Das Landgericht Düsseldorf hatte den 35-Jährigen Werner C. zu fünf Jahren Haft und einer unbefristeten Einweisung in eine Psychiatrie verurteilt. Die Staatsanwaltschaft akzeptiert dieses Urteil nicht, wie «TeleM1» berichtet. Die nächst höhere Instanz muss den Fall beurteilen.

Der damals 12-jährige Knabe wurde im Juni 2016 vom Deutschen im Computer-Spiel Minecraft angelockt. C. holte ihn zu sich nach Düsseldorf und missbrauchte ihn sexuell. Erst acht Tage später konnte die Polizei den Jungen aus der Dachwohnung befreien. 

Verteidiger Wolfgang Steffen ist froh, dass das Urteil gegen den Peiniger weitergezogen wird. «Diese Taten, die hier an einem Kind vorgenommen worden sind, sind so schwerwiegend, dass also diese Strafe nach meiner Auffassung nicht ausreicht», wie er gegenüber dem Regionalsender ausführt. Er hätte sich eine Freiheitsstrafe um die 8 Jahre vorgestellt.

Wie der Aarauer Rechtsanwalt Kenad Melunovic die Lage einschätzt, sei es das Ziel der Staatsanwaltschaft, «eine möglichst lange Freiheitsstrafe» auszusprechen. Damit soll klar sein, dass der Täter nach der Behandlung in der geschlossenen Psychiatrie nicht gleich frei kommt. Laut einem Gutachter ist Werner C. stark Rückfall gefährdet.

Wann das Gericht über eine höhere Strafe entscheidet ist noch nicht klar. Laut der Staatsanwaltschaft soll C. aber erst nach einem rechtskräftigen Urteil in die Psychiatrie gebracht werden. (ldu)

(8.3.2017)