Egerkingen
Traditionelle Sternsinger zum Dreikönigsfest landauf landab unterwegs

In vielen Pfarreien sind jeweils zwischen dem Weihnachtstag und dem Dreikönigstag Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs. Sie bringen als heilige drei Könige verkleidet die Weihnachtsbotschaft und den Weihnachtssegen von Haus zu Haus.

Bruno Kissling
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Jason Hug, Lukas Fischer und Tobias Ettlin markieren ihren Segen bei Pfarr-Resignat Josef von Rohr.

Jason Hug, Lukas Fischer und Tobias Ettlin markieren ihren Segen bei Pfarr-Resignat Josef von Rohr.

Fast in allen römisch-katholischen Pfarreien der Schweiz sind jeweils zwischen dem Weihnachtstag und dem heutigen Dreikönigstag Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs. Sie bringen als heilige drei Könige verkleidet die Weihnachtsbotschaft und den Weihnachtssegen von Haus zu Haus,

Königliche Segenswünsche

Mittlerweilen zum vierten Mal waren am Samstag und am Sonntag auch in Egerkingen Jugendliche – betreut von Pfarreiratsmitgliedern – unterwegs, brachten königliche Segenswünsche von Tür zu Tür, beschriften die Häuser mit einem Segensspruch und sammeln für Kinder in Not. Trotz nicht nur königlichem Wetter hatten die Beteiligten an ihrem Einsatz für einen guten Zweck sichtlich Spass.

Begleitet wurde das Sternsingen in Egerkingen von Cornelia Studer, Cornelia Felber, Pamela Wälti vom Pfarreirat und Mutter Kathrin Ettlin. Am verregneten Samstag und am Sonntag mit Königswetter waren bereits zum vierten Mal in Folge in vier Gruppen 15 Ministanten und Schüler von der dritten Klasse bis zur Oberstufe unterwegs.

Wohlwollend unterstützt vom Kirchgemeinderat war der Brauch hier vor vier Jahren wiederbelebt worden. Frauen aus der Pfarrei und aus dem Pfarreirat hatten damals gleich für den Anfang 24 Sternsinger-Königsgewänder genäht in Blau, Rot und Grün. Als Untergewand dienen alte Erstkommunionkleider.

Offene Türen

Die königlichen Besucher werden in Egerkingen fast ausnahmslos offen empfangen. Selbst Andersgläubige zeigten fast ausnahmslos grosse Freude am Besuch, meinte die leitende Pfarreirätin Cornelia Studer. So werden die Jugendlichen nicht nur mit vielen guten Erfahrungen, sondern auch mit Spenden grosszügig beschenkt. Bereits im ersten Jahr kamen rund 3000 Franken zusammen. Die Summe stieg jeweils jährlich um rund tausend Franken.

Nebst dem finanziellen Obulus werden die Kinder und Jugendlichen auch mit anderen Gaben bedacht, ja manchmal sogar richtig überhäuft. Über einen Mangel über Süssigkeiten können sich die Kinder jedenfalls nicht beklagen.

Das Sternsingen ist in das kirchliche Leben eingebettet. Nach dem Studium der einzelnen Touren, dem Einkleiden im Pfarreizentrum und einer kleinen Aussendefeier in der Kirche mit Gebet und Gesang können die königlichen Würdenträger in edler Mission in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen – von den meisten Sternsingern etwas ungeduldig erwartet, dafür aber mit um so grösserer Begeisterung.

Jason Hug und Lukas Fischer beispielsweise gefällt eigentlich alles, speziell aber die Gemeinschaft und das gemeinsame Essen am Ende der beiden Nachmittagstouren.

Simon Felber rechnet am Schluss der Tour jeweils besonders gerne das Geld zusammen und schaut, welche Gruppe am meisten davon gesammelt hat. Doch auch bei ihm steht das Miteinander-unterwegs-Sein im Vordergrund.

Und Tobias Ettlin schätzt nebst dem gemeinsamen Plausch unterwegs und beim anschliessenden Essen die Gespräche mit den Besuchten. Kein Wunder, dass ihm die Zeit, die dafür zur Verfügung steht, zu knapp erscheint. Gar kein Gefallen ist aber angesagt, wenn – zum Glück höchst selten – den Sternsingern auch mal die Türe vor der Nase geschlossen wird, während sie noch am Singen sind.

Stolz auf die Erlebnisse

Nach der Aussendung sind alle voller Tatendrang. Sie wollen hinaus, sammeln gehen und schauen, was sie alles erleben. Der Tatendrang hält den ganzen Tag lang an. Am Abend bereichten sie einander im Pfarreizentrum von ihren Erlebnissen und sind stolz auf ihr Tageswerk zugunsten bedürftiger Kinder im fernen Afrika. In diesem Jahr startete die Tour besonders glücklich. Schon beim zweiten Besuch – bei Pfarr-Resignat Josef von Rohr – wurden die Sternsinger spontan und herzlich in die gute Stube gebeten. Doch allzu lange konnten sie nicht blieben, denn alle Haushalte im Dorf wollten besucht werden. Zum Abschluss wollten auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrum Sunnepark königlichen Besuch mit froher Botschaft bekommen.