Neuendorf

Trotz Leerwohnungen – Oeggerli-Haus muss Überbauung weichen

Die Anzahl leerer Wohnungen könnte bis Ende 2017 auf 100 ansteigen – trotzdem wird weiter gebaut: Das Oeggerli-Haus an der Dorfstrasse in Neuendorf muss Platz machen für die Überbauung «Dorfstrasse Hostet». Damit entstehen bis im April 2018 44 neue Wohnungen.

Was sich seit Monaten abzeichnete, wird nun zur Realität: An der Dorfstrasse in Neuendorf entsteht die nächste Wohnüberbauung mit insgesamt 44 Wohnungen. Dass mit dem Bau demnächst begonnen wird, macht der Abriss des ehemaligen Oeggerli-Hauses an der Dorfstrasse 38 deutlich.

Das 1850 erbaute Haus, welches derzeit von einer spezialisierten Firma rückgebaut wird, muss Platz machen für die fünf Mehrfamilienhäuser umfassende Wohnüberbauung namens «Hostet Dorfstrasse». Entstehen sollen die Häuser samt zentraler Tiefgarage auf dem rund 7000 Quadratmeter grossen Areal südlich der Metzgerei Wyss in Richtung Osten.

Neue Besitzverhältnisse

Lanciert wurde das insgesamt 14 Mio. Franken teure Projekt von der Forelo Immobilen und Entwicklungs AG aus Thalwil ZH, für die Planung zeichnet sich die Duksch + Anliker Architekten AG verantwortlich. Vor der nun angelaufenen Umsetzungsphase ging das Projekt in neue Hände über, wie Jürg Bircher, Inhaber der Forelo Immobilen und Entwicklungs AG auf Anfrage erklärte.

Neue Besitzerin der Überbauung ist die Akriba Immobilien-Anlagestiftung mit Sitz in Neuhaus SG. «Wir legen Geld für Pensionskassen in Form von Immobilien an», sagt Akriba-Geschäftsführer Reto Zangger. 204 Millionen Franken von verschiedenen Pensionskassen habe die Stiftung bislang in Immobilien angelegt, bemerkt Zangger.

Im Mittelland habe Akriba mehrere Projekte realisiert, so etwa in Aarburg, Rothrist und Dulliken. Der Standort für die aktuelle Überbauung in Neuendorf sei ihm als Wachstumsgebiet im Mittelland empfohlen worden.

«Familienfreundliche Mietzinse»

Dass es schwierig werden könnte, Mieter für die 44 Wohnungen zu finden, glaubt Zangger nicht, auch wenn es in der Region offenbar viele leer stehenden Wohnraum gebe. Zangger begründet dies mit den relativ günstigen Mitzinsen, die für die Wohnungen verlangt würden.

Bei vielen leer stehenden Wohnungen handle es sich um Objekte mit sehr hohem Ausbaustandart und entsprechend hohen Preisen. Die Wohnüberbauung «Hostet Dorfstrasse» werde hingegen über einen normalen aber soliden Ausbaustandard verfügen.

Das Zielpublikum seien vor allem Familien, entsprechend werde auch Preisniveau angesiedelt. Zahlen wollte Zangger allerdings noch keine nennen. Diese würden sich aber im ortsüblichen Rahmen bewegen.

Die Baumeisterarbeiten für die fünf Mehrfamilienhäuser werden voraussichtlich Ende November aufgenommen, wie von der Duksch + Anliker Architekten AG in Langenthal zu erfahren war. Im Rohbau fertig erstellt sein sollen die Häuser gemäss Zeitplan im Mai 2017.

Der danach folgende Innerausbau wird etappenweise ausgeführt, sprich von Haus zu Haus. Bei optimalem Bedingungen sollte das erste Mehrfamilienhaus im Februar 2018 fertig sein. «Wir gehen davon aus, dass sämtliche Wohnungen im April 2018 bezugsbereit sein werden», meint Akriba-Geschäftsführer Reto Zangger zuversichtlich.

100 leere Wohnungen bis 2017

Schon vor der Fertigstellung dieser Wohnüberbauung dürfte sich der Leerwohnungsbestand in der Gemeinde Neuendorf weiter erhöhen. Gemäss Auskunft von Gemeindeverwalterin Regula Steccanella wird bis Ende 2017 mit 60 bis 100 leer stehenden Wohnungen gerechnet. In diesen Zahlen nicht enthalten sind die derzeit im Unterdorf entstehenden Wohnungen.

Mit der Wohnüberbauung Hostet kämen demnach Anfang 2018 mindestens 44 neue Wohnungen dazu, die leer bleiben könnten. Ausser die Prognose von Reto Zangger trifft zu und die Wohnungen sind innert kürzester Zeit vermietet. «Eine ähnliche Situation gab es jüngst bei einem unserer Projekte im Kanton Appenzell. Warum sollte das nicht auch in Neuendorf möglich sein.»

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Autor

Erwin von Arb

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