Laupersdorf
Unterwegs in der Natur: Kindergarten und Primarschule lernen die Natur kennen

Kindergarten und Primarschule aus Laupersdorf waren einen Tag unterwegs in der Natur. Das Ziel der Exkurison war, Pflanzen und Tiere spielend kennenzulernen.

Rudolf Schnyder
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Die Kinder untersuchen Lebewesen aus dem Dorfbach.

Die Kinder untersuchen Lebewesen aus dem Dorfbach.

Rudolf Schnyder

Bevor das Projekt «Natur im Siedlungsraum» Ende Oktober startet, durften die Laupersdorfer Schülerinnen und Schüler in die Natur: Kindergarten und Primarschule nahmen an einer Exkursion teil, die ein Team aus Lehrpersonen gemeinsam mit dem Naturpark Thal und dem Naturschutz- und Verschönerungsverein Laupersdorf (NVL) vorbereitete.

Im «Möösliweiher» im Hohl betreute Alt-Gemeindepräsident Thomas Schwaller einen Exkursions-Standort. Bei ihm konnten die Schülerinnen und Schüler als kleine Naturforscher wirken. «Versucht, Lebewesen aus dem Oberlauf des Dorfbaches zu fangen», wies er die Drittklässler an, nachdem er Gläser und Netze verteilt hatte. «Manchmal sind die Tiere auch unter den Steinen zu finden, diese müsst ihr anheben», gab Thomas Schwaller den Kindern einen Tipp mit auf den Weg. Bald schon kehrten die Kinder mit vielen Lebewesen zurück, die in Gläsern mit Dorfbach-Wasser schwammen. Darunter befanden sich viele Bachflohkrebse, die Lieblingsspeise der Bachforellen. Aber auch viele Bachläufer. «Schaut her, das ist eine Köcherfliege.» Thomas Schwaller kratzte eine Verhärtung von einem Stein und zeigte den Drittklässlern, wie eine Köcherfliege ausschlüpft.

Das Projekt Natur im Siedlungsraum

Unbebaute Flächen in den Thaler Dörfern ökologisch aufwerten: Dies will das Projekt Natur im Siedlungsraum. Ziel ist es, die Biodiversität zu fördern und das Ortsbild aufzuwerten. Eine naturnahe Umgebung hat zudem einen positiven Einfluss auf die Lebens- und Wohnqualität. In der Gemeinde Laupersdorf startet im Oktober 2019 ein erstes Pilotprojekt. Ab 2020 soll das Projekt im ganzen Bezirk Thal durchgeführt werden. Das Projekt richtet sich an sämtliche Eigentümer von Freiflächen: an Gemeinde, Unternehmen und private Garteneigentümer. Durchgeführt wird das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Thal sowie dem Naturschutz- und Verschönerungsverein Laupersdorf. Da das Bundesamt für Umwelt und das Amt für Raumplanung das Informations- und Beratungsangebot finanziell unterstützen, ist dieses kostenlos. Der Startschuss zum Projekt erfolgt am Dienstag 22. Oktober um 19.30 Uhr im Pfarreisaal Laupersdorf. An diesem wird das Projekt vorgestellt, worauf Christa Glauser von BirdLife ein Fachreferat hält. Am Samstag 26. Oktober informieren die Projekt-Initianten mit einer Stand-Aktion (9 bis 15 Uhr) vor dem Denner im Dorfkern Laupersdorfs über das Projekt «Natur im Siedlungsraum». Vor Ort werden einheimische Sträucher abgegeben. (rsl)

Georg Koch vom NVL erklärte den Kindern in einem Obstgarten beim Bauernhof von Stefan Jaus, welch wichtige Bedeutung die Hochstamm-Obstbäume für die Biodiversität haben. Die teils bis 100 Jahre alt werdenden Bäume bieten Lebensräume für den Gartenrotschwanz, den Grünspecht, für Fledermäuse oder Kleinsäuger wie Igel oder Siebenschläfer, berichtete Koch. Schweizweit gebe es rund 1000 Apfelsorten. Die Schüler durften Äpfel vom Boden auflesen, diese fein zerstückeln und in einer Obstpresse zu Apfelsaft auspressen, den sie kosten durften.
Die Biologin Monika Kämpf stellte den Schülern im «Steffensrain» ein Bienenhotel vor. Mit Döschen und Klopfschirm suchten die Kinder bei Stauden in der Umgebung nach Lebewesen. Es lagen auch alte Holzstrunke auf dem Boden, an welchen die Schüler mit Spachteln unter der Rinde nach Holzkäfern suchten. Weiter bestimmten sie anhand von Blättern verschiedene Baumarten.

Die Kleinen bauten Asthaufen

Für den Kindergarten und die Unterstufe hatte Thomas Schweizer vom Naturpark Thal ein besonderes Programm ausgearbeitet. «Dörfer und Städte sind Lebensraum für viele verschiedene Tiere und Pflanzen. Leider gehen diese Lebensräume zusehends verloren und Tiere verschwinden. Es ist deshalb wichtig, etwas für die Natur zu tun», erklärte Thomas Schweizer. Die Kinder nannten Tiere, die ihnen einmal im Garten oder im Dorf begegnet waren. Dann wählten die Kinder eine Vorlage mit einem Tier oder einer Pflanze, bemalten diese mit Farbstiften und schnitten sie aus. Mit Tieren und Pflanzen schufen sie eine Collage, die ein belebtes Dorf zeigte.

Gestaffelt liefen die Kinder vom Schulhaus zum Pfadiheim. Unterwegs wurden den Kindern Lebensräume wie Hecken oder Obstbäume gezeigt. Im Wald bauten die Gruppen je einen Asthaufen für Igel, Wiesel und weitere Kleintiere. Die Exkursion endet mit einem gemeinsamen Bräteln aller Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse beim Pfadiheim.