Oensingen
Tote Hose am Monatsmarkt: Freude und Kundschaft fehlen

Die Bilanz nach dem dritten Monatsmarkt: obwohl sich die Stände nun nicht mehr in einem Innenhof befinden, sondern auf dem Sternenplatz, ist keine neue Begegnungszone entstanden. Ob aus diesem usrprünglichen Vorhaben noch etwas wird, weiss niemand.

Alois Winiger
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Das Angebot ist da am Oensinger Monatsmarkt. Aber wo bleibt die Kundschaft?

Das Angebot ist da am Oensinger Monatsmarkt. Aber wo bleibt die Kundschaft?

Alois Winiger

Öde und leer präsentiert sich normalerweise der asphaltierte Sternenplatz in Oensingen, seit der grosse Neubau mit dem Coop zwischen den Mühlefeldcentern eins und zwei fertig gebaut ist. Dabei hätte der Gemeinderat eine ganz andere Vorstellung von der Platzgestaltung gehabt. Doch davon später.

Frequentiert wird der Platz tagsüber nur von den Leuten, die entweder ins neue Coop gehen oder zwischen den beiden Mühlefeldcentern eins und zwei wechseln. Ausser gestern, da fand dort zum dritten Mal der Oensinger Monatsmarkt statt. Doch Leben hineingebracht haben eigentlich nur die Marktfahrerinnen und Marktfahrer mit ihren zwölf Verkaufsständen. Kundschaft hat sich nur spärlich sehen lassen.

«Gebracht hats nichts»

Dabei war man guter Dinge, dass der Markt stärker beachtet würde, wenn er nicht mehr wie bisher im Innenhof des Mühlefeldcenters eins aufgebaut wird, sondern davor. Zudem könne so eher eine Marktplatzatmosphäre entstehen. Das alles treffe an und für sich schon zu, berichten mehrere Marktfahrer, die gestern auf dem Sternenplatz ihre Waren angeboten haben. «Aber gebracht hat es bisher überhaupt nichts. Sie sehen es ja selber, kein Mensch ist da», sagt der Mann am Stand mit den CDs und zeigt auf den menschenleeren Platz. Für seine Kollegin mit dem Magenbrotstand ist es nicht gar so dramatisch, weil sie auf eine Stammkundschaft zählen könne.

Die Frau vom Stand mit den Dörrfrüchten sitzt plaudernd bei einem Pärchen, die Deko-Artikel verkaufen. Ihre Antwort auf die Frage, wie es denn läuft, kommt sehr direkt: «Wenn die Marktfahrer sehr viel Zeit haben, um miteinander zu plaudern, dann spricht das für sich.» Wird sie dem Oensinger Markt treu bleiben? «Mal sehen.»

Gestaltung völlig offen

Dass für den Platz eine andere Gestaltung vorgesehen war bzw. ist, haben einige Marktfahrer schon vernommen. Genaues wisse man allerdings nicht. Damit sind sie nicht alleine, sondern das weiss bisher überhaupt niemand, auch nicht bei der Gemeinde. Das Wissensvakuum ist nach der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember entstanden. Der Gemeinderat hatte einen Kredit von 550 000 Franken beantragt für «den Neubau des Sternenplatzes und die Gestaltungsmassnahmen inklusive Brunnenanlage».

Es sollte im Zentrum von Oensingen ein Platz entstehen, «welcher der Bevölkerung als Begegnungszone und als Drehscheibe für das Einkaufen dient.» Gedacht hatte man dabei an ein Wasserspiel, ähnlich jenem auf dem Bundesplatz in Bern. Ein detaillierter Vorschlag lag allerdings nicht vor, und das brachte den gemeinderätlichen Antrag zu Fall. Die Gemeindeversammlung beschloss mit grossen Mehr, gar nicht auf das Traktandum einzutreten.

Daraufhin wurde der Platz einfach mal begehbar gemacht. Möglicherweise gibts an der Gemeindeversammlung vom Dezember einen neuen Vorschlag.

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