Egerkingen
Trotz Veränderungen: Die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt lebt das Genossenschaftsmodell weiter

Die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt wartet an der Hauptversammlung mit einem gutem Jahresergebnis auf. Dabei betonte VR-Präsident Iwan von Rohr, dass man sich dafür einsetze, das durch das Strafverfahren gegen Pierin Vincenz verlorene Vertrauen in die Marke Raiffeisen wiederaufzubauen.

Christa Arnet
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Friedrich Wilhelm Raiffeisen blickte fürsorglich von der Leinwand auf die Generalversammlung der RB Gäu-Bipperamt in Egerkingen.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen blickte fürsorglich von der Leinwand auf die Generalversammlung der RB Gäu-Bipperamt in Egerkingen.

zvg

Die jüngsten Ereignisse bei Raiffeisen Schweiz – das Strafverfahren gegen deren ehemaligen Chef Pierin Vincenz und den darauffolgenden Rücktritt des VR-Präsidenten Johannes Rüegg-Stürm – beschäftigt auch die Führungscrew der RB Gäu-Bipperamt. «Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle. Es ist ein enormer Imageschaden angerichtet worden. Als Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt werden wir unsere Kundinnen und Kunden weiterhin seriös beraten und gute Dienstleistungen erbringen, um das verlorene Vertrauen in die Marke Raiffeisen wiederaufzubauen», sagte Iwan von Rohr, VR-Präsident RB Gäu-Bipperamt am Samstag einleitend zur GV in Egerkingen.

Dann kam er auf die positiven Entwicklungen im 2017 zu sprechen: So rüstet sich Raiffeisen schweizweit für die digitale Zukunft. Neuerdings können Bankgeschäfte mittels Smartphone-Applikationen wie Twint und Raiffeisen Piazza App mobil getätigt werden. Auch erhalten im laufenden Jahr sämtliche Raiffeisenbanken ein neues Informatiksystem.

«Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit», resümierte der VR-Präsident. Allen Veränderungen zum Trotz wolle die RB Gäu-Bipperamt das Genossenschaftsmodell in einer modernen Form weiterleben und die Eigenständigkeit und das Entscheidungszentrum im 16 Gemeinden zählenden Geschäftskreis bewahren.

Hauptsitz Egerkingen modernisiert

Das steigende Bedürfnis der Bankkundschaft nach individueller Beratung in Finanzfragen habe einfachen Bankdienstleistungen wie Ein- und Auszahlungen am Schalter den Rang abgelaufen, sagte von Rohr. Diesem Umstand sei mit der Neugestaltung des Hauptsitzes in Egerkingen Rechnung getragen worden. In einer geschützten 24-Stunden-Zone können Bargeldgeschäfte eigenständig und zeitunabhängig erledigt werden. Das neue Konzept werde fortgesetzt, im Sommer 2018 würden die Kundenzonen in Wiedlisbach und gegen Ende 2019 in Oensingen umgestaltet.

Ergänzend wies Bankleiter Andreas Furrer auf weitere Veränderungen bei den bankeigenen Liegenschaften hin: den Verkauf der ehemaligen Bankgebäude in Härkingen und Neuendorf sowie der Verkauf und Neuerwerb von Büroräumen im Postcenter in Oensingen. In Härkingen wurde auf dem Dorfplatz der neue Standort für den Bancomaten eingerichtet.

Hohe Nachfrage bei Hypotheken

Weiter präsentierte Furrer einen erfreulichen Geschäftsgang 2017: Die RB Gäu-Bipperamt erwirtschaftete einen Jahresgewinn von rund 1,1 Millionen Franken (+ 3,1 Prozent), zurückzuführen auf die markante Steigerung der Kommissionserträge. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 977 Millionen Franken (+2,7 Prozent), was einem höheren Zufluss an Kundengeldern und der hohen Nachfrage nach Hypothekarkrediten zu verdanken ist.

Die in den letzten Jahren forcierte Diversifikationsstrategie kommt bei der Kundschaft gut an, über 20 Millionen Franken wurden 2017 ins Anlagegeschäft investiert. Dieser Umstand zieht Umlagerungen bei den Kundeneinlagen nach sich, dennoch wuchs deren Bestand auf 827 Millionen (+2,7 Prozent) an. Auch die Kundenausleihungen legten zu, um 2,6 Prozent auf 861 Millionen Franken. Der Deckungsgrad respektive der Anteil der Refinanzierung der Kundenausleihungen durch Kundengelder liegt bei 96 Prozent.

Zunahme beim Anlagegeschäft

Mit dem verstärkten Anlagegeschäft begegnet die RB Gäu-Bipperamt dem tiefen Zinsumfeld. Das Depotvolumen nahm um beachtliche 34 Prozent auf 81 Millionen Franken zu. Dementsprechend höher fielen die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft aus, um 33 Prozent auf 1,1 Millionen Franken.

Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt

Eckdaten

Bilanz

- Die Kundenausleihungen stiegen um 2.6 Prozent auf 861,2 Mio. Franken an.

- Verpflichtungen aus Kundeneinlagen stiegen um 2,7 Prozent auf 826,9 Mio. Franken.

- Das Depotvolumen stieg um 34,3 Prozent auf 81,2 Mio. Franken.

- Die Bilanzsumme stieg um 2,7 Prozent auf 977,5 Mio. Franken an.

Eckdaten zur Erfolgsrechnung

- Der Geschäftsertrag stieg um 3,0 Prozent auf 12,4 Mio. Franken an.

- Der Geschäftsaufwand stieg um 3,8 Prozent auf 7,6 Mio. Franken an.

- Nach Abschreibungen und Steuern nahm der Jahresgewinn um 3,1 Prozent auf 1,1 Mio. Franken zu.

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