Balsthal

Verein soll Kulturkommission ablösen

In Balsthal soll das vielfältige kulturelle Angebot sichergestellt werden.

In Balsthal soll das vielfältige kulturelle Angebot sichergestellt werden.

Ein Verein oder eine Interessengemeinschaft soll nach der Auflösung der Fachkommission Kultur ab Oktober dieses Jahres für die Kultur in Balsthal zuständig sein.

An der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember 2016 wurde neben dem Budget auch die Auflösung der Fachkommissionen Kultur beschlossen. Was dies konkret bedeutet, wurde nur ansatzweise erklärt.

Als Ersatz sei eine Art Leistungsvereinbarung mit einer anderen Kulturinstitution oder einer Gruppierung von Kulturinteressierten anzustreben, wurde dazu in der Botschaft des Gemeinderates erwähnt.

Arbeitsgruppe initiierte Auflösung

Initiiert wurde die Auflösung der Fachkommission übrigens durch eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe. Diese hätte sich im Rahmen der Teilrevision der Gemeindeordnung eigentlich vor allem mit der möglichen Erhöhung des Pensums für das Gemeindepräsidium beschäftigen sollen. Die Arbeitsgruppe beschloss aber nicht nur die Beibehaltung des 50-Prozent-Pensums für das Gemeindepräsidium (wir berichteten), sondern auch die Auflösung der Fachkommission Kultur.

Die Idee sei spontan eingebracht und von der Arbeitsgruppe als gut befunden worden, erklärt Arbeitsgruppenmitglied und Gemeinderat Fabian Müller auf Anfrage. Es könne von Vorteil sein, wenn eine nicht der Gemeinde unterstellte Organisation sich mit dem kulturellen Leben im Dorf befasse und dafür die Verantwortung übernehme. Müller denkt dabei auch an die Suche von Sponsoren. Ein von der Gemeinde unabhängiges Gremium könne überall anklopfen und müsse nicht auf allfällige Verflechtungen oder Verpflichtungen Rücksicht nehmen.

Mittel für Kultur fliessen weiter

Gemeindepräsident Roland Stampfli teilt diese Meinung. Als Nachfolgeorganisation für die Fachkommission Kultur könnte er sich einen Kulturverein vorstellen. In anderen Kantonen gebe es Modelle, die funktionieren würden. Der angestrebte Systemwechsel dürfe nicht als geringere Wertschätzung für die im Dorf gut verankerte und gelebte Kultur verstanden werden, betont Stampfli.

Um das vielfältige kulturelle Angebot sicherzustellen, will der Gemeinderat mit der noch zu gründenden Institution einen Leistungsvertrag aushandeln. Im Vordergrund stehe darum auch nicht die Einsparung von Kosten, versichert der Gemeindepräsident. Für die Kultur sollen auch künftig jährlich rund 40 000 Franken ins Budget aufgenommen werden.

Noch keine Gespräche geführt

Die ersten Schritte für der Umsetzung dieser Pläne sollen noch diesen Monat erfolgen, wie Gemeinderat René Zihler, Ressortleiter Kultur, Sport und Freizeit, erklärt. Um eine gute Lösung zu finden, sei es wichtig, Leute aus der örtlichen Kulturszene für das Projekt und den Einsitz im Kulturverein zu gewinnen.

Bislang seien aber noch keine konkreten Gespräche geführt worden. Offen ist ferner, ob künftig eine Interessengemeinschaft oder ein Verein für die Kultur in Balsthal zuständig sein soll. Dieser Entscheid hänge vom Verlauf der Gespräche ab. Als Beispiel für eine mögliche Umsetzung erwähnt Zihler den Kulturverein im bernischen Muri Gümligen. Allerdings könnten nur Teile dieses Modells auf Balsthal übertragen werden.

Etwas genauere Vorstellungen hat Zihler bezüglich der Zusammensetzung und der Grösse des neuen Kulturvereins. Sechs bis acht Personen wären auch seiner Sicht eine Grösse, um erfolgreich starten zu können. «Noch besser wären natürlich noch mehr Leute.» Im Kulturverein sollte auch der im Gemeinderat für das Ressort Kultur zuständige Gemeinderat Einsitz haben, findet Zihler.

Bei einer allfälligen Wiederwahl bei den Gemeinderatswahlen werde er dieses Mandat gerne wahrnehmen. Für Kontinuität im Kulturverein werden gemäss Zihler auch drei bisherige Mitglieder der Fachkommission Kultur sorgen. Sie hätten zugesagt, in diesem Gremium mitzuarbeiten.

Nahtloser Übergang als Ziel

Zihler hofft, dass der neue Kulturverein bis im Spätherbst die Aufgaben der Fachkommission übernehmen kann. «Ideal wäre ein nahtloser Übergang, wenn Judith Hafner als Kulturkommissionspräsidentin aufhört.» Hafner bestätigt auf Anfrage, dass sie noch bis Oktober im Amt bleiben werde. Ihr Rücktritt habe nichts mit der Auflösung der Kulturkommission zu tun. «Ich hätte nach mittlerweile 16 Amtsjahren so oder so aufgehört», versichert Judith Hafner.

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