Aedermannsdorf
Trotz miesem Sommer eine reiche Ernte

Der Pastoralraum Dünnernthal feierte ein Erntedankfest – und zwar ökumenisch. «Am Erntedankfest sagen wir ein grosses Merci und wir dürfen hinaufschauen zu Gott», so Pfarrer Fritz Sartorius.

Rudolf Schnyder
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Hielten den Gottesdienst gemeinsam: Fritz Sartorius (l.) und Simon Moser.

Hielten den Gottesdienst gemeinsam: Fritz Sartorius (l.) und Simon Moser.

Rudolf Schnyder

Für einmal war die Pfarrkirche in Aedermannsdorf nicht nur mit Leuten aus dem Dorf, sondern auch mit Leuten aus anderen Thaler Dörfern von Laupersdorf bis Gänsbrunnen besetzt. Frauen, Männer und Kinder der Trachtenvereinigung Thal, bekleidet mit festlicher Tracht, trugen in Weidenkörben Früchte, Obst, Gemüse, Brote und Zöpfe zu dem mit Sonnenblumen geschmückten Altar.

Passende Jodellieder

Pastoralraum-Pfarrer Simon Moser (römisch-katholisch) und Pfarrer Fritz Sartorius (evangelisch-reformiert, Balsthal) dankten zusammen mit der grossen Festgemeinde in einem feierlichen, besinnlich gestalteten Gottesdienst für die auch dieses Jahr wieder reiche Ernte, dies trotz der oftmals miesen Witterung während des Sommers. Zur Eröffnung sangen alle gemeinsam «Grosser Gott wir loben Dich». Pfarrer Simon Moser segnete die vor dem Altar bereitgestellten Brote, Zöpfe, das Obst, Gemüse und die Früchte. «Im wunderbaren Schweizerland dürfen wir heute in Frieden und Freiheit Gott für Speis und Trank und das tägliche Brot danken», erwähnte Fritz Sartorius einleitend. Der Jodlerklub Rosinlithal Welschenrohr sang bekannte Jodellieder, wobei die heimatlichen Klänge, sehr gut passend zum Erntedankfest, in sehr reinem Klang und in wundervoller, den sakralen Raum ausfüllender Harmonie vorgetragen wurden.

Wach bleiben

«Am Erntedankfest sagen wir ein grosses Merci und wir dürfen hinaufschauen zu Gott. Es ist ein Privileg, in der freien Schweiz leben zu dürfen, und wir müssen deshalb wach bleiben in der heutigen gefährlichen Zeit», betonte Sartorius. Jesus ging hin zu den Menschen und gab allen genug zu essen. Es sei deshalb wichtig, einander zu helfen, zu stützen und man müsse auch bereit sein, zu vergeben. «Was der Mensch sät, wird er auch ernten. Hingegen das Wachsen macht ein anderer.» Er gab drei Leitgedanken mit auf den Weg: Dankbar sein, jeden neuen Tag mit Freude angehen; Freude haben an dem, was man ist und was man hat und einander vertrauen. «Tragt Sorge zum Schweizerland, zum Thal und zu euch», schloss Fritz Sartorius seine eindrückliche Predigt. Die Trachtenleute Esther Haefeli und Hans Probst trugen die Fürbitten vor.

Die Kollekte des Gottesdienstes geht zugunsten des Betriebshelferdienstes des Solothurnischen Bauernverbandes. Als Schlusslied erönte – passend zum Anlass – «Nun danket alle Gott». Anschliessend traf sich die Festgemeinde draussen vor der Kirche bei Jodelklängen zu einem Apéro, und es gab viele interessante Gespräche unter Thalern.