Motorsport
Tobias Stadelmann will bei seinem ersten Rennen unter die Top Ten

Der Wolfwiler Tobias Stadelmann betreibt mit zwei Kollegen das Moto B21 Racing-Team. Zum Rennsport kam er durch seinen Chef, der ihm zeigte, dass nicht nur Profis dieses Sport ausüben können.

Pascal Mäder
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Das Moto B21 Racing-Team aus Wolfwil (v.l.): Sandro Kölliker, Tobias Stadelmann und Stephan Kölliker. Bruno Kissling

Das Moto B21 Racing-Team aus Wolfwil (v.l.): Sandro Kölliker, Tobias Stadelmann und Stephan Kölliker. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Tobias Stadelmann muss auf die Frage, wer denn sein Lieblingsrennfahrer sei, nicht lange überlegen: «Valentino Rossi, natürlich.» Rossi sei ein sehr sympathischer Typ, der ihn einfach anspreche.

Stadelmanns Motorrad schmückt allerdings nicht die klassische Rossi-Nummer 46, sondern die 21, weil diese Zahl auch im Rennstallnamen vorkommt. Die in der Industrie Bännli 21 in Wolfwil beheimateten Schrauber kamen aufgrund der Adresse auf diese Namensgebung.

Auf die Fahrer der MotoGP, wie auch Vorbild Rossi einer ist, verliert Stadelmann mit seiner noch originalen Yamaha ZX-10R je nach Rennstrecke pro Runde nur beachtlich wenige zehn bis fünfzehn Sekunden. Im nun folgenden Winter geht es an die Optimierung seiner neuen, grösseren Maschine.

Auf Cup-Events umgesattelt

Diese ist auch dringend notwendig, warten doch bei seiner nächsten Herausforderung viele andere ehrgeizige Amateure. Nach vielen Einzelrennen wird Stadelmann nämlich erstmals mit dem Powercup von Speer Racing einen Cup-Event bestreiten, bei welchem er gleich in die Top Ten fahren will.

Sein Stallkollege Sandro Kölliker bringt bereits mehr Cup-Erfahrung mit, jedoch in einer total anderen Kategorie. Der 22-Jährige bestritt dieses Jahr mit seiner KTM 125 Enduro die sieben Rennen der Junioren-Schweizer-Meisterschaft (bis 25 Jahre), auch Enduro Cup genannt, und konnte dabei mit dem zweiten Schlussrang einen grossen Erfolg feiern.

Die Rennen in dieser Kategorie dauern etwa sieben Stunden und sind postenlaufähnlich mit Tankstationen und Leistungsüberprüfungen organisiert. Sandros Cousin Stephan Kölliker, der dritte Fahrer im Bunde, befinde sich noch in den Lernjahren, sei dafür allerdings schon ziemlich zügig unterwegs.

Der ebenfalls 22-Jährige fährt zurzeit Motocross- und Strassenrennen, bei Letzteren wurde er nun allerdings von einem defekten Motorrad gebremst. Auch eine Weiterbildung wird ihm in Zukunft die Zeit für den Motorsport rauben.

Weiter noch ist Stephan Kölliker auch beim FC Wolfwil in der zweiten Mannschaft tätig. Eine Leidenschaft, der auch Stadelmann vor seinem Engagement im Rennsport gefrönt hatte.

Nun allerdings beschränkt er sich auf das Training im eigens angelegten Fitnessraum mit seinen Stallkollegen. «Fussball hat mir nicht geholfen, genug fit für die Rennstrecke zu werden», blickt Tobias zurück und ergänzt, dass der Fitnessraum diesbezüglich ergiebiger ist.

Der Weg zum eigenen Rennstall

Zum Rennsport gekommen ist der Wolfwiler über seinen ehemaligen Chef, welcher ihm zeigte, dass man diesen Sport auch als Amateur ausführen kann. Durch Suzuki Schweiz kam er dann zu einem Probetraining, bei dem er die nötigen Bekanntschaften für weitere Rennanmeldungen schloss.

«Seither bin ich nicht mehr auf der Strasse unterwegs», schmunzelt Tobias. Der nächste Schritt, derjenige zum eigenen Rennstall nämlich, erfolgte im Februar 2015. Die drei Fahrer übernahmen beim Zweitstandort der Firma Bellaplant, die von Stadelmanns Eltern geführt wird, einen freien Raum und bauten diesen um.

Gute Beziehungen helfen ihnen auch, Reifendienste für jedermann zu günstigen Konditionen anzubieten, um so einen kleinen Teil der anfallenden Kosten decken zu können. Das meiste wird dennoch aus dem eigenen Sack bezahlt, auch wenn Tobias Stadelmann weit weniger als seine Konkurrenten beim Powercup, welche fast alle ein Budget von 30 000 Franken aufweisen können, ausgibt.

Eine weitere kleine Einkommensquelle ist die jährlich organisierte und öffentliche Grillparty vor ihrer Garage, welche heuer am 1. Oktober stattfinden wird. «Bei diesem Fest steht klar der Spass im Vordergrund», zeigt Stadelmann bereits grosse Vorfreude auf das Fest.