Agglomerationsprogramme

«Unterstützung vom Bund verdient»: Oensingen will Geld vom Agglo-Topf

Die Gemeinde Oensingen ist im Blickfeld vom «AareLand»-Raum.

Die Gemeinde Oensingen ist im Blickfeld vom «AareLand»-Raum.

Die Gemeinde Oensingen ist im Betrachtungsperimeter von «AareLand»; Beiträge kriegt sie noch nicht.

Noch bis im Sommer wird die vierte Generation der Agglomerationsprogramme erarbeitet. Was abstrakt klingt, ist es auch: Wie könnte die Mobilität im AareLand im Jahr 2040 aussehen? Diese Frage versucht der Verein AareLand, der den Ballungsraum um das Städtedreieck Olten–Aarau–Zofingen fasst, derzeit zu beantworten.

Im Fokus stehen Verkehrsmassnahmen im Langsamverkehr, im öffentlichen Verkehr und für Autos. Seit der Bundesrat im Jahr 2001 die Agglomerationspolitik initiierte, unterstützt der Bund im Vierjahreszyklus Mobilitätsprojekte. «Ein wesentlicher Anstoss war die Erkenntnis, dass das hohe Verkehrsaufkommen in den Agglomerationen nur bewältigt werden kann, wenn der Bund die Verkehrsvorhaben der Kantone und Gemeinden mitfinanziert», heisst es in den Richtlinien des Bundes. Die Unterstützung erfolgt über die politischen Grenzen hinweg. Für die entsprechenden Räume werden Massnahmen definiert, die der Bund mit bis zu 50 Prozent mitfinanziert.

Die in den letzten 15 Jahren stark gewachsene Gemeinde Oensingen ist beim Agglomerationsprogramm AareLand nur dabei, statt mittendrin. Das heisst, dass der Gäuer Hauptort bisher im Gegensatz zu vielen anderen Gäuer Gemeinden nicht beitragsberechtigt war, obwohl er bei den Zukunftsplanungen des Ballungsraumes AareLand jeweils miteinbezogen wird. Der Oensinger Gemeinderat hat sich bereits mehrfach mit dem Agglomerationsprogramm befasst, und möchte künftig in den Genuss von Unterstützungsgeldern kommen. «Je früher desto besser», sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor. Spätestens in der fünften Generation möchte der Gemeinderat beitragsberechtigt sein, wie er an seiner letzten Gemeinderatssitzung definierte. Um dies zu erreichen, will Gemeindepräsident Fabian Gloor einen neuen Anlauf nehmen und dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) die Situation der Gemeinde aufzeigen. Unterstützung erhält sie vom Kanton. Beim Bund aber stiess Oensingen bisher auf taube Ohren.

Langfristige Projekte stehen an

Zu Unrecht, findet Gloor: «Wir sind stark mit klassischen Agglomerationsthemen konfrontiert und hätten Unterstützung vom Bund verdient.» Er denkt dabei an die Entlastung Oensingen, die in den nächsten Jahren bevorsteht, und die entsprechenden Massnahmen im Ortskern. Aber auch an die Umgestaltung des Bahnhofs Oensingen, dessen Bedeutung als Drehscheibe zunehmen dürfte. Gloor erhofft sich zudem einen Vorteil in der Debatte um die optimale Anbindung an den Fern- und Schnellzugsverkehr. Über das Agglomerationsprogramm könnte sich Oensingen womöglich auch dazu mehr Gehör verschaffen.

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