Auswilderung

Verein bittet um Chance für das Projekt Wisent im Thal

Wisente im Wald – hier in Rothaarsteig (D).

Wisente im Wald – hier in Rothaarsteig (D).

Regierungsrätin Brigit Wyss wurde vom Verein Wisent Thal über die Details der geplanten Auswilderung von Wisenten im Thal informiert.

Das vom Verein Wisent Thal lancierte Projekt für die Aussiedlung von Wisenten im hinteren Thal stösst bei den Thaler Jägern und Landwirten auf erbitterten Widerstand. Letztere befürchten, dass die bis zu einer Tonne schweren Tiere im für sie vorgesehenen Waldgebiet in den Jurahöhen nicht genügend Futter finden und sich deshalb an ihren landwirtschaftlichen Kulturen gütlich tun.

Unterstützt werden die Landwirte dabei vom Solothurner Bauerverband (SOBV), der sich in Namen der Thaler Bauern beim Regierungsrat gegen die geplante Aussiedlung der Tiere im Thal aussprach. Ebenfalls schriftlich beim Regierungsrat deponierte die Vereinigung Thaler Jagdgesellschaften (VTJ) ihre ablehnende Haltung zum Projekt. Für solch grosse Tiere gebe es im Thal keinen Platz.

Der Kanton sah bisher noch keine Veranlassungen, bereits jetzt auf den umfangreichen Fragekatalog des Bauernverbandes und der Vereinigung Thaler Jagdgesellschaften einzutreten. Dies werde erst geschehen, wenn mehr Details zum Projekt auf dem Tisch lägen, liess der Kanton dazu verlauten.

Diese liefert nun der Verein Wisent Thal in einem am 29. August an die neue Regierungsrätin Brigit Wyss verschickten Schreiben. Darin informiert der Verein die Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements ausführlich über das Wisent-Projekt im Thal sowie über den breiten Widerstand, welcher damit ausgelöst wurde. Die Intianten des Projekts versichern, sich weiter darum zu bemühen, die mehrheitlich durchaus vorhandenen Antworten den Bedenkenträgern zukommen zu lassen.

Weil die Regierung vom SOBV und der VTJ um Antwort gebeten wurde, lässt der Verein die Antworten auch gleich der Regierungsrätin zukommen. Im Sinne der Transparenz ging das Schreiben auch an die Fragesteller, wie im von Wisent-Ranger Benjamin Brunner und vom wissenschaftlichen Begleiter Darius Weber unterzeichneten Brief nachzulesen ist. Die Regierungsrätin wird darum gebeten, dem Projekt eine Chance einzuräumen, zumal der Versuch mit sehr geringen Risiken verbunden sei und jederzeit abgebrochen werden könne. Ohne den Versuch könne nicht geklärt werden, ob ein Nebeneinander von Wisent und Mensch im Thal möglich sei.

Da bisher kein Gesuch vorliege, könne sich der Regierungsrat dazu nicht äussern, liess Regierungsrätin Brigit Wyss dazu ausrichten. Zurzeit sei ferner eine Interpellation zum Wisent hängig, die voraussichtlich vom Regierungsrat im Oktober beantwortet werde. Im Rahmen der Beantwortung dieses politischen Vorstosses werde die Haltung des Regierungsrates allenfalls ersichtlich.

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