Zuerst ein Rückblick: 2004 diskutierte die Ammänner-Konferenz, die sich zwar regelmässig traf, aber keine verbindlichen Beschlüsse fasste, die damals für das Gäu brennendsten Themen und verabschiedete unter Beizug von externen Fachleuten das Schwerpunktprogramm Gäu. Dieses enthielt Leitsätze und Entwicklungsziele, wie etwa die Koordination der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, die Bündelung der gemeinsamen Wirtschaftsinteressen usw. Aus diesen übergeordneten Zielsetzungen wurden 14 konkrete Massnahmen entwickelt. Dazu gehörte die Gründung des Vereins Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu (Verein GPG), dem als zehnte Gemeinde auch Hägendorf angehört. 

Rückblickend kann festgestellt werden, dass die vor mehr als 10 Jahren erkannten Probleme die Gemeinden grösstenteils auch heute noch beschäftigen. Der Schritt, die Zusammenarbeit und Koordination im Gäu zu verstärken und die Gemeindepräsidenten organisatorisch zu unterstützen und auch nach aussen als Einheit aufzutreten, war bedeutungsvoll. Heute finden jährlich fünf bis sechs Vorstandssitzungen des Vereins GPG statt.

GPG konnte etwas bewegen

Seit 2004 ist die Gäuer Bevölkerung um über 16 Prozent auf 26 574 Einwohner (Stand 31. 12. 2014) angewachsen. In der gleichen Zeit haben sich neue Betriebe im verkehrsgünstigen Gäu angesiedelt oder wurden ausgebaut. Diese Entwicklung ist für die Gemeinden spürbar am Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur (Schulräume, Erschliessungsanlagen usw.). Sie zeigt sich aber auch an der zunehmenden Verkehrsbelastung.

Gerade dem Thema Verkehr widmete sich der Verein GPG mit einem Forderungskatalog, der den kantonalen Behörden 2008 unterbreitet worden ist. Immerhin ist dank dieser Forderungen Bewegung entstanden, sei es mit der Planung des Ausbaues der A1 auf sechs Spuren oder mit der Überprüfung neuer Aareübergänge im Raum Fulenbach/Murgenthal-Aarburg/Rothrist. Andere Ansätze, die zur Verkehrsberuhigung beitragen könnten, bedürfen grösserer Geduld. So liegen für den Ausbau der Autobahn-Anschlüsse in Oensingen und Egerkingen noch keine abschliessenden Projekte vor und auch ein Leitsystem für den Schwerverkehr liegt noch in der Schwebe.

Dörfer sollen entlastet werden

Im Rahmen der Revision des kantonalen Richtplanes zeichnen sich zumindest Lösungsansätze ab. Auch der GPG-Vorstand arbeitet darauf hin, dass in möglichst absehbarer Zeit beschlussreife Projekte vorliegen werden. Entlastungen der Dörfer sind dringend nötig, etwa die Umfahrungen von Oensingen und Hägendorf/Rickenbach. Eine Vision für den unteren Kantonsteil, eine durchgehende Verkehrsentlastung der Region zwischen Schönenwerd und Oensingen, soll aufs politische Parkett gehoben werden.

Die gesteckten Ziele wurden im Bereich Verkehrsberuhigung nur ansatzweise erreicht. Immerhin sind von den übergeordneten Stellen Planungen aufgenommen worden und diese zeigen in die richtige Richtung. Weitere Schritte werden noch folgen müssen.

Obwohl nicht von einer eigentlichen Alterspolitik gesprochen werden kann, ist es in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Alters- und Pflegeheim Gäu (GAG) gelungen, für Altersheimplätze ein Angebot an den Standorten Egerkingen, Oensingen und Niederbuchsiten zu etablieren. Die Koordination in der stationären und ambulanten Pflege soll gefestigt werden. Konzepte über das «Gemeinsam älter Werden», wie es die Gemeinde Fulenbach gegenwärtig postuliert, könnte auch gemeindeübergreifend in Betracht gezogen werden.