Oensingen
Trotz Protest von Schule und Elternrat gibt es keine Ampel mehr

Beim Übergang über die Hauptstrasse in Singen soll es keine neue Ampel geben. Dies trotz heftiger Proteste von Seiten der Eltern, deren Schüler die Strasse auf ihrem Schulweg kreuzen.

Alois Winiger
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Ein Lotse sichert den Übergang über die Hauptstrasse.

Ein Lotse sichert den Übergang über die Hauptstrasse.

Alois Winiger

Mehrere Hundert Schulkinder überqueren mehrmals täglich die Haupt- bzw. Kantonsstrasse mitten Oensingen. Bis vor rund zwei Jahren wurde dieser Fussgängerübergang bei der Abzweigung Schlossstrasse mit einer Ampelanlage gesteuert.

Mit Beginn der Bauarbeiten für den Roggenpark wurde die Anlage ausser Betrieb gesetzt und demontiert. Es sollte künftig auch keine mehr aufgestellt und der Übergang mit anderen Massnahmen gesichert werden. Trotz seinerzeitigen Protesten vonseiten Schule und Elternrat bleibt es jetzt dabei. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom Montagabend einstimmig beschlossen.

Mit Unterschriften protestiert

Gross war die Aufregung, als das Abschalten der Ampel bekannt gegeben worden war (wir berichteten). Elternrat, Schulleitung und Anwohner protestierten dagegen mit 273 Unterschriften. Daraufhin erwog der Gemeinderat, eine Ampel in die Planung einfliessen zu lassen, machte aber ausdrücklich darauf aufmerksam, dass letztlich der Kanton darüber entscheiden werde. Das ist unterdessen geschehen. Drei Fussgängerstreifen und eine Ampelanlage auf so engem Raum seien nicht zulässig. Einmal mehr wurde im Rat betont, dass mit Mehrzweckstreifen und grosszügigen Mittelinseln für Sicherheit gesorgt werde, sobald die Bauarbeiten für den Roggenpark soweit abgeschlossen sind.

Allenfalls weiterhin mit Lotsen

Falls es dann doch zu Problemen komme, so könnte immer noch in Betracht gezogen werden, den Übergang mit Lotsen zu sichern, so wie das derzeit der Fall ist. Man würde dann jedoch den Elternrat und allenfalls auch die Schule mehr in die Pflicht nehmen.

Die Erfahrungen mit dem Lotsendienst seien gut, wie bei einem Augenschein zu erfahren war. Natürlich gebe es auch Leute, die spät oder nur mürrisch auf die Anweisungen der Lotsen reagierten. Aber das sei die Ausnahme. Und die Schülerinnen und Schüler wissen den Service eines gesicherten Übergangs offensichtlich zu schätzen. Praktisch alle grüssten den Lotsen und riefen ihm ein «Danke» zu. Den Lotsendienst versehen zwei Männer der Seniorengruppe Roggenfluh, allerdings nicht in deren Namen, wie das ursprünglich die Idee war. Das ging nämlich aufgrund der fehlenden Ausrüstung und aus Versicherungsgründen nicht. Nun sind die beiden eben Teilzeitangestellte einer Sicherheitsfirma.

Im Übrigen laufe der Verkehr durch das Dorf deutlich besser, seit die Ampel nicht mehr in Betrieb sei. Das wurde sowohl im Gemeinderat, wie auch an Ort und Stelle betont.

Schulraumplanung vorantreiben

Schon fast ein Dauerbrenner im Gemeinderat ist die Schulraumplanung für Oensingen. Nicht weil akuter Handlungsbedarf besteht, sondern weil die Einwohnerzahl stetig steigt. Wie viel Raum derzeit zur Verfügung steht, ist bekannt. Nun gilt es abzuklären, ab wann der Raumbedarf steigen könnte und dann, wo der Raum geschaffen werden soll, ob zentral oder dezentral. Dies spielt insbesondere bei der laufenden Ortsplanungsrevision eine Rolle.

Zu berücksichtigen sei ferner, welche Anforderungen an zeitgemässen Schulraum gestellt werden. Zur Unterstützung bei diesen Abklärungen wird eine externe Firma beauftragt.

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