Es geht um den 15-jährigen A. und den 13-jährigen K., Söhne von Combey Gbadjavi. Sie hätten nur Probleme gemacht, die Hausaufgaben nicht erledigt, dafür seien sie immer wieder in Schlägereien verwickelt gewesen, klagt der Vater gegenüber dem «Blick» und Telebärn.

Der heute 46-jährige Gbadjavi war 2006 aus politischen Gründen aus Togo geflüchtet und kam als Asylbewerber in die Schweiz. Als seine Frau aus dem Leben geschieden war, konnte er vor zwei Jahren auch seine vier Kinder zu sich holen und sie wohnten in Welschenrohr.

Während sich der Vater lobend über seine 26-jährige Tochter äussert, macht er sich zusehends mehr Sorgen über A. und K. Aber nicht nur der Vater sorgt sich, sondern auch der älteste Sohn. Der soll eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Thal-Gäu geschickt haben, wonach der Vater die beiden Jüngsten schlage.

Es sollte eine Lektion sein

Combey Gbadjavi ist das alles zu viel geworden: Er fliegt Anfang dieses Jahres mit den Jungs nach Benin und bringt sie bei Verwandten unter. Dies, nachdem eine Sitzung mit dem Dorf einberufen und besprochen worden war, wie es mit A. und K. weitergehen soll.

Anschliessend kehrt der Vater allein in die Schweiz zurück. Er habe, so begründet er sein Vorgehen, den beiden eine Lektion erteilen wollen, sie sollten den Unterschied merken und einsehen: Wer in der Schweiz etwas erreichen will, müsse lernen und sich in die Gemeinschaft einfügen. Aber so wie sich die zwei aufführten, hätten sie keine Chancen, einen Beruf zu erlernen. Die Gefahr, kriminell zu werden, sei gross.

Tatsächlich hat es in der Schule Schwierigkeiten gegeben, das bestätigt die Welschenrohrer Schulleiterin Katharina von Burg. «Bei der Integration ist immer damit zu rechnen, dass es nicht planmässig läuft.» Mehr gebe es zu diesem Fall nicht zu sagen.

Die nach Afrika zurückversetzten Jugendlichen liessen sich die Lektion ihres Vaters nicht gefallen. Sie meldeten sich bei der Schweizer Botschaft und gaben an, ihr Vater habe sie in Benin ausgesetzt.

Bund lässt zurückholen

Schliesslich schreitet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein und lässt die beiden Jungen wieder zurückholen mit der Begründung, Gbadjavis Aktion verstosse gegen Achtung der Rechte und das Wohl der Kinder. Jetzt sind die Jugendlichen in einem Heim platziert worden, die Kosten muss die Gemeinde Welschenrohr tragen.