Anlass

Überall sind Werke für den Kulturtag Thal am Entstehen

Judith Nussbaumer – mit einem Ausschnitt aus ihrer Installation «En passant» aus zerbrochenen Spiegeln.

Judith Nussbaumer – mit einem Ausschnitt aus ihrer Installation «En passant» aus zerbrochenen Spiegeln.

Am 23. August findet zum achten Mal der Kulturtag Thal statt, dieses Jahr mit einem gemeinsamen Thema: «Werke entstehen». Die elf Veranstalter, übers ganze Thal verteilt, bieten Ungewohntes, Erstaunliches und Bodenständiges oder auch Fliegendes.

Es wird nirgends Eintrittsgeld verlangt, das Benutzen des Shuttlebusses ist gratis.

Unter dem Motto: «Inestäche, ummeschloh, durezieh und abelo» will die Kulturkommission Welschenrohr verschiedene Objekte im Dorf wie Dorfbrunnen, Rosetta, Thalhof mit Gestricktem einkleiden. Dazu sind eifrige Strickerinnen eingeladen tatkräftig mitzuhelfen: Treffpunkt Dorfplatz, Sonntag, 23. August, 10 Uhr. Mit dem Stricken ist aber bereits begonnen worden. Wobei: «Die heissen Tage luden nicht eben zum Stricken ein», stellt Sandra Diemand, Präsidentin der Kulturkommission, fest. Aber nun gelte es, die verbleibende Zeit bis zum Kulturtag zu nutzen und tüchtig zu «lismen». Bisher sind zahlreiche Plätzli und Bahnen eingegangen, es dürften aber ruhig noch mehr sein.

In den Gasthöfen Hirschen und Kreuz sowie im Tearoom liegt Material zum Stricken bereit. Die Gäste sind eingeladen, in der üblichen Plauderstunde etwas zur Idee beizutragen. Die Spielbude, wo das Material abgegeben werden kann, ist jeweils am Mittwochnachmittag geöffnet. Dort kann auch die Wolle bezogen werden. Sehr viel sei bereits abgeliefert worden, berichtet Sandra Diemand, «weitere Arbeiten sind aber willkommen». Unter Anleitung der Werklehrerin Stefanie Marti haben Schulkinder ebenfalls gestrickt. Mächtig ins Zeug gelegt haben sich die Sängerinnen des Welschenrohrer Cäcilienchors, die einen Spanner, bestehend aus zwölf Plätzli, strickten.

Was ein Spiegel bewirken kann

In Aedermannsdorf bringt die Fulenbacher Künstlerin Judith Nussbaumer ihre Idee «En passant» auf den Boden. «Einige Spiegel habe ich beisammen. Es braucht aber schon noch ein paar, man kann sie bei mir abgeben», sagt die Künstlerin. Denn als Landart-Projekt hat sie für zwei Installationen geplant und wird eine Landschaft mit Spiegeln gestalten, die sich in die Landschaft integriert und dieselbe widerspiegelt.

Dabei lässt sich Entstehendes und Vergehendes erblicken: Wolken, Sonne, Licht und Schatten, anders von Blickwinkel zu Blickwinkel. Bei einem weiteren Werk wirken die Besucher der Aedermannsdörfer Allmend selber mit, indem sie aus Spiegelstücken einen Weg bauen. «Für mich ist das ein Experiment, ich freue mich sehr auf den Kulturtag Thal und das Erlebnis in der Natur», sagt sie.

Uhren, Kämme, Comics, Mehl

Die weiteren Attraktionen: Kult-Uhr-Fabrik Welschenrohr mit Lesungen von Elisabeth Pfluger; Keramikmuseum Matzendorf mit Auftritt des Slam Poeten Kilian Ziegler; Haarundkamm Mümliswil mit der Möglichkeit, sich als Kammmacher zu versuchen; Mühle Ramiswil mit Einblick über den Betrieb von anno dazumal und frischem Brot; Heimatmuseum Schloss Alt Falkenstein mit Einblicken in die Welt der Waffen; Museum BalsThal mit dem Comiczeichner Franz Zumstein. Ferner verkehrt der Rote Pfeil stündlich zwischen Oensingen und Balsthal.

Der Kulturtag Thal ist ein Projekt der Arbeitsgruppe Kultur im Thal in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Thal, unterstützt vom Lotteriefonds Kanton Solothurn, den Raiffeisenbanken Bezirk Thal, Postauto und der Oensingen-Balsthal-Bahn OeBB.

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