Aedermannsdorf
Überraschende Fotografien zum Thema Halb an einem ganz besonderen Ort

Rolf Vogt organisierte an an der Dorfstrasse 32 in Aedermannsdorf bereits die zehnte Fotoausstellung. Zahlreiche Aussteller, Freunde, Gäste und Helfer fanden sich bei strahlendem Sommerwetter ein und freuten sich über den gelungenen Anlass.

Walter Schmid (Text und Fotos)
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Der Organisator Rolf Vogt zeigt sich vor seinen «zerrissenen Werken»

Der Organisator Rolf Vogt zeigt sich vor seinen «zerrissenen Werken»

Walter Schmid

Das Besondere an der Ausstellung ist der Ort. Die Bilder hängen nicht in einem Raum, sie sind rings ums Haus zu finden: an der Fassade, unter der Laube, im Freisitz. Amateur-Fotografen von Fotoclubs aus der ganzen Schweiz, aus Österreich und Italien, aus Deutschland und Frankreich stellen ihre Werke aus. Michel Planson war sogar aus Paris zur Vernissage angereist.

Die Fotografen versuchten, dem Thema «Halb» voll gerecht zu werden. So sieht man halbe Personen, halbe Gegenstände, halbe Gebäude, halbe Fahrzeuge. Rolf Vogt hat seine Fotos sogar entzwei gerissen, und seine Mutter Lydia Vogt zeigt eine Kirchturmuhr, die auf halb zwölf steht.

Als Kontrast zu den zahlreichen Fotografien steht in der Umgebung Steinkunst in Form von Steimanndli, geschaffen von Urs Werthmüller aus Bourrignon im Kanton Jura.

«Rolf Vogt, der Gründer, Veranstalter, Kurator und Chefbeizer, engagiert sich mit Leib und Seele für seine Ausstellungen», stellte Urs Lüthi aus Balm bei Günsberg an der Vernissage fest. Lüthi ist der Präsident von Photosuisse, der Dachorganisation von Fotointeressierten aus der ganzen Schweiz, der zur Zeit 55 Fotoklubs sowie 130 Personen als Einzelmitglieder angeschlossen sind.

Lüthi lobte auch die Arbeit der Fotografen, die es immer wieder schafften, etwas Neues zu fotografieren und den Betrachter zum Staunen zu bringen. Und oft entstünden diese Bilder nicht an weltberühmten Orten, sondern zum Beispiel hier in Aedermannsdorf. «Wenn jemand mit eigener Kreativität ein tolles Bild macht, ist das ein Kunstwerk und der Autor ein Meister, dem es mit Hochachtung zu begegnen gilt», erklärte Lüthi in seiner Ansprache.

Die Ausstellung «voto», der Name ist eine Kombination von Vogt und Foto, wurde 2003 erstmals durchgeführt. Dem Organisator Rolf Vogt liegt viel daran, für die Stiftung «Denk an mich» eine Sammlung durchzuführen.

Keine Geschenke, hiess die Devise, dafür eine Spende an «Denk an mich». Diese Organisation ermöglicht Behinderten, Ferien und Freizeit zu geniessen. So steht ein Sammeltopf bereit, und nimmt die Spenden der Besucher gerne auf. Rolf Vogt selbst arbeitet aktiv in der Stiftung mit und hilft Lager zu organisieren.

Die Ausstellung entwickelte sich an diesem lauen Sommerabend bald zu einem gesellschaftlichen Anlassund zu einer stimmungsvollen Party. Die Bilder wurden Nebensache, alte Bekannte trafen sich, neue Gesprächspartner wurden gefunden, verschiedene Sprachen waren zu hören. So wurden angeregte Gespräche geführt, Gedanken ausgetauscht, Gemeinsamkeiten gesucht.

Für musikalische Unterhaltung sorgte die «Happy Jack’s Tobacco Spezial». Auf dem Grill der «Feuerwerker» brutzelten leckere Häppchen, und gegen den Durst gab es allerlei Getränke. Die Helferinnen und Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Einem gelungenen Anlass mit Geburtstagsfeier und Fotoausstellung war rege Teilnahme beschieden.

«Voto 13», Fotoausstellung in Aedermannsdorf , Weitere Öffnungszeiten: Dienstag, 23. Juli, 14 bis 20 Uhr;
Finissage: 23. Juli, ab 18 Uhr