Vor zwei Wochen musste sich der Balsthaler Peter M.* vor dem Amtsgericht Thal-Gäu einfinden, weil er den Geschädigten Lukas P.* mit einer Schrotflinte verletzt hatte.

Bereits während der Verhandlung wurde klar, dass es sich dabei aber nicht um eine Schusswunde, sondern um eine Verletzung aufgrund einer stumpfen Einwirkung handelte. Dies bestätigt sich denn nun auch im Urteil Amtsgerichts: «Es handelt sich nicht um eine Gefährdung des Lebens», sagt Amtsgerichtspräsident Guido Walser.

Der Beschuldigte habe zwar mit der Waffe auf Lukas P. eingeschlagen, dass sich dabei aber ein Schuss löste, sei nicht in dessen Absicht gewesen, zumal die Flinte während des Schlags gesichert war.

Positives Bild mindert Urteil

Walser stellt bei Peter M. zwar eine kriminelle Energie fest, hebt aber auch die positive Täterkomponente des zweifachen Familienvaters hervor: Er habe keine einfache Lebensgeschichte hinter sich, sei nicht vorbestraft, bemühe sich um ein gutes Familienleben und habe sogar eine neue Arbeitsstelle gefunden.

Peter M. wird deshalb zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Während dieser drei Jahre wird ihm ausserdem ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, der vor allem sein Suchtverhalten kontrollieren soll. Und selbst wenn ein hohes Rückfallrisiko bestehe, ordnet das Gericht keine stationäre Massnahme an, obwohl diese so von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde.

Zudem hat Peter M. dem Geschädigten Schadenersatz in der Höhe von 950 Franken, eine Genugtuung von 2000 Franken sowie dessen Parteientschädigung und Versicherungskosten im Zusammenhang mit Arztrechnungen zu bezahlen. Zwei Drittel der Verfahrenskosten von insgesamt 34 000 Franken müssen ebenfalls von Peter M. beglichen werden.

In den weiteren Anklagepunkten Vergehen gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung sowie Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde Peter M. ebenfalls schuldig gesprochen. Im Betreiben einer Indoor-Hanfanlage sei der Balsthaler eher Mittäter als nur Gehilfe gewesen, entscheidet das Gericht.

Einen Freispruch erhielt er jedoch im Anklagepunkt versuchte schwere Körperverletzung gegen seinen Cousin. «Die Aussagen sowie die Beweislage war einfach zu vage», begründet Walser dieses Urteil.

* Namen von der Redaktion geändert