Oensingen

Überbauung im Unterdorf: Bevölkerung will nur die bestehenden Liegenschaften hergeben

Kronenkeller und Unterdorf Oensingen mit Werkhof 03-2019

Die Liegenschaften an der Hauptstrasse in Oensingen.

Kronenkeller und Unterdorf Oensingen mit Werkhof 03-2019

Nach mehrmonatiger Debatte hat die Stimmbevölkerung entschieden: Die Gemeinde Oensingen darf nur die bestehende Häuserzeile im Unterdorf verkaufen. Der brachliegende Platz bleibt im Besitz der Gemeinde. Gewinner sind die Gegner einer Überbauung.

Am Montagabend lud der Oensinger Gemeinderat zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Es ging um die Frage, ob Oensingen eine gemeindeeigene, knapp 6000 Quadratmeter grosse Parzelle im Unterdorf verkauft. Die Stimmberechtigten bestimmten, dass sie nur jenen Teil des Grundstücks verkaufen wollen, auf welchem bereits Liegenschaften stehen. Die in die Jahre gekommene Häuserzeile ist sanierungsbedürftig. Hingegen wollte eine Mehrheit den grossen Platz südlich der Häuserzeile unbebaut belassen. Die brachliegende Fläche wird jeweils beim Oensinger Zibelimäret als Standort des Gewerbezeltes genutzt.

Von den 233 anwesenden Oensinger Stimmberechtigten stimmten 114 dem Antrag von Kuno Blaser zu, nur die Liegenschaften preiszugeben. Blaser hatte in den vergangenen Monaten als Gesicht der Aktionsgruppe Pro Unterdorf vor allem auf Facebook Widerstand gegen den Verkauf geleistet. 79 Stimmen stellten sich hinter den Antrag des Gemeinderates, der einen Verkauf der gesamten Parzelle offengelassen hätte. Zudem entschied die Versammlung, dass ein 13-köpfiges Gremium das Auswahlverfahren durchführen wird. Diese Arbeitsgruppe soll an der nächsten Gemeindeversammlung im Juni potenzielle Käufer empfehlen und ausarbeiten, wem die Gemeinde ihre Liegenschaften verkaufen soll.

Die späte Wende

Nachdem eine lange Planungsphase ohne Nebengeräusche verlaufen war, gingen in den vergangenen Monaten die Wogen hoch: Im Dorf regte sich Widerstand dagegen, das Grundstück mit historischen Bauten an Zürcher Investoren zu verkaufen. Diese waren in eineinhalbjährigen Verhandlungen die einzigen Interessenten gewesen. Während diesem Zeitraum arbeitete der Gemeinderat auf den Verkauf hin – er hätte der Gemeinde gut 2,7 Millionen in die Kasse spülen sollen. Vor gut einer Woche kam die Wende: Mit Othmar Hofstetter erklärte sich ein Oensinger Investor bereit, das Grundstück zu denselben Konditionen zu kaufen und die alten Liegenschaften aufzuwerten. Deshalb wich der Gemeinderat übers Wochenende von seiner einseitigen Verkaufsoption an Zürcher Investoren ab. Wer die Liegenschaften erhält, bleibt bis im Juni offen.

Ein ausführlicher Bericht folgt...

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