Welschenrohr
Umstrittenes Geschäft aus Traktandenliste gestrichen: Pachtland-Vergabe wird vertagt

Eigentlich hätte am Donnerstagabend über die Pachtland-Vergabe befunden werden sollen. Kurzfristig wurde das umstrittene Geschäft aber von der Traktandenliste gestrichen - an einem inoffiziellen Treffen der Bürgerräte.

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Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart hofft auf eine Löung bei der Vergabe des Pachtlandes. Hier vor dem Allmendland, das zur Pacht ausgeschrieben wurde.

Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart hofft auf eine Löung bei der Vergabe des Pachtlandes. Hier vor dem Allmendland, das zur Pacht ausgeschrieben wurde.

Bruno Kissling

Eigentlich hätte der Bürgergemeinderat von Welschenrohr am Donnerstagabend darüber befinden sollen, wie die 17 zur Pacht ausgeschriebenen Hektaren Land unter den antragstellenden Bauern verteilt werden.

Dieses umstrittene Geschäft wurde aber kurzfristig von der Traktandenliste gestrichen, wie Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart auf Anfrage erklärt. Beschlossen worden sei dies an einem inoffiziellen Treffen der Bürgerräte. Dabei habe man sich geeinigt, noch einmal das Gespräch mit der Schatzungskommission zu suchen.

Widerstand scheint zu bröckeln

Diese war eingesetzt worden, weil sich der Bürgerrat am 22. März bei der Vergabe von 17 Hektaren Pachtland nicht an das Pachtreglement gehalten hatte. Vier Landwirte führten dagegen erfolgreich Beschwerde, worauf der Bürgerrat auf Druck des Kantons seinen Entscheid rückgängig machte.

Die von der Schatzungskommission vorgeschlagene Verteilung des erwähnten Pachtlandes sowie weiterer 11 Hektaren stiess an der Anfang November abgehaltenen Sitzung des Bürgerrates auf wenig Begeisterung.

Bei der Diskussion über den Vorschlag der Schatzungskommission überwogen die negativen Voten. Zudem wurde betont, dass es Sache des Bürgerrates sei, an wen das Pachtland vergeben werde.

Auch über klare Reglementsverstösse wurde laut nachgedacht. Schatzungskommissionspräsident Jakob Eggenschwiler warnte den Rat damals davor, zu starke Eingriffe im Verteilungsplan vorzunehmen. Dies habe mit Sicherheit neue Einsprachen zur Folge.

Diese Aussichten haben den Rat offenbar dazu bewogen, auf den 8. November eine Sitzung mit der Schatzungskommission anzusetzen. «Mit allen Mitgliedern», wie Uebelhart betont. Gemeinsam soll ausgelotet werden, wie viele Änderungen am Verteilungsplan vorgenommen werden können, ohne dabei das Pachtreglement zu verletzten. Ziel sei, die Vorgaben der Schatzungskommission möglichst zu erfüllen. Uebelhart glaubt, dass dies auch die Mehrheit des Rates so wolle.

Landwirte neu im Ausstand

Besser als in der Vergangenheit soll künftig die Ausstandsregelung gehandhabt werden. Die zwei im Rat vertretenen Landwirte, die selber zu den Antragstellern für Pachtland gehören, sollen demnach bereits bei der Beratung des Geschäfts in den Ausstand treten. Bislang sei das erst bei der Beschlussfassung der Fall gewesen. (eva)