Drei Jugendliche haben beim Schulhaus Oberdorf in Oensingen ein richterliches Verbot missachtet, indem sie Fussball spielten auf einem geschlossenen, umzäunten Feld. Die Jungen sind deshalb mit einem Arealverbot bestraft worden.

Thomas Jurt, Vater des einen Jungen, rebelliert dagegen. Er hat den Brief von der Gemeinde mit der Verbotseröffnung via Facebook verbreitet - mit entsprechenden Folgen, mit denen er so nicht gerechnet habe, wie er sagt. «Ich wollte mal einen Ballon steigen lassen, habe aber eine Lawine losgetreten.» Seit anderthalb Tagen sei bei ihm «der Teufel los», er komme kaum mehr richtig zum Arbeiten, die Medien seien hinter ihm her.

Jurt betont ausdrücklich: «Nicht ich bin auf die Medien zugegangen, sondern sie kamen zu mir.» Und diese würden eben nicht alles richtig wiedergeben. Der Zaun sei zum Beispiel nicht wie behauptet volle drei Meter hoch. An einigen Stellen seien es nur ein Meter achtzig.

«Kommt nicht ungeschoren davon»

«Dass die Jungen ein Verbot übertreten haben, ist keine Frage», erklärt Jurt, «mein Sohn wird sicher nicht ungeschoren davonkommen.» Was ihn so wütend mache, sei die Art, wie das Verbot ausgesprochen worden ist, das er zudem auch noch für völlig unverhältnismässig hält.

«Wenn doch, wie behauptet wird, dieselben Jungen schon mehrfach vom Areal weggeschickt worden sind, warum hat man dann nicht zuerst eine klare, schriftliche Warnung den Jungen und den Eltern zukommen lassen?» Dann hätten die Eltern bestimmt reagiert und die Jungen zurechtgewiesen.

Gilt das Verbot lebenslänglich?

Sehr stossend findet Jurt einzelne Formulierungen im Brief. Zum Beispiel, dass sich die drei Jugendlichen «grundsätzlich nicht mehr auf dem Gelände des Schulhauses Oberdorf und dem Turn- und Spielplatz aufhalten dürfen.» Einer der drei Jungen gehe aber dort zur Schule. «Soll der nun die Schule schwänzen und zuhause bleiben?», fragt Jurt. «Und wie ist es für jene, die mit der Jugi in der Oberdorfturnhalle trainieren?» Dass keine zeitliche Beschränkung des Verbots erwähnt ist, legt Jurt so aus, dass dieses lebenslänglich gilt.

«Bin halt ein Unbequemer»

«Total daneben» findet Jurt den Satz im Brief: «Im Sinne einer Verwarnung und der möglichen erzieherischen Wirkung dieses Schreibens bitten wir Sie, mit Ihrem Sohn diese Angelegenheit zu besprechen.» Viel besser wäre es, sagt Jurt, «wenn man auch mit mir sprechen würde. Aber, das will man nicht, oder besser gesagt nicht mehr, weil ich halt ein Unbequemer bin.»

Unangenehme Fragen zu stellen, sei in Oensingen unerwünscht, das habe er in Gemeinderatssitzungen und Gemeindeversammlungen in seiner Funktion als Präsident der Geschäftsprüfungskommission, die er noch bis Ende Juli präsidiert, zu spüren bekommen. Hinzu komme, dass er und der Gemeindepräsident Markus Flury «das Heu nicht auf derselben Bühne haben.»

Er habe wohl «einen zünftigen Wirbel ausgelöst», sagt Jurt. Das sei eigentlich nicht Absicht gewesen. «Aber wenn es dazu dient, dass die viel zu stark eingeschränkten Öffnungszeiten beim Spielplatz hinterfragt werden, ist es mir das wert.»