Das Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn macht darauf aufmerksam, dass es in Oensingen bei der Äusseren Klus ab dem 15. September wegen Felsräumungs- und Sicherungsarbeiten zu Verkehrseinschränkungen kommen wird. Während rund fünf Wochen wird die Strasse ganz gesperrt sein oder der Verkehr wird einspurig über den Radstreifen geführt. Die Durchfahrt für den Radverkehr ist gewährleistet, für Fussgänger wird ein Shuttledienst eingeführt.

«Bei Kontrollgängen wurde festgestellt, dass die bestehenden Sicherungsnetze teilweise bis oben hin mit Material gefüllt sind», sagt Bauleiter und Geologe Richard Waite. «Zudem könnten einige dieser Bauten bis zu 40 Jahre alt sein. Bei diesen hatte ich Bedenken, dass sie noch viel aushalten würden.»

Ein grösserer Steinschlag könnte laut Waite zu einem Versagen führen, was wiederum einen Steinschlag zur Folge hätte. Dass sich die Netze mit Material füllen, sei zwar deren Sinn, jedoch bestätigen kleinere Steine, die teilweise auf der Strasse lägen, dass die Schutzwände an ihre Kapazitätsgrenze gestossen sind. Weil sich die Auflagen und Vorschriften für solche Wände seit der Installation verändert haben, müssen sie gereinigt und in einem nächsten Schritt auch ersetzt werden.

Strassenverkehr gewährleistet

In einem ersten Block von Mittwoch, 12. September, bis Samstag, 15. September, wird der Abrollschutz auf dem unteren Teil des Felsens installiert. Dieser befindet sich auf rund 30 Metern Höhe. Bereits jetzt werden die ersten Sicherheitsmassnahmen getroffen und die entsprechenden Schutznetze sowie das Spezialfahrzeug aufgebaut.

Es handelt sich dabei um einen Kran der Firma Gasser Felstechnik AG aus der Innerschweiz. «Sie sind die Profis, wenn es um solche Felsreinigungsarbeiten geht», weiss Daniel Zimmermann vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau. Bei dem Kranlastwagen handelt es sich um eine Art Hebebühne, die eine Reichweite von rund 50 Metern hat und somit das grösste Fahrzeug seiner Art in der gesamten Schweiz ist. Mithilfe dieses Krans kann schweres Gestein vom Boden aus entfernt und der moderne Zaun installiert werden. Es handelt sich dabei um eine Steinschlagschutzverbauung, die verhindert, dass Geröll auf die Strasse fällt.

Damit das Fahrzeug auf beiden Fahrspuren aufgestellt und abgestützt werden kann, findet diese erste Etappe in der Nacht statt. «Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit des Strassenverkehrs», so Waite. «Für die Klus gibt es keine Umfahrungsmöglichkeit, deshalb muss die Strasse so gut wie möglich befahrbar sein.» Die Felsarbeiten seien zudem kein ungefährliches Unternehmen. «Es kann immer etwas Felsmaterial nach unten fallen», so Zimmermann.

Das Risiko sei zwar minimal, dennoch werde die Strasse mit einer Schutzwand versehen. Werden die Arbeiten in der Nacht durchgeführt, sei folglich sowohl die Sicherheit der Arbeiter als auch diejenige der Verkehrsteilnehmer gewährleistet. Weil sich nebst dem normalen Strassenverkehr auch der Bahnverkehr in der Nähe befindet, seien zusätzliche Sicherheitsmassnahmen notwendig. Die Bahnanlage muss gesichert und geerdet werden.

Helikopter transportiert Material

In den Folgewochen vom 17. September bis 13. Oktober erfolgt die zweite Etappe weiter oben am Hang. «Mit dieser werden wir erst beginnen, wenn die Sicherung unterhalb des Einschnitts im Felsen erfolgt ist», sagt der Geologe. Dort wird die Palisade mit klassischen Ringnetzen gesichert, die bis zu vier Meter tief im Boden verankert werden.

«Das schwere Material kann nicht von Hand geräumt werden», so Zimmermann. «Hinzu kommt, dass die Arbeiten relativ hoch oben ausgeführt werden müssen und das Gelände schwer zugänglich ist.» Die besagten oberen Schutzwände befinden sich auf rund 50 Metern Höhe.

Weil sich die Stelle, die geräumt und neu bespannt werden muss, in einem Einschnitt im Profil des Felsens befindet, werden die Arbeiten während den Folgewochen für Schaulustige oder Vorbeifahrende kaum sichtbar sein. «Die spektakulären Arbeiten gibt es aber sowieso erst in ein paar Wochen», meint Zimmermann. Und diese seien auch erkennbar. Dann werden nämlich Helikopter-Flüge anstehen, die das schwere Material transportieren.

Etwa drei bis vier Leute der Firma Gasser werden diese Räumungs- und Sicherungsarbeiten ausführen. Zusätzlich ist die Verkehrssicherung involviert, die während diesen Wochen den Verkehr regelt und für die Sicherheit auf der Strasse sorgt.