Schon früh stand das Ergebnis des zweiten Wahlgangs bei den Lostorfer Gemeindepräsidentenwahlen fest: Thomas A. Müller (CVP) siegte mit 313 Stimmen Vorsprung auf seinen Kontrahenten Beat Probst (SP) klar.

Entsprechend freut sich Müller: «Es ist ein schönes Ergebnis. Trotz meines Vorsprungs aus dem ersten Wahlgang (210 Stimmen, Anmerkung der Redaktion) habe ich das nicht unbedingt erwarten können. Das Ergebnis macht mich stolz, und es ist wichtig für die Zukunft». Die bürgerlichen Wähler haben nach seiner Ansicht gut mobilisiert werden können, «und offenbar ist es mir gelungen, mehr Unentschlossene und Ungebundene auf meine Seite zu ziehen».

Amtsübergabe vollziehen

Nun bleiben ihm noch zwei Wochen bis zur ersten Gemeinderatssitzung in der neuen Amtsperiode am Montag, 26. August, und dies bereits im Ressortsystem. «Ich möchte mich so bald wie möglich mit meiner Amtsvorgängerin Ursula Rudolf zusammensetzen und allfällige Pendenzen mit ihr besprechen. Ziel soll es sein, eine möglichst reibungslose und saubere Amtsübergabe zu vollziehen», wünscht sich der neue Lostorfer Gemeindepräsident.

Müller sieht im Moment keine Sachgeschäfte, die dringend erledigt werden müssen. «So, wie ich es beurteile, wurde diesbezüglich aufgeräumt, es stehen auch keine Feuerwehrübungen an», zeigt er sich erfreut. «Primär wird es darum gehen, das Ressortsystem auf die Beine zu stellen. Jedes Ratsmitglied muss so bald wie möglich wissen, wo seine Kompetenzen liegen. Ziel soll es sein, dass wir so rasch wie möglich in den normalen Alltag übergehen können».

Müller tritt sein neues Amt «mit einem freudigen Gefühl» an. Es sei wie immer bei etwas Neuem: Man stehe vor etwas Unbekanntem. «Doch die Freude überwiegt eindeutig», bekennt er. Er werde sich der Herausforderung stellen, und er habe bereits Gelegenheit gehabt, im Rahmen einer Ratssitzung entsprechende Luft schnuppern zu können. «Es ist ein gutes Team, das ich da antreffen werde, und ich bin sicher, es kommt gut», ist Müller überzeugt.

«Gutes Achtungsergebnis»

Beat Probst ist zwar nur «zweiter Sieger», dennoch ist er keinesfalls vom Resultat enttäuscht. «Ich finde, es ist ein gutes Achtungsergebnis. Die SP hat sonst in Lostorf einen Stimmenanteil von rund 25 Prozent, und bei einer hohen Stimmbeteiligung ist es mir gelungen, fast 40 Prozent der Stimmen zu holen, das freut mich wirklich». Er habe den Wahlkampf als «fair» erlebt; er sei wirklich gut verlaufen. «Thomas Müller werde ich natürlich noch anrufen und ihm gratulieren», verspricht Probst.

Dass Müller im Rat nun sein «Chef» sein wird, damit habe er kein Problem, meint Probst. «Ich kann diese Rolle gut spielen». Die Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeindepräsidenten sieht der unterlegene Kandidat in einer menschlichen und einer politischen Komponente. «Menschlich kenne ich ihn noch viel zu wenig, und politisch werden wir wohl nicht immer der gleichen Meinung sein», beurteilt Probst die Situation. Aber wenn alle Seiten bereit seien für Kompromisse, könne man immer Lösungen finden. «Ich werde mich denn auch weiterhin für mein Hauptanliegen, die Bildung, einsetzen», verspricht er. Als amtsältestes Ratsmitglied hat er bei der Ressortverteilung als Erster wählen dürfen und sich – natürlich – für das Bildungsressort entschieden.

Auch er geht «mit einem guten Gefühl und gelassen» in die erste Ratssitzung vom 26. August. Er sei gespannt, wie es sein werde, und er räumt ein, dass die Umstellung vom Referenten- auf das Ressortsystem am Anfang Schwierigkeiten bereiten werde. «Aber schliesslich habe ich immer zu denen gehört, die den Wechsel vorangetrieben haben. Hätten wir immer noch das Referentensystem, hätte ich gar nicht mehr für den Rat kandidiert», hält Probst fest.