Holderbank
Uhrenfabrik erwacht zu neuem Leben – 14 Loft-Wohnungen entstehen

In das leerstehende Fabrikgebäude sollen 14 Loft-Wohnungen eingebaut werden. Die Gemeinde begrüsst das Projekt und die Miete soll einst etwa 1000 Franken im Monat betragen.

Erwin von Arb
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Die ehemalige Uhrenfabrik in Holderbank soll in drei aneinander liegende Reihenwohnhäuser mit 14 Wohnungen umgebaut werden.

Die ehemalige Uhrenfabrik in Holderbank soll in drei aneinander liegende Reihenwohnhäuser mit 14 Wohnungen umgebaut werden.

Uhrenfabrik Holderbank

Die besten Zeiten der einstigen Uhrenfabrik am Dorfplatz 103a in Holderbank liegen weit zurück. Begonnen hatte alles im Jahr 1970 mit der Gründung der Firma Bader A.-G. Uhrenfabrik Mentor. Der Wandel in der Uhrenbranche setzte der einst stolzen Firma im Thal nach fast zwei Jahrzehnten so stark zu, dass die Produktion eingestellt werden musste. Das Ende der Uhrenfabrik dokumentierte am 21. Mai 1990 die Löschung des Firmennamens aus dem kantonalen Handelsregister.

Bis vor etwa 15 Jahren wurden die Räume danach von einer Oltner Apparatebaufirma genutzt. Anschliessend stand das Fabrikationsgebäude leer und verkam zu einem Schandfleck, auf welchen das Dorf nicht gerade stolz ist, wie Gemeindepräsident Urs Hubler darauf angesprochen erwähnt.

Gemeinde begrüsst Projekt

Die Pläne eines Zürcher Architekturbüros, die ehemalige Uhrenfabrik im Dorfzentrum in drei Reihenwohnhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen umzubauen, stossen deshalb beim Gemeinderat grundsätzlich auf grosses Interesse. Damit könne dazu beigetragen werden, dass die Bevölkerung in der Gemeinde Holderbank vielleicht schon bald wieder wachse.

Das sei erwünscht, damit die Infrastruktur im Dorf auch wirklich genutzt werde, so Hubler. Wenn das in ungenügendem Ausmass geschehe, seien die Folgen nicht absehbar. Holderbank verfüge gemessen an der Einwohnerzahl von 655 Personen mit einer eigenen Bank, einem Dorfladen sowie Restaurationsbetrieben über eine vergleichsweise gute Infrastruktur.

655 Personen wohnen derzeit in der Gemeinde Holderbank.

Miete um 1000 Franken im Visier

André Fröhlich von der novaron plus Architekten GmbH aus Zürich bestätigt die Ausrichtung des Projekts auf junge oder jung gebliebene Mieter. Ansprechen wolle man etwa Serviceangestellte, Handwerker oder Leute, die in Holderbank wohnten oder von dort aus zu ihrem Arbeitsplatz pendelten. Das Fabrikgebäude soll gemäss Baugesuch in drei aneinander liegende Reihenwohnhäuser umgebaut werden. Geplant sind 14 modern gestaltete Loft Wohnungen, die zwischen 40 und 65 m2 gross sind.

Fröhlich erwähnt die architektonische Herausforderung und den relativ günstigen Preis des Objektes als ausschlaggebend für den Ende 2014 getätigten Kauf der ehemaligen Uhrenfabrik. Dass die Liegenschaft zum Verkauf stehe, habe er zufällig von einem Berufskollegen erfahren. Vom Standort her gebe es sicher höher eingestufte Regionen.

Dennoch glaubt Fröhlich an den Erfolg des Projektes, welches über viel Potenzial verfüge. Der Planer ortet dieses in der modernen Gestaltung der Wohnungen sowie beim günstigen Preisniveau bei den vorsehenen Mieten. Im Schnitt soll eine Wohnung rund 1000 Franken kosten.

In den Umbau der ehemaligen Uhrenfabrik in drei Reihenwohnhäuser will in die novaron plus Architekten GmbH rund 2 Mio. Franken investieren. Weitere Details zum Projekt wollte Fröhlich mit Verweis auf das noch laufende Baugesuch noch nicht verraten. So gibt es derzeit auch noch keine Visualisierungen, welche die Optik des geplanten Baus von aussen zeigen würde. Zuerst würden nun die genauen Kosten für das Projekt veranschlagt, wie Fröhlich bemerkt. Weitergehende Schritte sollen erst nach der Erteilung des Baugesuchs in Angriff genommen werden. Die Ausschreibung läuft noch 24. Februar.

Vorbehaltlich der Bewilligung wird mit einem Baubeginn im Herbst 2016 gerechnet. «Das könnte etwa anfangs Oktober der Fall sein», so Fröhlich.

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