Mit einer Faustfeuerwaffe bedrohte ein vermummter Mann am Dienstagnachmittag eine Kundin und die Angestellte der Post. Trotz unverzüglich eingeleiteter Grossfahndung konnte der Täter – er sprach Hochdeutsch mit einem ausländischen Akzent – mit mehreren Hundert Franken Bargeld fliehen.

Am Mittwoch hatte die Polizei erneut in Matzendorf zu tun. Sie nahm nach Hinweisen aus der Anwohnerschaft zwei mutmassliche Einbrecher fest. Ein 16-jähriger Algerier und ein 20-jähriger Franzose waren mit einem Auto mit französischen Kontrollschildern unterwegs. Sie wurden für weitere Ermittlungen vorläufig festgenommen.

Zwei Kriminaltaten innert zwei Tagen. Im Dorf befürchten einige Einwohner, dass mehr Kriminaltouristen aktiv werden, wie eine Umfrage von TeleM1 zeigt. «Das beschäftigt einen natürlich schon», sagt auch Beat Künzli, Vize-Präsident der Solothurner SVP aus der Nachbargemeinde Laupersdorf. «Man überlegt sich plötzlich, ob man selber gut geschützt ist. Sollte man sich eine Alarmanlage einbauen oder einen bösen Hund anschaffen.»

Künzli sieht das Problem vor allem darin, dass Kriminaltouristen unbehelligt über die Grenze einreisen können. «Da kann jemand mit Einbruchswerkzeug über die Grenze fahren und kein Mensch merkt es. Ich denke, dass ist der erste Punkt, an dem man ansetzen sollte.» 

Für Gemeindepräsident Marcel Allemann könnte es eher zufällig gewesen sein, dass innerhalb einer Woche gleich zwei Kriminaltouristen nach Matzendorf fanden. Er kann es sich aber vorstellen, dass das Thal als neues Betätigungsfeld entdeckt werde. (ldu)