Härkingen/Kestenholz
Trattoria Da Vinci Härkingen und Joachimhaus Kestenholz in neuen Händen

Das ehemalige Restaurant in Härkingen wird in den nächsten Monaten zu einem 2-Familienhaus umgebaut. Was mit dem Joachimhaus in Kestenholz geschieht, ist noch offen. Die Besitzerwechsel erfolgten bei beiden Liegenschaften durch eine Versteigerung.

Erwin von Arb
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Wegen Einsturzgefahr musste 2013 in Kestenholz die Scheune des Joachimhauses teilweise abgerissen werden.

Wegen Einsturzgefahr musste 2013 in Kestenholz die Scheune des Joachimhauses teilweise abgerissen werden.

HR.Aeschbacher

Härkingen ist definitiv um ein Restaurant ärmer. Das Gebäude am Risweg 1, in welchem bis zum Konkurs der Vitarest AG anfangs 2012 Vitagliano da Vinci ein italienisches Restaurant betrieb, wird zu einem Wohnhaus umgebaut.

Dies geht aus dem Baugesuch hervor, welches noch 20. Februar auf der Gemeinverwaltung öffentlich aufliegt. Der Besitzerwechsel der Liegenschaft erfolgte durch eine Versteigerung, welche nach dem Konkurs der Vitarest AG vom Kantonalen Konkursamt in Oensingen durchgeführt worden ist.

Den Zuschlag für 730 000 Franken für das Gebäude samt 1200 Quadratmeter Umschwung erhielten zur Hälfte Gani Xhema aus Birsfelden BL sowie zu je einem Viertel Hamdi und Rifadije Haziri aus Wiedlisbach BE.

Umfassende Sanierung

Gani Xhema, der als Kontaktperson gegenüber der Gemeinde auftritt, bestätigte auf Anfrage, dass die einstige Trattoria Da Vinci in ein 2-Familienhaus umgebaut wird. Die Küche des Restaurants sei bereits herausgerissen worden, so Xhema.

Die ehemalige Gaststube inklusive Säli und Küche wird in eine 4 1⁄2-Zimmerwohnung umgebaut. Bestehend ist die 4-Zimmerwohnung im Obergeschoss. Sie muss deshalb lediglich umfassend saniert werden. Die Umbau- und Renovationsarbeiten mit energetischer Sanierung der Gebäudehülle sind im Baugesuch mit 350 000 Franken veranschlagt.

Was mit dem 26 Parkfeldern grossen Aral westlich der Liegenschaft geschieht, ist noch offen. «Im Moment haben wir dafür nicht die nötigen Mittel und konzentrieren uns deshalb auf dem Umbau der Liegenschaft», so Xhema. Wann die Bauarbeiten aufgenommen werden, sei noch nicht klar.

Wehmütige Erinnerungen

Gemeindepräsident Daniel Nützi hat zur Kenntnis genommen, dass die Liegenschaft am Risweg 1 in neue Hände gekommen ist. Er finde es gut, dass in das lange leer stehende Gebäude endlich wieder Leben einziehe.

Die ehemalige Trattoria Da Vinci in Härkingen wird zu einem 2-Familienhaus umgebaut.

Die ehemalige Trattoria Da Vinci in Härkingen wird zu einem 2-Familienhaus umgebaut.

HR.Aeschbacher

Ein wenig trauert Nützi aber der Vergangenheit nach: «Es ist schon schade, dass das «Da Vinci» seine Pforten schliessen musste. Das Lokal hat zusammen mit den zwei anderen Restaurants optimal zu Härkingen gepasst.»

Robox AG kauft Joachimhaus

Ebenfalls in neuen Händen ist das Joachimhaus in Kestenholz. Gemäss Eintrag im Amtsblatt des Kanton Solothurn gehört die Liegenschaft neu der in der Immobilienbranche tätigen Robox AG mit Sitz in Murgenthal.

Was die im Handelsregister des Kantons Aargau auf Katharina Bernhard aus Murgenthal eingetragene Robox AG mit dem Haus vorhat, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Sämtliche Anrufe wurden während mehrerer Tage auf einen Telefonbeantworter umgeleitet. Ohne Ergebnis blieb ferner ein Anruf beim Gründer der Robox AG, der im Handelsregister aber nicht mehr als Mitglied des Verwaltungsrats aufgeführt wird.

Ob er noch geschäftliche Beziehungen mit der Robox AG unterhalte, wollte der zwischenzeitliche Besitzer des Joachimhauses nicht kommentieren. Das sei Privatsache, meinte er kurz abgebunden.

Das fragliche Haus an der Gäustrasse 12 war letztes Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil die Scheune wegen unsachgemässer Eingriffe im Dachstuhl einzustürzen drohte. Vom geschichtsträchtigen Haus, in welchem der Grossvater des Kestenholzer Dichters und Bauer Joseph Joachim (1843-1904) einst eine Schmiede betrieb, steht inzwischen nur noch das Wohnhaus sowie ein Teil der Scheune.

Der Rest wurde auf Verfügung der Gemeinde Ende Februar 2013 abgebrochen. Der damalige Besitzer war bereits vorher pleite gegangen.

Bank ersteigerte das Haus

Bei der am 3. September 2013 im Schmelzihof in Balsthal erfolgten Versteigerung hatte sich die Neue Aargauer Kantonalbank (NAB) die Liegenschaft mit einem Gebot von 225 000 Franken gesichert. Anfangs dieses Jahres hat NAB das Haus nun wie damals angekündigt im «Istzustand» verkauft.

Auf Nachfrage bei der Gemeinde wurde erwähnt, dass noch ein gültiges Baugesuch vom Vorbesitzer vorliege. Dem Vernehmen nach soll bald ein neues Gesuch eingereicht werden.