Die Oltner Malerin zeigt vom 4. bis 20. Dezember 2015 einen Querschnitt durch ihr künstlerisches Schaffen, wofür sie im November 2015 vom Kanton Solothurn den Preis für Malerei erhielt.

Ihre Laufbahn begann in Olten, wo sie aufgewachsen ist und heute noch ihr Atelier besitzt, wohnen tut sie in Sulz.

Verliebt in Florenz

Nach der Ausbildung zur Lehrerin und Zeichnungslehrerin in Solothurn und Basel ging sie an die Kunstakademie in Florenz, und dort stieg sie mit jugendlicher Leidenschaftlichkeit in die Renaissance-Malerei ein, verliebte sich in diese Kunststadt, entdeckte die Wandmalereien und begann sich für Mineralien als Farbgrundlage zu interessieren.

Sie entwickelte einen Binder, und so begann das Spiel mit den Pulverfarben, die heute ihre Malerei prägen. Ihre Temperafarben sind von warm leuchtender Intensität. Auch nach Jahren besitzen ihre Bilder immer noch die gleiche Ausstrahlung.

Sie geht in einer höchst persönlichen Art dem Surrealismus auf die Spur, verändert Gewohntes, spielt mit überraschenden Kombinationen und schafft bildnerische Aussagen, die gefangen nehmen.

Das Thema der Vergänglichkeit steht in dieser Ausstellung im Mittelpunkt. Uhren erzählen von der Zeit, die fliesst und wegnimmt, was im Augenblick besteht, und uns zwingt, weiter zu gehen, ob wir wollen oder nicht.

Vreny Brand-Peier hat einzelne Objekte aus Gips geschaffen, skurrile Gebilde. Man könnte in Versuchung kommen, sie mit einem harmlosen Pflanzentopf zu vergleichen, ganz in Weiss, doch die runden Blätter sind Zifferblätter ohne Zeiger, ohne Gesicht.

Auch das kleinere Objekt mit dem gedeckten Tisch erzählt von der «Mahlzeit auf Zeit». Eindrucksvoll ist das grosse Schiff aus Gips, daraus ein segelähnliches Gebilde wächst mit fliegenden Elementen. Auf dem Schiff entdeckt man Schuhe, Zeichen, dass der Mensch in Bewegung ist, fortgeht, sich irgendwo verliert.

Die Zeit gibt den Ton an

Ihre malerischen Bilder sind im Raum verteilt, sie setzen Akzente. Eigenwillige Motive wie Kleider, Bücher, Pflanzenfragmente, gesichtslose Medaillons, Steinböden, Farbstifte, die aus dem Halse wachsen an der Stelle eines Kopfes, tanzende Flugelemente, die sich um einen Gegenstand schlingen, sind zu orten.

Dinge, die man aus dem Alltag kennt. Und immer wieder entdeckt man die gesichtslosen Zifferblätter, die den Ton angeben. Ob man vor einer fantastischen Zeichnung steht oder vor einem der gemalten Bilder, immer wird man mit dem Augenblick des Lebens, mit dem Kommen und Gehen konfrontiert. Die Zeit gibt den Ton an, die Melodie, die es zu spielen gilt, sie nimmt einen mit oder verdammt einen zum Warten.

Einmalig ist, wie die Malerin diese Motive umsetzt, miteinander kombiniert und variiert. Ob sie auf Holz, Leinwand oder Papier malt und zeichnet, bald gross oder in kleineren Bildern, immer taucht man in eigenwillige Räume voller Zeichen ein, die in zarter und auch kraftvoller Poesie von der Vergänglichkeit unseres Lebens erzählen.

Öffnungszeiten: Freitag 19 bis 21 Uhr; Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr.