Hägendorf
Trompeter tritt mit Streichensemble in der Heimat auf

Mit unverminderter Spielfreude tritt das Streichensemble Collegium musicum Coellicense (CmC) im 25. Jahr seines Bestehens in Hägendorf vor sein Publikum. Mit dabei ist Trompeter Oliver Waldmann.

Katharina Koechlin
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Trompeter Oliver Waldman aus Hägendorf.

Trompeter Oliver Waldman aus Hägendorf.

zvg

Das im Jahr 1990 von Matthias Sager in Kölliken gegründete Streichensemble Collegium musicum Coellicense feiert sein Jubiläum gleich zweifach. Im Sommerkonzert vom Juni setzte Judith Simon mit ihrem Saxofon die Glanzpunkte. Im Winterkonzert wird der Trompeter Oliver Waldmann seinem Instrument virtuose Klänge entlocken.

Der in Hägendorf wohnhafte Solist studierte in Luzern, wo er mit dem Lehr- und dem Orchesterdiplom abschloss. Er ist Solotrompeter im Stadtorchester Solothurn sowie Mitglied des Classionata Symphonie Orchesters und des Orchesters der Sommeroper Selzach. Regelmässig wird Waldmann als Trompeter von Obrasso Concerts verpflichtet. Neben seiner Solistentätigkeit unterrichtet er als Fachlehrer für Trompete an den Musikschulen Untergäu, Balsthal, Holderbank und Trimbach.

Reise nach Argentinien ...

Das Konzert wird mit einer in festlichem D-Dur geschriebenen Suite für Trompete und Streicher des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clark (1674–1707) eröffnet. Es folgt ein oft gespieltes Adagio für Streicher und Orgel.

Der berühmte argentinische Bandoneonspieler und Komponist Astor Piazzolla (1921–1992) hat den traditionellen Tango Argentino seiner Heimat zum Tango Nuevo, dem Neuen Tango, weiterentwickelt. Daneben hat er aber auch viele Songs geschrieben, darunter das berührende Lied «Tanti Anni Prima», das später im Film Enrico IV Eingang fand und dann in «Ave Maria» umbenannt wurde – wohl aus kommerziellen Gründen.

Am Konzert ist das Stück in einer Bearbeitung von Oliver Waldmann für Trompete und Streicher zu hören. Auch das nachfolgende schwermütige Andante, komponiert vom Stockholmer Organisten und Komponisten Oskar Frederik Lindberg (1887–1955), wurde von Oliver Waldmann instrumentiert und die Melodiestimme der Trompete übertragen. Es ist ein alter Psalm aus der Region Dalarna in Schweden.

... und weiter nach Holland

Unico Willem Reichsgraf van Wassenaer Obdam (1692–1766): Der klingende Name gehört zu einem niederländischen Adligen und Diplomaten. Dieser war in einem inspirierenden künstlerischen Umfeld aufgewachsen, hatte sich aber gegen eine Karriere als Musiker entschieden. Die Originale seiner sechs Concerti Armonici wurden erst 1980 in der Bibliothek des Familienbesitzes Schloss Twickel gefunden und konnten Wassenaer zugeordnet werden. Zwar waren sie schon um 1750 herum anonym veröffentlicht worden, denn Wassenaer schien mit seinen Werken nicht ganz zufrieden zu sein. So schrieb er: «Einige sind ganz tolerabel, andere mittelmässig, andere erbärmlich.»

Solche Selbstzweifel haben wohl den italienischen Opernkomponisten Vincenzo Bellini (1801–1835) nicht geplagt, gehörte er doch zu den beliebtesten Komponisten seiner Zeit. Mit dem ursprünglich für Oboe geschriebenen und von Bernhard Kratzer bearbeiteten Konzert in Es-Dur für Trompete und Streicher wird nach dem festlichen Beginn des Programms ein ebenso festlicher Schlusspunkt gesetzt.

Konzert: Sonntag, 13. Dezember, 17 Uhr, katholische Kirche Hägendorf.

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