen. Simone holt ihren Sohn umgehend zu sich in die Schweiz und stellt einen Monat später einen Antrag auf Familiennachzug. Gemäss Ausländergesetz erfolgte der Antrag jedoch drei Monate zu spät, weshalb Felipe nun zurück zu seinem Vater reisen soll.

Der 14-Jährige möchte dort aber nicht leben. «Lieber gehe ich in ein Heim», zitiert ihn «Blick». Felipe ist ein guter Schüler, träumt von einer Lehre als Polymechaniker. «Aber wer nimmt mich ohne Bewilligung?», sagt er.

Die Familie ist verzweifelt. Für Mutter Simone ist klar: Wird Felipe tatsächlich ausgewiesen, wird sie ihn zusammen mit ihrem jüngeren Sohn Kevin nach Brasilien begleiten. Ihr Mann Thomas Hug müsste allein zurückbleiben. «Dieses Urteil ist das Ende für unsere Familie», sagt Hug. Felipe sei für ihn wie ein Sohn.

Hugs hatten lange gegen den Entscheid gekämpft. Aus Verzweiflung wandte sich Thomas Hug mit einem Brief an Simonetta Sommaruga. Doch auch sie kann der Familie nicht helfen. Noch hofft die Familie aber weiter: Von einem Anwalt hätten sie Tipps für den Weiterzug an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erhalten, erzählt Hug. Auch die Rechtsabteilung einer Kinderstiftung wolle sich nun um den Fall kümmern. (ckk)